Ein Physiker würde wohl sagen, dass die Chancen, jetzt noch zu scheitern, im Femtobereich liegen – also bei einem Billiardstel. Bevor am späten Nachmittag der einzig verbliebene Verfolger Schwarz-Weiß Neuss in Aachen spielte, hatte der Club Raffelberg vor dem letzten Spieltag sechs Punkte und 51 Tore Vorsprung. Faktisch gibt es auf sportlicher Ebene kein Szenario, durch das auch nur im Ansatz plausibel erscheinen könnte, dass die Neusser in ihren zu diesem Zeitpunkt beiden Spielen das noch aufholen könnten. Also konnte bereits am frühen Nachmittag und ganz ohne Konjunktiv verkündet werden: Der Club Raffelberg ist erstmals seit dem Abstieg 1997 wieder in die Hallenhockey-Bundesliga der Herren aufgestiegen!

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Ausschlaggebend dafür war einmal mehr in der Historie des Duisburger Hockey-Vorzeigeclubs ein Duell mit dem Bonner THV. Nicht nur in den letzten Jahren gab es viele entscheidende Duelle mit dem Konkurrenten aus der ehemaligen Bundeshauptstadt. Als am 3. März 1996 letztmals der Bundesliga-Aufstieg gelang, gewannen die Raffelberger das entscheidende Spiel der Aufstiegsrunde in Hamburg gegen Bonn mit 11:9. Diesmal war es ein 12:7 (7:1)-Erfolg, dem tags zuvor ein 4:4 (3:1) beim Düsseldorfer HC vorausging.

Den Jungs habe ich gesagt, dass sie den Sieg feiern sollen, aber noch nicht den Aufstieg.

Tim Leusmann, Trainer des Club Raffelberg

„Ich bin da immer etwas vorsichtig“, sagt Trainer Tim Leusmann. „Ich will es immer zu 100 Prozent haben. Den Jungs habe ich gesagt, dass sie den Sieg feiern sollen, aber noch nicht den Aufstieg.“ Mit dem 4:4 in Düsseldorf ist der Coach zufrieden, obwohl der CR schon 4:1 geführt hatte. „Wir haben aber die letzten fünf Minuten in Unterzahl gespielt. Daher ist das sehr in Ordnung.“ Am späten Sonntagnachmittag gewann Neuss in Aachen mit 10:6. Damit beträgt der CR-Vorsprung vor dem letzten Spieltag nun drei Punkte und 47 Tore.

Tore gegen Düsseldorf: René Kramhöller (4); gegen Bonn: René Kramhöller (4), Tim Basfeld (3), Robin Höinck, Mats Langhanki, Leonid Sachenko, Nils Basfeld, Paul Bosserhoff.

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Auch den Damen des CR gelang ein mehr als nur zufriedenstellender Saisonausklang in der Bundesliga. Sie besiegten den Bonner THV mit 8:3 (4:1) und setzten sich zum Abschluss auch im Derby beim HTC Uhlenhorst Mülheim mit 6:2 (1:1) durch. Dadurch hat sich Raffelberg souverän den Bronzerang in der Gruppe West gesichert. „Das Spiel gegen Bonn war unschön. Das war sehr laut, sehr hektisch. Da war man trotz des Sieges ein wenig unzufrieden“, sagte Trainerin Susi Wollschläger. „In Mülheim war der Start etwas schwierig, aber letztlich haben wir das Spiel sehr souverän gewonnen.“ Das Team hat nun rund zwei Wochen Pause, ehe die Vorbereitung auf die Rückrunde der Feldsaison beginnt.

Tore gegen Bonn: Ryta Mykhailiuk, Patricia Strunk (je 2), Klara Weyand, Helena Hindenburg, Lilien Reichert, Caro Schmid; gegen Uhlenhorst: Giulia Funkel, Amelie Haferkamp (je 2), Klara Weyand, Sophie Bos.