Beim Handball-Regionalligisten OSC Rheinhausen griff der Chef persönlich am Samstagabend in der Sporthalle an der Krefelder Straße zum Bodenwischer. Abteilungsleiter Klaus Stephan beteiligte sich mit dem Besen immer dann am Heimmatch gegen die TSV Bonn rechtsrheinisch, wenn Spielerschweiß auf dem Parkett für Rutschgefahr sorgte. Während Stephan seinen Job ohne Fehl und Tadel zügig ausführte, konnte man das von den in Rot und Blau gestreiften Handballern eher nicht behaupten. Gegen den neuen Tabellenzweiten aus der ehemaligen Bundeshauptstadt folgte auf einen überaus fehlerlastigen Auftritt eine verdiente 34:38 (15:18)-Heimniederlage.

OSC Rheinhausen liegt streckenweise mit neun Toren Differenz hinten

Dabei war das Endresultat aus Rheinhauser Sicht eher noch geschönt. Die Gäste führten streckenweise mit neun Toren Differenz. „Wir hatten einen rabenschwarzen Abend, bei dem alles zusammen gekommen ist und auch die Startphasen in beide Halbzeiten schlecht waren“, befand Trainer Sascha Wistuba, der mit seinem Trainerkollegen Nico Biermann wahrlich nicht begeistert sein konnte vom Gesehenen.

Ab Mitte der ersten Halbzeit wollte bei 8:12-Rückstand schon keine echte Spannung mehr aufkommen. Zu leicht kamen die Bonner zu ihren Treffern. Die nur 140 Zuschauer konnten sich am Vortrag ihrer Mannschaft kaum erfreuen und verfolgten das Match dann auch eher verhalten. Die OSC-Abwehr wirkte oft sehr löchrig, packte selten beherzt zu. Beide Torhüter, Alexander Lenz und zwischenzeitlich Julian Seemann, bekamen kaum Bälle zu fassen. Immer wieder hatten die Gäste beim Abschluss fröhlich freie Bahn.

Gebrauchter Handball-Abend gegen Bonn: Neuzugang Lukas Hüller (rechts) erzielte aus dem Rückraum nur ein Tor bei vier Fahrkarten.
Gebrauchter Handball-Abend gegen Bonn: Neuzugang Lukas Hüller (rechts) erzielte aus dem Rückraum nur ein Tor bei vier Fahrkarten.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Das OSC-Trainergespann probierte in der Deckung einige personelle und taktische Varianten aus, ließ in Halbzeit zwei einige Male sogar mit zwei Manndeckern agieren. Doch für eine Spielwende reichte es freilich nicht. „Wir müssen dem Team und uns einfach noch Zeit geben dafür, dass wir unser Abwehrsystem finden. Dann können wir solche Spiele gegen die Top 5 der Regionalliga auch mal für uns entscheiden“, betont Coach Wistuba.

OSC Rheinhausen: Torjäger Daniel Zwarg kassiert schnell zwei Zeitstrafen

Besser sah es in der Offensive auch nicht aus. Schon nach sechseinhalb Minuten hatte Torjäger Daniel Zwarg zwei Zeitstrafen geschluckt und war in der Folgezeit wegen einer möglichen Roten Karte beim nächsten Vergehen kaum noch ein Faktor im Match. Auch hier spielten die Trainer das zur Verfügung stehende Personal zügig aus. Doch von fehlerlastigen Aktionen blieb niemand verschont. Mittelangreifer Alexander Ernst, in der vergangenen Saison für TuSEM Essen II immerhin bester Feldtorschütze der Regionalliga, wusste mit schönen Aktionen durchsetzungsstark noch am ehesten zu gefallen. Auch Linkshänder Justin Kauwetter ließ sein Können durchaus aufblitzen.

Noch zwei OSC-Spiele in diesem Jahr

Bis zur kurzen Weihnachtspause tritt der OSC Rheinhausen in der Handball-Regionalliga noch zweimal an. Am kommenden Samstag, 13. Dezember, wird um 19.45 Uhr bei der HC Gelpe/Strombach an der Moltkestraße in Gummersbach angeworfen. Im Heimspiel am Samstag, 20. Dezember, um 18.45 Uhr in der Sporthalle an der Krefelder Straße wird dann noch BTB Aachen vorstellig. Im neuen Jahr geht es am 11. Januar um 11.15 Uhr bei der DJK Unitas Haan weiter.

Nach dem Heimspiel gegen die TSV Bonn doch enttäuscht: die OSC-Trainer Sascha Wistuba (links) und Nico Biermann.
Nach dem Heimspiel gegen die TSV Bonn doch enttäuscht: die OSC-Trainer Sascha Wistuba (links) und Nico Biermann.© FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

Insgesamt wirkte der Rheinhauser Auftritt allerdings wenig überzeugend. Die Torflut am Ende kam auch deshalb zustande, weil die Bonner im Gefühl des sicheren Sieges lange vor der finalen Sirene schon nicht mehr ernsthaft in der Deckung arbeiteten. So stand das Treffen insgesamt eher auf überschaubarem Niveau. „Wir haben uns selber geschlagen aufgrund der vielen Fehler im Angriff“, befand OSC-Abteilungsleiter Klaus Stephan. „Immerhin haben die Jungs bis zum Schluss gekämpft“, pickte sich Coach Sascha Wistuba zumindest einen erfreulichen Punkt des ansonsten trüben Handballabends heraus.

OSC Rheinhausen: Lenz (1 Tor; 31. bis 49. Min. Seemann) - Ernst (9), Schlögl (8), Käsler (5), Kauwetter (4), Adrian (4/2), Rippelmeier (1), Hüller (1), Molsner (1), Zwarg, Dreier, Mook.