Auch mit dem Abstand von einem Dreivierteltag war Sascha Wistuba noch nicht über den Samstagabend hinweg. „Ich bin nach wie vor ein bisschen angefressen“, gestand der Trainer des Handball-Regionalligisten OSC Rheinhausen ein. Die Chance, im Rennen um den Aufstieg zur 3. Liga weiter mitzumischen, hatten sein Team und er in der Partie beim TSV Bonn rechtsrheinisch liegen gelassen. Nach zuletzt sechs Siegen in Folge vor der Osterpause mussten sich die Rheinhauser in der ehemaligen Bundeshauptstadt mit 30:32 geschlagen geben, wobei sie zur Pause noch mit 14:13 geführt hatten.

Naturgemäß gibt es immer viele Dinge, die bei einem negativen Spielausgang eine Rolle spielen. Vielleicht hier und da Schiedsrichterentscheidungen, die man nicht mitträgt, logischerweise auch der Gegner, der nicht kampflos die Punkte abschenkt. „Insgesamt waren wir aber einfach nicht ,on point‘ diesmal“, befand Sascha Wistuba. Soll heißen: Die Mannschaft erreichte nicht ihr Leistungslimit – im Gegensatz zu den vergangenen Wochen, als sie sich auf diese Weise plötzlich ins Titelrennen gespielt hatte.

Knappe Führung zur Pause

Dabei sah es zunächst so aus, als könnten die Gäste an ihre Erfolgsserie auch in Bonn anknüpfen. Der Start ins Spiel gelang, nach 18 Minuten stand es 12:7 für den OSC. „Dann hatten wir aber einen Bruch im Spiel“, so Sascha Wistuba. Die Hausherren nutzten diesen Umstand und schafften bis zur 28. Minute den 13:13-Ausgleich. Kapitän Lukas Hüller rettete mit einem Siebenmetertreffer die knappe Führung in die Pause.

Nach Wiederbeginn waren beim Stand von 15:15 knapp vier Minuten absolviert, als die Partie ihren Knackpunkt aus Gästesicht erlebte. Alexander Ernst, zuvor ohne jede Zeitstrafe, bekam von den Schiedsrichtern die rote Karte gezeigt. War sie berechtigt? „Alex tritt dem Gegenspieler auf den Fuß. Ich glaube, man kann sie geben, er selbst hat es anders gesehen“, sagt Sascha Wistuba. Auch wenn Ernst bis dahin ohne Treffer geblieben war, agierte er doch als wichtiger Baustein im Rheinhauser Offensivspiel, der nun wegfiel. Bonn nutzte die folgende Schockphase des OSC, um sich vorentscheidend abzusetzen. Nach 43 Minuten hieß es 22:17, näher als auf zwei Tore kamen die Gäste zunächst nicht mehr heran.

„Vielleicht habe ich zu spät die Auszeit genommen, vielleicht auch zu spät umgestellt“, haderte Coach Wistuba. Beinahe hätte es aber doch noch zumindest zu einem Teilerfolg gereicht. Beim Stand von 31:26 für Bonn scharte er sein Team um sich, das danach noch einmal den Turbo einlegte und in knapp zweieinhalb Minuten vier Tore warf. Doch am Ende gelang der entscheidende Ballgewinn nicht mehr. Stattdessen machte Daniel Fischer fünf Sekunden vor Schluss mit dem 32:30 alles klar.

So haben sie gespielt

OSC: Seemann, Lenz – Hüller (11/6), Zwarg (7), Adrian, Schlögl (je 4), Dreier, Käsler (je 2), Rippelmeier, Mook, Ernst, Kauwetter, Molsner, Kölsch.

Mit einem Sieg hätte der OSC Tabellenführer Bayer Dormagen II vor dessen eigenem Spiel gegen den Dritten, die HSG am Hallo Essen, noch einmal ordentlich unter Druck setzen können. So verfolgte Sascha Wistuba den Ausgang dann doch eher mit gebremstem Schaum. Nur ein Essener Sieg hätte die Spannung wohl weiter aufrecht erhalten, doch Dormagen ließ nach anfänglicher Gästeführung nichts anbrennen und setzte sich mit 33:21 durch, womit der Vorsprung auf den OSC nun fünf Runden ebenso viele Punkte beträgt. „Wir wollen weiter alles dafür tun, das Beste aus der Saison herauszuholen und am Ende Zweiter oder Dritter zu werden“, so Sascha Wistuba. Am kommenden Samstag geht es um 18.45 Uhr daheim gegen den HC Gelpe-Strombach weiter.