Es waren noch 92 Sekunden im zweiten Drittel zu spielen, als den Schiedsrichtern das Spiel zu entgleiten drohte. Füchse-Stürmer Klavs Planics lag verletzt an der Bande, als es zu einer Auseinandersetzung zwischen Routinier Martin Schymainski und dem Lindauer Noah Kane kam. Kurz darauf musste „Schymmi“ offenbar mit einer Schulterverletzung das Eis verlassen. Für die Szene rund um Planics gab es keine Strafe, die beiden Kontrahenten wurden jeweils mit fünf Minuten auf die Strafbank, in der Theorie zumindest. Denn der 40-jährige Ur-Duisburger war längst auf dem Weg in die Kabine, die er später in Richtung Krankenhaus verlassen musste.

Sport / DU-Mitte/Süd.
Eishockey, Oberliga, Play-off-Achtelfinale: Füchse Duisburg gegen Lindau Islanders 
08.03.2026 in Duisburg
Martin Schymainski schied kurz vor der zweiten Pause verletzt aus.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Zuvor hatte der Eishockey-Oberligist EV Duisburg die Vertragsverlängerung mit Martin Schymainski verkündet. Er selbst stand nach den ersten 20 Minuten vor den Fans zum Interview am Mikrofon. „Schymmi“ ohne Eishockey – das geht doch nicht, oder? „Nein auf keinen Fall. Ich spiele weiter, am liebsten bis 67“, verkündete der Publikumsliebling unter dem Jubel der Fans. Bis zu seiner Verletzung hatte Schymainski nicht unerheblichen Anteil an der Führung der Füchse, die das erste Play-off-Achtelfinalspiel gegen die Lindau Islanders schließlich mit 5:2 (3:1, 1:1, 1:0) gewannen. „Wir haben zu den richtigen Zeitpunkten unsere Tore gemacht. Allerdings hatten wir noch weitere Chancen“, sagte Frank Petrozza, der die Frage nach den Verletzungen von Klavs Planics und Martin Schymainski nicht so recht beantworten wollte: „Ich habe schon genug Probleme mit den Schiedsrichtern.“ Dann sagte er noch: „Bei Klavs war es ein Zweikampf, bei dem er offenbar unglücklich gestürzt ist. Bei Schymmi war es scheinbar so, dass der Linienrichter auf seine Schulter gestürzt ist. Wir wissen noch nicht, wie es aussieht. Nun brauchen wir unsere Förderlizenzspieler. Ich hoffe, dass wir sie bekommen.“

Ich habe schon genug Probleme mit den Schiedsrichtern.

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg

Die Partie fühlte sich von Sekunde eins wie Play-off-Hockey an. Die Füchse gaben Vollgas, doch auch die Islanders spielten zügig, setzten offenbar darauf, schnell ein Zeichen zu setzen. Doch das gelang den Hausherren. Nach nicht einmal zwei Minuten netzte Adam Kiedewicz nach acht torlosen Spielen zum 1:0 ein und fälschte eineinhalb Minuten später einen Schuss von Philip Kuschel zum 2:0 ab (4.). Doch Lindau kam schnell zurück, nutzte ein Powerplay durch Topscorer Eetu Elo zum schnellen Anschluss (5.). Danach war klar: Das Team vom Bodensee ist kein einfacher Gegner.. Viel Arbeit war nötig, um den Gegner weiter zu kontrollieren. Für entspanntere Gesichtszüge sorgte schließlich Philippe Sanche, der kurz vor der Pause eine schön getimte Vorlage von Carter Popoff zum 3:1 verwertete (19.).

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„Wir müssen das erste Drittel schnell abhaken“, sagte Martin Schymainski nach dem ersten Drittel. Der Mann sollte Recht behalten. Denn kaum mehr als zwei Minuten nach Wiederbeginn nutzte Nicolas Strodel einen Rebound zum erneuten Lindauer Anschluss. Das Spiel wurde nun aber auch nickeliger. Immer wieder gerieten die Spieler aneinander, immer wieder aber auch übersahen die Unparteiischen Stockschläge und versteckte Fouls. Als Kiedewicz sein Durststrecken-Ende mit einem Hattrick krönte, war die Stimmung noch prächtig. Dann aber musste Schymainski raus und er kam auch nicht zurück. Im Gegenteil: In der zweiten Drittelpause wurde er unter der Anfeuerung der Duisburger Fans von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht. Auch Klavs Planics konnte nicht weiterspielen.

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Die ruppige Spielweise setzte sich auch im Schlussdrittel fort. Edwin Schitz wurde auf dem Weg zum Tor gefoult und krachte samt gegnerischen Goalie ins Tornetz. Philippe Sanche trat zum Strafschuss an, scheiterte aber an EVL-Torhüter Daniel Filimonow (42.). Die Füchse wirkten nach dem Schymainski-Ausfall gehemmt, schließlich fehlte nun ein weiterer Führungsspieler. Doch der EVD verteidigte konzentriert und mit viel Einsatz: In Überzahl entschied Luis Üffing nach Tic-Tac-Toe-Vorarbeit von Philippe Sanche und Carter Popoff die Partie (57.).

Am Dienstag (19.30 Uhr) geht es mit Spiel zwei der Best-of-Five-Serie in Lindau weiter; die dritte Partie folgt am Freitag (19.30 Uhr, Alleato-Arena) daheim an der Wedau.

Die Statistik:

Tore: 1:0 (1:48) Kiedewicz (Schymainski, Ackers), 2:0 (3:13) Kiedewicz (Schymainski, Kuschel), 2:1 (4:35) Elo (Farny, Kane/5-4), 3:1 (18:22) Sanche (Popoff, Üffing), 3:2 (22:10) Strodel (Busch, Marsall), 4:2 (32:46) Kiedewicz (Schymainski), 5:2 (56:04) Üffing (Popoff, Sanche/5-4).

Strafen: Duisburg 14 + 5 (Schymainski), Lindau 14 + 5 (Kane).

Zuschauer: 1608.