Vor einem halben Jahr begann für den VfB Homberg mit dem 2:2 bei der DJK Adler Union Frintrop eine Negativ-Serie von sechs Spielen in Folge ohne Sieg, die der VfB erst am letzten Hinrundenspieltag der Oberliga Niederrhein mit einem 2:0 beim 1. FC Kleve stoppen konnte. Die gleich nachfolgende Misere toppte die der Hinrunde mit neun Partien ohne Sieg noch einmal. Doch mitten in den Abstiegskampf abgerutscht, schickten sich die Kicker von Stefan Janßen im Rückspiel gegen Frintrop am Sonntag an eine neue Serie zu starten – diesmal eine positive. Und wie wichtig der zweite Sieg in Folge war, zeigt nicht zuletzt der Blick auf die Tabelle.

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„Hätten wir das Spiel nicht gewonnen, wären wir schon wieder ein bisschen mehr mit dem Rücken zur Wand“, hatte Coach Stefan Janßen nach dem 1:0 im Sechs-Punkte-Spiel gegen die Adler gesagt. Genauer gesagt, hätte der VfB in diesem Fall gleich wieder auf dem ersten Abstiegsplatz gestanden. Trotz der sechs Zähler in den beiden letzten beiden Spielen steht der VfB als Tabellenzwölfter nur zwei Punkte über dem Strich, da die direkte Konkurrenz fast durchweg punktete. Büderich holte mit einem 3:3 dabei einen Punkt gegen Spitzenreiter Ratingen, der 1. FC Monheim gewann 1:0 beim ETB Schwarz-Weiß Essen und steht somit weiterhin einen Zähler über dem VfB – was dieser am kommenden Sonntag im nächsten direkten Duell ändern kann. Fakt ist, der Kampf um den Klassenerhalt ist und bleibt so hart wie selten zuvor – die gesamte untere Tabellenhälfte steckt mittendrin. Da sind Punkte kontinuierlich schon fast Pflicht. Und dafür ist Stefan Janßen auch solch ein knapper 1:0-Sieg wie gegen Frintrop durch einen Kopfball nach einer Ecke recht: „Standards sind ein probates Mittel, um Tore zu erzielen. Da musst du einiges im Portfolio haben. Das ist alles legitim, und alles, was über die Linie geht, ist mir gerade recht“, so der Coach. „Wir müssen jetzt auf alles setzen: auf Laufstärke, Zweikampfhärte, Einsatzbereitschaft, auf Glück, auf alles.“

Alles, was über die Linie geht, ist mir gerade recht.

Stefan Janßen, Trainer des VfB Homberg

Das Glück war bei einer kniffligen Elfmetersituation in der Schlussphase, die zugunsten der Homberger ausfiel sowie dem knapp am Tor vorbeistreichenden Fallrückzieher des Esseners Linus Wissing in der Nachspielzeit diesmal auch auf der Seite des VfB. Janßen war sich sicher, dass dies inmitten der vorangegangenen Misere noch anders gewesen wäre „und wir das Spiel 1:2 verloren hätten“. Mit dem Erfolg aus dem 3:0 bei der Holzheimer SG im Rücken aber durften sich der Coach, seine Kicker und die VfB-Fans so endlich wieder über einen Heimsieg freuen. Der letzte war den Gelb-Schwarzen im Hinspiel gegen Holzheim gelungen.

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Und verdient war der Sieg auch ohne das nötige Quäntchen Glück – zumal Leon Schütz mit einem Pfostenschuss und einer weiteren Chance aus kurzer Distanz auch auf 2:0 hätte erhöhen können. Bei der einzigen richtigen Chance der Essener war VfB-Keeper Leon Schübel im 1:1-Duell mit Yan Marcos Friessner Montas zur Stelle, ansonsten ließ die Abwehr des VfB kaum etwas zu. „Wir haben das auch wirklich mit Leidenschaft wegverteidigt. Wenn man mal das Körperliche sieht, hatte uns Frintrop im Sechszehner bestimmt sieben Meter voraus. Und trotzdem haben unsere Jungs sie mit allem, was sie haben, verteidigt – auch in der Luft“, schickte der Trainer dabei auch ein kleines Extra-Lob an Ariyoh Ayinla, der für Janßen „ein überragendes Spiel“ machte. Dabei fand sich der Rechtsverteidiger des Öfteren im recht ungleichen Duell mit 2,04-Stürmer Yannick Reiners wieder. „Du hättest noch einen Ari oben drauf stellen können, es hätte immer noch nicht gereicht“ lachte Janßen. Doch in den Zweikämpfen, die der Homberger oft für sich entschied, reichte auch ein „Ari“.

Dass sein Team die Tugenden des Abstiegskampf annahm und dabei zugleich sehr ruhig und geduldig spielte, ist für den Coach in der aktuellen Situation „das Wichtigste. Und es ist gar nicht so einfach, die Ruhe zu bewahren, da dir auf diesem Boden ja jeder zweite Ball gegens Knie springt“, schickte Janßen in diesem Zuge auch gleich noch „einen klaren Gruß an die Stadt. Der Platz ist eine Katastrophe. Wir sind der zweithöchste Fußball-Verein in ganz Duisburg, und es wird langsam mal Zeit, dass sie ihr Versprechen einhalten und wir hier einen vernünftigen Rasen hin bekommen.“

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