Das Geplänkel hatte diese Play-off-Serie in den letzten Tagen überschattet. Die Stimmung war aufgeheizt. Sie führte aber auch dazu, dass die Eissporthalle Duisburg im vierten Viertelfinalspiel zwischen den Füchsen und dem Süd-Meister der Oberliga, dem Deggendorfer SC, mit 2500 Zuschauern ausverkauft war. Allerdings musste sich der EV Duisburg deutlich mit 1:5 (0:1, 0:3, 1:1) geschlagen geben, liegt in der Best-of-Seven-Serie nun mit 1:3 zurück und braucht am Sonntag (18.45 Uhr) in Deggendorf einen Sieg, um die Serie am Leben zu erhalten und Spiel sechs am Dienstag wieder an der Wedau zu erzwingen.

Die Füchse gingen dezimiert ins Spiel. Nach der Verletzung von Edwin Schitz sowie der Sperre gegen Pascal Grosse standen Cheftrainer Frank Petrozza nur noch drei Sturmreihen und fünf Verteidiger zur Verfügung. Nachdem die Adler Mannheim Torhüter Leon Willerscheid erneut aus Duisburg abgezogen hatten, spielte Marko Brlic im Tor. Beim DEL-Play-off-Spiel der Kurpfälzer in Bremerhaven saß Willerscheid nebenbei bemerkt nicht einmal auf der Bank, sondern saß als so genannter Not-Torhüter nur auf der Tribüne. Da stellt sich die Frage, was das soll. Eine gute Nachricht gab es aber dennoch: Mit Kapitän Nicklas Mannes hat nun bereits der siebte Spieler der aktuellen Duisburger Mannschaft seinen Vertrag für die Saison 2026/27 verlängert.
Wir haben leider den Fokus verloren.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
„Das erste Drittel war okay, wir hatten ein paar gute Chancen. Wir hätten sicher öfter den Abschluss suchen müssen. Die schnellen zwei Tore waren sicher entscheidend, aber auch dann waren noch 38 Minuten übrig“, sagte Füchse-Trainer Frank Petrozza. „Wir haben leider den Fokus verloren.“
Auch interessant
Auf dem Eis ließen die Niederbayern in der Defensive diesmal kaum etwas zu. Die beste Chance, dem Spiel eine andere Wendung zu geben, gab es in der achten Minute bei einem 2:1-Konter von Sandis Zolmanis und Daniel Geiger, doch der Pass des Letten fand nur knapp nicht den Schläger des talentierten Förderlizenz-Stürmers aus Iserlohn. Die Gäste gingen schließlich nach einem Konter in Führung (17.), ehe es hektisch wurde. Nach einem Videobeweis kassierte Füchse-Stürmer Philippe Sanche eine doppelte Zweiminutenstrafe. „Das war für mich kein hoher Stock. Erst geben sie nichts, dann sind es vier Minuten. Es ist immer das gleiche“, war EVD-Verteidiger Michél Ackers nach 20 Minuten unzufrieden.
Das so entstandende Powerplay nutzten die Gäste zu zwei Treffern und sorgten damit früh im zweiten Drittel für die Vorentscheidung. Bitter für die Hausherren: Als Philippe Sanche nach einem hohen Stock liegen blieb und offensichtlich blutete, schauten sich die Schiedsrichter Jeroen Klijberg und Jan Deckert die Szene nicht einmal auf Video an. Später gab es diese Überprüfung in einer anderen Szene dann aber doch und Roy Harrison musste ebenfalls für vier Minuten auf die Bank. Allerdings konnte der EVD kein Kapital daraus schlagen. Im Gegenteil: Bei jeweils vier Spielern auf dem Eis erhöhten die Gäste auf 4:0 (35.).
Im letzten Drittel war angesichts des deutlichen Spielstands kein Feuer mehr in der Partie. Deggendorf legte nochmal nach, ehe Noah Münzenberger die Füchse noch auf die Anzeigetafel brachte.
Die Statistik:
Tore: 0:1 (16:40) Roy (Leinweber, Hafenrichter), 0:2 (20:39) Dylan Jackson (Hahn, Roy/5-4), 0:3 (22:00) Hahn (Dylan Jackson, Ty Jackson/5-4), 0:4 (34:08) Ty Jackson (Dylan Jackson/4-4), 0:5 (42:53) Baßler (Ty Jackson, Dylan Jackson), 1:5 (54:54) Münzenberger (Sanche, Popoff).
Strafen: Duisburg 12, Deggendorf 14.
Zuschauer: 2500 (ausverkauft).



