Als Frank Petrozza am Donnerstagmittag an sein Handy ging, waren er und seine Mannschaft bereits seit gut zwei Stunden unterwegs. Wo die Füchse gerade sind? „Auf Höhe von Limburg“, berichtete der Coach, für den es damit so etwas wie eine ganz persönliche Zeitreise war. Der damalige Deggendorfer EC war in der Saison 1996/97 seine zweite Deutschland-Station. Nach der Saison ging es für ihn zur Limburger EG – und noch während der Spielzeit 1997/98 zum EVD, für den er 150 Mal auflief und dabei 126 Tore und 128 Vorlagen markierte. 2005/06 kamen dann noch einmal 58 Treffer und 61 Assists für die zweite Füchse-Mannschaft in der Regionalliga hinzu. Über Deggendorf zum Erfolg in Duisburg. Aus Petrozzas Sicht, und wohl nicht nur aus seiner, dürfte sich diese Geschichte gerne wiederholen.

Wir haben unseren Spielplan. Und den werden wir einhalten. 

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg

Was sich ändern darf, ist der Ausgang der Play-off-Serie: Ebenfalls in der Saison 1996/97 standen sich die Füchse und der Deggendorfer EC im Achtelfinale gegenüber, das mit drei Siegen glatt an die Niederbayern ging. Nun, 29 Jahre später, heißt der Verein längst wieder Deggendorfer SC, ist Süd-Meister der Eishockey-Oberliga und nun im Viertelfinale der Gegner des EVD. „Das ist eine bärenstarke Mannschaft“, sagt Petrozza. „Aber wir haben unseren Spielplan. Und den werden wir einhalten. Das ist eine Best-of-Seven-Serie.“ Was der Coach sagen will: Auch eine Niederlage wird seine Mannschaft nicht umhauen. Sie wird das machen, was die Fans stets singen: „Immer weiter, immer weiter, immer weiter, EVD!“

Auch interessant

Am Kader für das Wochenende hat sich nicht viel getan. Zum Start der Serie mit dem Auswärtsspiel am Freitag um 20 Uhr sowie dem Heimspiel am Sonntag (wegen des MSV-Spiels erst um 19.30 Uhr, Alleato-Arena) stößt Daniel Geiger aus Iserlohn zum Team, ansonsten bleibt alles gleich. Im Tor steht nach zwei starken Leistungen gegen Lindau erneut Marko Brlic, da Leon Willerscheid, gerade frisch gewählter bester Goalie der Oberliga Nord, immer noch in Mannheim weilen muss. Ihm gegenüber steht freilich ein Torhüter vom anderen Ende der Altersskala: Timo Pielmeier, der aus Deggendorf stammt, ist 36 Jahre alt, hat in Nordamerika im Nachwuchs, dann in der AHL und ECHL sowie sogar einem Spiel in der National Hockey League sein Können unter Beweis gestellt. Als Nationaltorhüter gehörte er zu dem DEB-Team, das 2018 die Silbermedaille bei Olympischen Spielen gewonnen hat. „Zu ihm muss ich nichts sagen“, sagt Petrozza. Recht hat er.

Eishockey, EV Duisburg, Füchse Duisburg
Marko Brlic steht erneut im Füchse-Tor.© Füchse Duisburg | Dennis Klöckner

An der Spitze der Deggendorfer Torejagd stehen mit Dylan und Ty Jackson Zwillinge, die der DSC aus der Uni-Liga geholt und damit einen Volltreffer gelandet hatte, „aber sie verfügen über drei offensive sehr gefährliche Reihen“, sagt Petrozza. Von 52 Hauptrundenspielen hatten die Niederbayern 43 gewonnen (davon drei in Overtime oder nach Penaltys); das Torverhältnis von 258:119 kann sich ebenfalls sehen lassen. In Über- wie in Unterzahl stellte der DSC das zweitbeste Team im Süden, jeweils nur vom ECDC Memmingen übertroffen. Im Achtelfinale räumte Deggendorf in drei Spielen den Herforder EV aus dem Weg. Fakt ist aber auch: Die Füchse haben das Nord-Pendant, die Hannover Scorpions, daheim zweimal besiegt und hatten sie beim dritten Mal bereits am Schlafittchen.

Mehr zum Thema

Die Füchse bereiten sich bestmöglich auf diese Aufgabe vor: Nach der Anreise am Donnerstag wird der EVD am Freitagmorgen in Deggendorf trainieren. „Danach geht es ins Hotel, wo wir etwas essen und uns ausruhen werden, ehe es noch einmal einen Video-Prescout geben wird“, so Petrozza. Die Füchse haben nun alle Saisonziele erreicht. Doch gerade das könnte sie für den Süd-Meister noch gefährlicher machen. „Deggendorf ist eine schwere Aufgabe. Aber wir sind auch eine schwere Aufgabe für Deggendorf.“

So lief es bislang gegen Deggendorf

Der damalige Duisburger SC traf in der Zweitliga-Saison 1981/82 erstmals auf den (alten) Deggendorfer SC. Damals gab es drei Siege für die Wedaustädter (5:4, 7:4, 12:5) und eine Niederlage (3:5). Danach dauerte es 14 Jahre bis zu einem Wiedersehen. Im Play-off-Achtelfinale der 1. Liga (damals die zweithöchste Spielklasse unterhalb der DEL) trafen der EVD und der seinerzeitige Deggendorfer EC aufeinander. Das war in der Saison 1996/97, als der EVD dank des legendären 8:1 gegen Wilhelmshaven überhaupt noch die Meisterrunde erreicht hatte, die er dann völlig euphorisiert als Zweiter abschloss. Dennoch war gegen Deggendorf nach zwei Heimniederlagen (jeweils 4:6) und einer Auswärtsniederlage (2:5) im März 1997 Schluss.

Das aktuelle Play-off-Viertelfinale der Oberliga wird im Best-of-Seven-Format gespielt, es sind also vier Siege zum Weiterkommen nötig. Damit hat der EVD in jedem Fall zwei sichere Heimspiele. Die Spieltermine sind: 20. März, 22. März, 24. März, 27. März, 29. März*, 31. März* und 2. April* (* wenn nötig). Wie schon im Achtelfinale gilt: Steht es am Ende der regulären Spielzeit unentschieden, wird die Partie so lange um jeweils 20 Minuten verlängert, bis ein Tor fällt. Ein Penaltyschießen wird es nicht mehr geben.