Besser kann sich ein neuer Spieler kaum vorstellen. Luis Üffing hätte schon nach etwas mehr als einer Minute jubeln können. Tat er nicht. War aber auch nur halb so wild. Denn nach exakt 29 Minuten drehte der Stürmer, der bis zur Deutschland-Cup-Pause noch für die Nürnberg Ice Tigers in der DEL gespielt hatte, mit hochgerissenen Armen ab: Mit dem 3:1 machte er die Wende praktisch perfekt und schickte die Füchse endgültig auf die Siegerstraße. Trotz eines Pausenrückstands gewann der Eishockey-Oberligist EV Duisburg das Ruhrderby gegen den Herner EV deutlich mit 7:3 (0:1, 5:1, 2:1).

„Das erste Drittel war okay, leider hatten wir da die Chancen nicht reingemacht“, sagte Füchse-Trainer Frank Petrozza. „Darüber hatten wir ein kleines Gespräch in der Kabine. Jeder hat gesehen, dass wir hungrig waren. Wir haben geradlinig mit Zug zum Tor gespielt.“ Über Neuzugang Luis Üffing sagte der Coach: „Ich freue mich, dass er gleich ein Tor geschossen hat. Aber er macht vor allem die kleinen Dinge richtig und denkt immer an die Mannschaft. Es ist schön, einen Spieler seines Kalibers zu haben. Aber auch unsere jungen Spieler machen einen starken Job. Schade, dass sich unsere wirklich gute vierte Reihe heute nicht mit einem Tor belohnt hat.“

Jeder hat gesehen, dass wir hungrig waren. Wir haben geradlinig mit Zug zum Tor gespielt.

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg

Ohne den sicherheitshalber geschonten Erek Virch bestimmte der EVD bereits in den ersten 20 Minuten weitgehend das Spiel, hatte deutlich mehr Scheibenbesitz, das Tor erzielten jedoch die Gysenberger durch Mike Mieszkowski. Kurz darauf war der Ausgleich zum Greifen nah: Klavs Planics zog ab und hämmerte die Scheibe ans Lattenkreuz. Oder doch in die Maschen? Noch während die Partie weiterlief, deutete der Schiedsrichter an, dass er sich das Ganze in der nächsten Unterbrechung auf dem Video anschauen würde. Dort stellte er allerdings fest: Der Puck war tatsächlich am Gebälk gelandet.

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Rund ging es dann nach Wiederbeginn: Per Doppelschlag drehte der EVD die Partie. Dem Ausgleich von Edwin Schitz ließ Jungverteidiger Noah Münzenberger nur 68 Sekunden später mit seinem ersten Treffer für die Füchse überhaupt die Führung folgen. Dann aber nahm der EVD Fahrt auf, hätte beinahe das dritte Tor nachgelegt, doch nach einem Doppelpass mit Martin Schymainski verpasste Michael Fomin hauchdünn das Netz. Kurz darauf war Luis Üffing mit seinem Erstlingswerk zur Stelle. Zwar verkürzte Matteo Stöhr für Herne mit einem extrem präzisen Distanzschuss in den Knick auf 2:3, doch noch vor der zweiten Pause war die Partie praktisch entschieden. Erst stellte Adam Kiedewicz in Überzahl den alten Abstand wieder her, ehe Routinier Martin Schymainski eine halbe Minute vor der Sirene sogar den fünften Treffer in diesem Drittel erzielte – und per Rückhand auch noch ziemlich hübsch.

Neuzugang Luis Üffing erzielte das Tor zum 3:1.
Neuzugang Luis Üffing erzielte das Tor zum 3:1.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Der letzte Abschnitt bot Hockey der entspannten Sorte: Martin Schymainski und Egils Kalns sorgten für den inzwischen gewohnten Torjubel. Am Sonntag (18 Uhr) sind die Füchse nun auswärts bei den Icefighters Leipzig gefordert.

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Die Statistik:

Tore: 0:1 (8:30) Mieszkowski (Stöhr, Müller), 1:1 (22:44) Schitz (Fomin, Kuschel), 2:1 (23:52) Münzenberger, 3:1 (29:00) Üffing (Grosse, Planics), 3:2 (32:57) Stöhr (Müller, Meyl), 4:2 (36:12) Kiedewicz (Zolmanis, Mannes/5-4), 5:2 (39:28) Schymainski (Fomin, Schitz), 6:2 (47:11) Schymainski (Fomin, Schitz), 6:3 (51:34) Munichiello (Enock, Ford/5-4), 7:3 (52:58) Kalns (Zolmanis, Mannes).

Strafen: Duisburg 10, Herne 8.

Zuschauer: 1405.