Es war eine Szene in der 35. Minute. Edwin Schitz stand frei vor dem Tor, leicht links versetzt – schoss aber nicht. Stattdessen legte er auf einen schlechter positionierten Mitspieler ab. Der große, kräftige Füchse-Spieler lief danach zur Bande und ließ sich frustriert auf die Mannschaftsbank fallen. Nun lag es sicher nicht an ihm, aber die Verunsicherung der Stürmer war zum Greifen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:4 aus Sicht des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg. Gegen das Kellerkind Herforder EV. Am Ende setzte es eine 2:7 (0:2, 1:2, 1:3)-Niederlage. Das nennt man gemeinhin Debakel.

Frank Petrozza war maßlos bedient. „Jeder möchte gewinnen, aber offenbar hasst es nicht jeder zu verlieren“, sagte der Trainer der Füchse, der sich mit seinem ersten Satz in der Pressekonferenz bei den Fans für dieses Spiel entschuldigte. „Das ist frustrierend.“ Und dann kündigte er Konsequenzen an, nachdem er bereits einige Spieler nach dem 1:5 sitzen ließ. „Es kann nicht sein, dass unsere Reihe mit Schitz, Schymainski und Fomin unsere beste Reihe ist. Wir spielen mit nur zwei Ausländern, aber einen von den beiden sehe ich seit Wochen nicht mehr. Ich habe mich immer vor die Spieler gestellt, aber irgendwann reicht es. Ich bin nach Duisburg gekommen, um zu gewinnen. Nun müssen wir Entscheidungen treffen.“
Jeder möchte gewinnen, aber offenbar hasst es nicht jeder zu verlieren.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
An der Unterstützung lag es sicher nicht. Wieder war die Eissporthalle Duisburg mit 1500 Zuschauern „von Amts wegen ausverkauft“, bekanntlich gibt es aktuell eine Zuschauerbegrenzung seitens der Stadt, unter anderem wegen eines fehlerhaften Sicherheitsgutachtens. So dauerte es bis zur 38. Minute, ehe die Füchse erstmals trafen. Und wieder übernahm der Mann Verantwortung, der es nun schon einige Male getan hat: Neuzugang Luis Üffing. Freilich, der Mann kam aus der DEL von den Nürnberg Ice Tigers an die Wedau, doch in Deutschlands Topliga war seine Aufgabe nicht das Toreschießen. Doch genau das macht der erfahrene Spieler nun. Derweil hatte die Maßnahme, die beiden Letten Sandis Zolmanis und Egils Kalns zu trennen, nicht den gewünschten Effekt. Egils Kalns blieb auch in der zweiten Reihe völlig blass. Als es schließlich 0:4 stand, verfiel dann sogar Sandis Zolmanis in den scheinbaren Frustmodus.
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Ein weiterer Grund für den spielerischen Totalausfall: Der Spielaufbau war mindestens im ersten Drittel eine Katastrophe. Immer wieder spielten die Füchse die Scheibe in die Schläger der Gegner. Beim 0:2 gegen Ende der ersten 20 Minuten vertändelten die Hausherren zudem hinter dem eigenen Tor den Puck, was Leon Köhler dankbar annahm. Schon vor der Pause hätte Herford deutlicher führen können. Wer auf Besserung nach der Drittelpause hoffte, wurde enttäuscht. Schon 15 Sekunden nach Wiederbeginn gab es eine Strafe gegen Herford, die einzige Chance in diesen zwei Minuten hatten aber die Gäste. Allerdings wehrte EVD-Torhüter Leon Willerscheid den Alleingang von Ice-Dragons-Topscorer Ryley Lindgren ab. Doch schon kurze Zeit später hielt Nils Wegner einfach nur den Schläger in einen Pass und es stand 0:3. Auch beim 0:4 war HEV-Torschütze Jackson Pierson völlig ungedeckt. Mit dem Treffer von Luis Üffing (38.) kehrte dann aber zumindest so etwas wie Hoffnung zurück.
Im Schlussdrittel versuchte es Trainer Frank Petrozza mit einer erneuten Umstellung: Egils Kalns spielte nun wieder mit Sandis Zolmanis; Luis Üffing komplettierte die Angriffsreihe. Die erste Großchance in diesem Abschnitt hatte allerdings Verteidiger Erek Virch, der knapp scheiterte. Kurz danach war das Spiel dann auch schon entschieden. David Makuzki schloss einen Konter zum 1:5 aus Füchse-Sicht ab (47.). Nach dem letzten „Powerbreak“ bekam Torhüter Marko Brlic seine Chance und löste Leon Willerscheid zwischen den Duisburger Pfosten ab (49.). Als Edwin Schitz kurz dem Ende den 2:7-Endstand erzielte, hatte er keine Lust mehr zu jubeln. Das ist ihm nicht zu verdenken.
Weiter geht es im neuen Jahr: Am Freitag spielen die Füchse das Ruhrderby beim Herner EV. Spielbeginn ist um 20 Uhr. Am Sonntag (18.30 Uhr, Alleato-Arena) sind die Icefighters Leipzig an der Wedau zu Gast.
Die Statistik:
Tore: 0:1 (3:42) Woltmann (Köhler, Makuzki), 0:2 (16:48) Köhler (Makuzki, Schaaf), 0:3 (22:46) Wegner (König, Woltmann), 0:4 (26:44) Pierson (Moberg, Kovacs), 1:4 (37:53) Üffing (Zolmanis, Kuschel), 1:5 (46:50) Makuzki (Garten, Kälble), 1:6 (50:30) Wegner (Makuzki, Garten), 1:7 (54:08) Kovacs (Pierson, Lindgren), 2:7 (58:03) Schitz (Fomin).
Strafen: Duisburg 6, Herford 6.
Zuschauer: 1500 (nach aktuellen Bestimmungen ausverkauft).



