Michael Fomin, Martin Schymainski, Klavs Planics. Für diese drei Spieler der Füchse ist die Saison aufgrund von Verletzungen beendet. Dennoch sorgt Stadionsprecher Justin Holland dafür, dass sie immer dabei sind – und ruft sie bei der Mannschaftsaufstellung nach wie vor auf. Einen der beiden Namen konnte er gleich nochmal nennen: Denn Stürmer Michael Fomin, für den Play-offs an sich wie gemacht wären, hat seinen Vertrag beim Eishockey-Oberligisten EV Duisburg verlängert. Derweil stand auch Leon Willerscheid, nach seiner Rückkehr aus Mannheim wieder im Tor – und wurde einer der Matchwinner einer unglaublichen Partie, an deren Ende die Hausherren den Süd-Meister Deggendorfer SC mit 5:3 (2:1, 1:1, 2:1) niedergerungen hatten. Damit hat der EVD die Best-of-Seven-Serie im Viertelfinale zum 1:1 ausgeglichen. Die gute Nachricht gab es hinterher: „Willi“ Willerscheid spielt auch am Dienstag in Spiel drei im EVD-Trikot, wie Geschäftsführer Tom Södler verkündete.
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„Wir waren mit unserem Start in Deggendorf nicht zufrieden. Das haben wir nun deutlich besser gemacht“, sagte Füchse-Trainer Frank Petrozza. „Bei dem 1:1 haben wir ein wenig geschlafen. Aber meine Mannschaft macht immer weiter. Vielleicht hat die Deggendorfer Mannschaft mehr Talent, aber wir haben ein Herz, wir haben ein Team“, lobte der Coach abermals den mannschaftlichen Zusammenhalt aufseiten der Füchse. „Wir wussten, dass es hier in Duisburg schwer werden würde“, sagte DSC-Coach Casey Fratkin.
Wir haben ein Herz, wir haben ein Team.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
Das erste Drittel in Deggendorf hätte einschüchtern können. Der Süd-Meister legte eine Geschwindigkeit an den Tag, die dafür sorgte, dass die Niederbayern nach nicht einmal zehn Minuten mit 3:0 vorne lagen. Und nun? Diesmal dauerte es nur 38 Sekunden – dann lagen die Füchse mit 1:0 vorne. Adam Kiedewicz hatte die Scheibe aufs Tor gebracht und im Gewühl war es schließlich Sandis Zolmanis, der den Puck über die Linie brachte. Zwar glich Deggendorf zwei Minuten später durch Brett Humberstone, dazu noch in Unterzahl, aus, doch die Füchse waren diesmal deutlich besser im Spiel und hatten auch deutlich mehr Scheibenbesitz. Und das wurde auch belohnt: Nach einer Viertelstunde zog Philippe Sanche aus unmöglichem Winkel ab und überraschte damit den olympischen Silbermedaillengewinner im Deggendorfer Tor, Timo Pielmeier, zum 2:1. Hinten kämpfte der EVD unbändig, löschte eine Scheibe kurz vor der Linie. Bitter nur: im ersten Drittel musste Stürmer Edwin Schitz nach einem Check passen und fortan draußen bleiben.
In den Anfangsminuten des zweiten Drittels brachten mehrere Strafen die Struktur ins Wanken: So war Deggendorf in einer 4:4-Situation präsenter und glich zum 2:2 aus (23.). Doch mit viel harter Arbeit blieben die Füchse im Spiel, verlangten dem Süd-Primus alles ab. Nach einer Chance von Nicklas Mannes wurde es in der 32. Minute wild: EVD-Stürmer Carter Popoff, der immer besser ins Spiel findet, und der Deggendorfer Luca Zitterbart gerieten aneinander. Weil der Gästespieler dazu noch Philippe Sanche mit einem Crosscheck im Gesicht traf, war für ihn das Spiel wegen einer Spieldauerstrafe beendet. In der folgenden fünfminütigen Überzahl lief es zunächst gar nicht – dennoch stand schließlich Sandis Zolmanis an der richtigen Stelle und netzte zum 3:2 ein (35.). In der Schlussphase des Abschnitts ließen die Hausherren allerdings eine 90-sekündige doppelte Überzahl ungenutzt.

Das letzte Drittel macht es ein wenig schwierig, es zu beschreiben. Denn das, was die Füchse seit Wochen und Monaten mit kleinem Kader in den letzten 20 Minuten leisten, ist kaum noch in Worten zu beschreiben. Das, was dann auf dem Eis passiert, ist Wille. Und nichts anders. Carter Popoff war derjenige, der diesen Willen in einen Sieg ummünzte. Zwei Minuten vor dem Ende hämmerte er die Scheibe zum Sieg in die Maschen und legte dann auch noch den Empty-Net-Treffer hinterher. Unfassbar!
Am Dienstag (20 Uhr) geht es mit Spiel drei in Niederbayern weiter. Spiel vier in Duisburg findet am Freitag um 19.30 Uhr an der Wedau statt.
Die Statistik:
Tore: 1:0 (0:38) Zolmanis (Geiger, Kiedewicz), 1:1 (2:31) Humberstone (Dylan Jackson, Ty Jackson/4-5), 2:1 (15:17) Sanche (Popoff), 2:2 (22:27) Dylan Jackson (Pfänder/4-4), 3:2 (34:07) Zolmanis (Nagtzaam, Kuschel/5-4), 3:3 (43:26) Weilandt (Hafenrichter/5-4), 4:3 (58:07) Popoff (Sanche, Üffing), 5:3 (59:31) Popoff (Sanche, Üffing/ENG).
Strafen: Duisburg 12+ 5 (Popoff), Deggendorf 14 + 5 + 5 + Spieldauer (Zitterbart).
Zuschauer: 1616.



