Sicher, der Versuch hätte erfolgreich sein können. Man darf es Stefan Janßen abnehmen, dass er nur Gutes für den von ihm insgesamt neun Jahre lang trainierten VfB Homberg im Sinn hatte, als er zwei Tage vor dem Spiel gegen den VfB Hilden seinen Rücktritt beim abstiegsbedrohten Fußball-Oberligisten verkündete. Genutzt hat es erst einmal nichts, statt einer Trotzreaktion sind die Schwarz-Gelben durch das 3:5 gegen den VfB Hilden wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Der erneute Absturz in die Landesliga nach 2015 rückt ein Stückchen näher.
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Während die Profis des MSV auf Zweitligakurs steuern, erleben die beiden Klubs, die in den letzten 40 Jahren mehr oder weniger dauerhaft Duisburgs Top-Vertreter im Amateurbereich waren, eine wahre Horrorsaison. Der VfB, zur Winterpause sogar noch ein bisschen in Richtung Spitze schauend, stürzte seitdem aus für Außenstehende eher unklaren Gründen in den Keller ab, Hamborn 07 befand sich eine Liga-Etage tiefer dort eigentlich schon seit Saisonbeginn und meldete nun an diesem Sonntag Vollzug, was den Abstieg aus der sechsthöchsten Klasse angeht. Mit einem Derby der beiden farblich übereinstimmenden, aber ansonsten doch sehr verschiedenen Rivalen wird es also nichts.
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In Homberg reißt der Janßen-Rücktritt den Klub aus einer Komfortzone. Kontinuität ist das Zauberwort am Rheindeich: Der Präsident heißt seit über 30 Jahren Thomas Bungart, auf der Trainerbank gab es nur alle paar Saisons mal eine Änderung. Wie auch immer die aktuelle Spielzeit endet, wird es keine Fingerübung, einen neuen Coach zu finden, der in dieser Hinsicht in das Schema des Vereins passt. In Duisburg und näherer Umgebung scheint niemand auf dem Markt zu sein, auf den das zutrifft. Einen Fehler können sich die Macher Wolfgang Graf und Frank Hildebrandt eigentlich nicht erlauben.
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Drüben auf der rechten Rheinseite im Hamborner Holtkamp sind die Probleme ganz anderer Natur. Die letzten Abstiege in die Bezirksliga, immerhin auch schon drei in den vergangenen 18 Jahren, wurden jeweils gut verkraftet, weil die Möglichkeiten, einen gleich wieder aufstiegstauglichen Kader zusammenzustellen, vorhanden waren. Das wird, da plaudert man kein Geheimnis aus, diesmal nicht so sein. Nahezu alle Akteure, die über halbwegs Erfahrung verfügen, haben schon ihren Abschied verkündet, ganz unabhängig davon, ob man überhaupt weiter mit ihnen hätte planen wollen. Die finanziellen Mittel sind eng begrenzt, in dieser Woche soll man nun mehr darüber erfahren, wie das Team ab dem Sommer so aussieht. Trainerin Soumiya Bouhadi wäre es zu gönnen, nicht das nächste Himmelfahrtskommando in Angriff nehmen zu müssen. Sie trägt am aktuellen Fiasko ähnlich wenig Schuld wie ihr Vorgänger Marcel Stenzel. Die Fehler wurden an ganz anderer Stelle gemacht.
Der Blick in die Bezirksliga lässt erst einmal an eine Wachablösung denken. Rheinland Hamborn steht kurz davor, erstmals in die Landesliga aufzusteigen. Bei aller Wertschätzung für die dort derzeit geleistete Arbeit wird sich aber zeigen müssen, wie nachhaltig sie ist. Der Verein, auf dessen Anlage die Marxloher aktuell kicken, ist dafür ein gutes Beispiel. Der FSV Duisburg schaffte es bis in die Oberliga, erlebte dann aber den freien Fall in die Kreisliga A.




