Diesmal haben es die Füchse geschafft – die hart erarbeitete Führung ins Ziel zu bringen. Und nun ist der EV Duisburg in der besten Ausgangslage, das Heimrecht im Play-off-Achtelfinale der Eishockey-Oberliga zu erreichen. In einem wahren Fight rangen die Hausherren den direkten Konkurrenten um Rang vier, die Saale Bulls Halle, mit 4:3 (0:2, 3:1, 1:0) nieder – und das nach zweimaligem Rückstand. Nun brauchen die Füchse noch einen Punkt aus dem Spiel am Dienstag (20 Uhr) bei den Tilburg Trappers; die Saale Bulls empfangen daheim die Hannover Indians. Allerdings müssen die Füchse in den Niederlanden auf Trainer Frank Petrozza verzichten.

Adam Kiedewicz hatte es früh in der Saison gesagt. Als dann Luis Üffing von den Nürnberg Ice Tigers aus der Deutschen Eishockey-Liga zu den Füchsen Duisburg in die Oberliga gewechselt war, bestätigte er diesen Gedanken ebenfalls: Eine neue Rolle zu spielen, wäre doch eine gute Sache. Das ist mehr als gelungen. Für den 25-Jährigen heißt das: Vom verlässlichen und allseits gelobten Erstliga-Arbeiter zum Torjäger und Leistungsträger in der Oberliga. Bis zum Heimspiel gegen die Saale Bulls Halle hatte Üffing nun 25 Partien für den EVD bestritten, dabei 13 Tore und zwölf Vorlagen erzielt, für Präsenz im Angriff, in den Zweikämpfen und direkt vor dem Tor gesorgt. Einen Glücksgriff nennt man eine solche Verpflichtung gemeinhin. Nun steht fest: Luis Üffing wird auch zum Start der neuen Ära der Füchse, die ab August in der Übergangshalle spielen werden, weiterhin mit von der Partie sein. Der Stürmer hat seinen Vertrag verlängert.

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Die andere Personalie ist dagegen alles andere als schön. Seit Samstag stand fest: Der Bandencheck des Hannoveraners Julian Wäser, für den der ECH-Spieler eine Spieldauerstrafe bekommen hatte, sorgte bei Michael Fomin für das Saisonaus. Die Verletzung in der Schulter war so schwer, dass der 27-jährige Angreifer den Füchsen monatelang fehlen wird. Ausgerechnet Fomin, der immer mit einem Extraschuss Einsatz in jedes Spiel geht und bekannt dafür ist, auf die ungewöhnlichen Momente zu lauern. Kurz vor Play-off-Beginn ist das eine bittere Nachricht. Für Michael Fomin und für die Füchse.

Eishockey in Duisburg
Sandis Zolmanis (links) im Gespräch mit Luis Üffing, der seinen Vertrag bei den Füchsen verlängert hat.© FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

Für den Powerspieler rückte Carter Popoff in die Reihe mit Edwin Schitz und Martin Schymainski, während Adam Kiedewicz eine Formation mit Nardo Nagtzaam und Bence Farkas bildete. Die Umstellungen können aber nicht der Grund dafür gewesen sein, dass die Füchse im ersten Drittel völlig von der Rolle waren: Etliche Fehlpässe und nicht die gewohnte Körpersprache, die der bemerkenswerten Heimstärke des EVD im Regelfall Ausdruck verleiht. So führte Halle zur ersten Pause mit 2:0 und es schien auf einen klaren Sieg für die Gäste hinauszulaufen. Im zweiten Abschnitt schafften die Füchse die Kehrtwende – im Auftreten und auch nach Zahlen. Mit mehreren Open-Ice-Hits, also Checks auf freiem Eis, verschafften sich die Hausherren den nötigen Respekt, hatten die Fans nun hinter sich. Erst schweißte Luis Üffing den Puck zum Anschluss in den Winkel, ehe Carter Popoff in Überzahl endlich seinen ersten Treffer für Duisburg erzielte. Zwar schlug Halle im direkten Gegenzug zurück, doch noch im zweiten Abschnitt stand es erneut remis, als Philippe Sanche einen schönen Angriff zum 3:3 abschloss.

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Und wie so oft in den letzten Heimspielen: Das letzte Drittel war Wille und Leidenschaft pur. Schon nach 20 Sekunden düpierte Luis Üffing die Hallenser mit dem 4:3 per Bauerntrick. Der Rest war viel Arbeit und Einsatz. Zweieinhalb Minuten vor Schluss hatte Martin Schymainski die Entscheidung auf dem Schläger. So ging es bis zur letzten Sekunden um den Sieg, den der EVD diesmal verteidigte. Zum Spielende gerieten die Teams noch aneinander mit einer Spieldauerstrafe gegen Halles Patrick Schmid; aufseiten des EVD erwischte es Trainer Frank Petrozza, weil sich einer der Linienrichter beleidigt gefühlt hat. Der „Knaller“ an dieser Geschichte: Der Füchse-Coach fiel aus allen Wolken, wusste zu Beginn der Pressekonferenz nichts von einer Strafe und wurde erst im Anschluss informiert. An sich würde man erwarten, dass die Schiedsrichter eine solche Strafe kommunizieren würden. Nun muss Co-Trainer Fabian Schwarze das Team in Tilburg coachen.

Die Statistik:

Tore: 0:1 (5:26) Palka (Biezais, Reinig), 0:2 (10:42) Schmid (Jentsch, Domogalla), 1:2 (25:35) Üffing (Zolmanis, Sanche), 2:2 (32:38) Popoff (Sanche, Grosse/5-4), 2:3 (33:04) Biezais (Palka, Cornett), 3:3 (37:34) Sanche (Zolmanis, Üffing), 4:3 (40:20) Üffing (Zolmanis).

Strafen: Duisburg 10 + 5 + Spieldauer (Trainer Petrozza), Halle 10 + 5 + Spieldauer (Schmid).

Zuschauer: 1575.