Wirkliche Begeisterung hört sich anders an. „Unterm Strich kann man sagen, dass wir das Spiel gewonnen haben“, meinte Soumiya Bouhadi, Trainerin des abstiegsbedrohten Fußball-Landesligisten, nach dem Halbfinale im Peter-Thomas-Kreispokal beim A-Liga-Spitzenreiter FSV Duisburg. Beim Nachbarn von der Warbruckstraße, der wie die Löwen schon zuvor für den Niederrheinpokal der neuen Saison qualifiziert war, gab es nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand noch einen 5:3 (2:3)-Sieg.

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Das war es aber eben auch fast schon an positiven Erkenntnissen, die Soumiya Bouhadi aus dem Abend ziehen mochte. Das gegenüber der 0:4-Niederlage in der Meisterschaft gegen die DJK Sportfreunde Katernberg nur marginal veränderte Team startete zwar gut in die Partie, führte nach zehn Minuten durch Luka Blazevic. „Aber dann sind wir auf einmal nicht mehr wirklich drin und fangen uns drei Dinger“, so die verärgerte Trainerin. Der in der Liga rotgesperrte Nico Kuipers fabrizierte ein Eigentor zum 1:1 (13.), danach drehten Deniz Zarifoglu (28.) und Ex-Löwe Bora Karadag (37.) die Partie erst einmal vollständig. Vor dem 3:1 hatte Soumiya Bouhadi schon dreimal ausgewechselt und unter anderem Kapitän Pascal Spors gebracht, der eigentlich geschont werden sollte. Immerhin konnte Burkay Bostanci fünf Minuten vor der Pause noch verkürzen.

„Ich habe in der Pause dann gesagt, dass wir uns hier blamieren und jetzt zeigen müssen, wer wir sind“, berichtete Soumiya Bouhadi. Die Ansprache zeigte insofern Wirkung, dass die Gäste nach Wiederbeginn das Geschehen dominierten, wobei die Trainerin aber auch nicht vollumfänglich zufrieden war: „Das hat alles viel zu lang gedauert, wir waren hinten viel zu anfällig.“ Die Spors-Einwechslung machte sich nach sechs gespielten Minuten schon mit dem Ausgleich zum 3:3 bezahlt, doch danach blieb es bis in die Schlussphase hinein spannend. Ein weiterer Wechsel brachte die Entscheidung: Julian Keibel, der verletzungsbedingt seit Jahresbeginn praktisch noch gar keine Rolle gespielt hatte, kam nach 67 Minuten für Yusa Sentürk und erzielte in der 84. Minute den 4:3-Führungstreffer. Vorbei war das Zittern des Favoriten aber erst in der dritten Minute der Nachspielzeit, in der Keibel seinen Doppelpack schnürte. Die Leistung des Youngsters nach seiner Hereinnahme freute Soumiya Bouhadi, wenngleich sie betonte: „Das muss er jetzt auch wieder konstant zeigen.“ Ob er in der kommenden Saison noch das Löwen-Trikot trägt, ist offen.

Weiter geht es für die Hamborner in der Liga am Sonntag um 15.30 Uhr mit dem Spiel beim abgeschlagenen Tabellenletzten Rhenania Bottrop. Dort könnte man sich erneut ein Ziel setzen, das die Trainerin lieber schon gegen den FSV erreicht hätte: „Ich hätte ganz gern zu Null gespielt.“