630 Kilometer liegen zwischen der Eissporthalle an der Wedau und jener direkt am Bodensee. Dennoch hat sich an einem Dienstag eine beachtliche Anzahl Füchse-Fans auf den Weg nach Lindau gemacht – um mit ihrer Unterstützung irgendwie das Loch zu stopfen, das die Verletzungen von vier Leistungsträgern gerissen haben. „Füchse geben niemals auf – #9 #44 #68 #88“ war auf einem Plakat der Anhänger des Duisburger Eishockey-Oberligisten zu lesen, die damit an Sandis Zolmanis, Klavs Planics, Michael Fomin und Martin Schymainski erinnerten.
Doch auch die Mannschaft, die nicht einmal mehr aus drei kompletten Reihen bestand, gab alles. Am Ende fehlte dem kleinen Kader aber einfach die Kraft. Nach dem 5:2-Auftaktsieg unterlagen die Füchse trotz einer 4:1-Führung den Lindau Islanders noch mit 4:5 (1:0, 3:1, 0:3, 0:1) nach Verlängerung. Damit steht es in der Best-of-Five-Serie des Play-off-Achtelfinals zwischen dem EV Duisburg und dem Kontrahenten aus dem tiefsten Süden 1:1. Weiter geht es am Freitag (19.30 Uhr, Alleato-Arena) mit dem zweiten Heimspiel. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte Füchse-Trainer Frank Petrozza. „Wir haben mit acht Stürmern und sechs Verteidigern 57 Minuten lang ein gutes Eishockeyspiel gemacht und durch zwei Strafen am Ende unglücklich verloren. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Nun ist es eine Best-of-Three-Serie und wir machen weiter.“
Wir haben mit acht Stürmern und sechs Verteidigern 57 Minuten lang ein gutes Eishockeyspiel gemacht.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
Trainer Frank Petrozza hatte angesichts der Ausfälle umgestellt. Ihm standen nur 14 Feldspieler zur Verfügung. So zog er Abwehrspieler Noah Münzenberger nach vorne in den Sturm – auf dieser Position hatte er bereits in der Olympiapause der DEL für die Kölner Haie bei einem Turnier in Tschechien gespielt. Nicklas Mannes und Adam Zoweil hatten die ersten Chancen für den EVD, der bereits in der sechsten Minute dann auch in Führung ging. Adam Kiedewicz hat offenbar Gefallen am Toreschießen gefunden, denn nach seinem Hattrick im ersten Spiel legte er nun schon sein viertes Tor im Rahmen dieser Serie nach. Lindau war zwar im Spiel, doch weiterhin sprach die Qualität der Gelegenheiten für Duisburg. So traf Luis Üffing den Pfosten (11.).
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Nur elf Sekunden nach Beginn des Mittelabschnitts zielte Üffing genauer. Um präzise zu sein, hielt er mit aller Wucht einfach mal drauf, nachdem Philippe Sanche die Scheibe hinter dem Tor erobert hatte. Nun kam Lindau aber besser ins Spiel und verkürzte durch Eetu Elo auf 1:2 (29.). Doch genau zum richtigen Moment nutzte Philippe Sanche ein Powerplay zum 3:1 (34.). Als Luis Üffing etwas mehr als eine Minute vor der zweiten Pause technisch klasse auf 4:1 erhöhte, schien der EVD auf einem guten Weg zu sein. Doch im letzten Drittel zeigte sich: Der stark dezimierten Duisburger Mannschaft ging die Kraft aus. Mit drei Überzahltoren glichen die Islanders die Partie noch aus, dabei fielen die letzten zwei Gegentore in den drei Schlussminuten der regulären Spielzeit.
In der Overtime war zwar vom Lindauer Dauerdruck gegen die ausgezehrte Duisburger Mannschaft nichts mehr zu sehen und tatsächlich hatte Philippe Sanche den Siegtreffer auf dem Schläger, doch kurz darauf brachte ein Konter den Islanders den Siegtreffer ein. Dominik Grafenthin traf für die Gastgeber (66.).
Die Statistik:
Tore: 0:1 (5:39) Kiedewicz (Schitz, Münzenberger), 0:2 (20:11) Üffing (Sanche, Grosse), 1:2 (28:52) Elo (Kane, Tölzer), 1:3 (33:36) Sanche (Kiedewicz, Grosse/5-4), 1:4 (38:44) Üffing (Kuschel, Popoff), 2:4 (44:59) Kane (Elo, Schneider/5-4), 3:4 (56:57) Jezovsek (Grafenthin, Elo/5-4), 4:4 (58:03) Farny (Elo, Kane/5-4), 5:4 (65:25) Grafenthin (Elo, Kane).
Strafen: Lindau 12, Duisburg 14.
Zuschauer: 1047.



