In den 55 Jahren seit 1971 nimmt der DSV 87 mit nur viereinhalb Saisons den kleinsten Teil der Duisburger Eishockey-Geschichte ein. Dennoch lieferte auch das Team in Schwarz-Rot-Gelb genügend Stoff für spannende Geschichten. Für die wohl erfolgreichste Saison des damaligen Duisburger Schlittschuh-Vereins zeichnet Ralph Krueger verantwortlich. An der Wedau begann er in der Spielzeit 1989/90 seine beachtliche Trainerlaufbahn – damals noch als Spielertrainer – die ihn schließlich bis in die beste Eishockey-Liga der Welt, die NHL, führen sollte. Nun hat der frühere Schweizer Nationaltrainer eine unschöne Nachricht verkündet. Der 66-Jährige ist unheilbar an Parkinson erkrankt.

Zum ersten Mal hatte ich keine Kontrolle mehr und dieser Tag hat vieles verändert.

Ralph Krueger, früherer Spielertrainer des Duisburger SV 87

„Ich habe im Herbst 2024 die Diagnose Parkinson bekommen. Die Krankheit ist unheilbar. Ich spreche bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal darüber. Es ist ein großer Schritt für mich“, sagte Krueger in einem Interview mit CH Media in der Schweiz. Immerhin: Die Lebenserwartung sinkt durch diese Erkrankung, die zumindest therapierbar ist, nicht notwendigerweise. Allerdings können die zahlreichen Symptome, deren bekanntestes das Zittern ist, den Alltag der Patienten stark einschränken. Wie Krueger, der immer mal wieder auch als deutscher Bundestrainer im Gespräch war und beim World Cup of Hockey 2016 eine europäische Auswahl mit sieben deutschen Nationalspielern auf Platz zwei führte, erklärte, ist es gerade der Sport, mit dem er nun den Auswirkungen der Krankheit entgegenwirken will. Etliche Stunden verbringt er inzwischen täglich im Training. Das Zittern sei von einem auf den anderen Tag aufgetreten. Die Diagnose habe ihn schließlich getroffen, wie er CH Media berichtete: „Zum ersten Mal hatte ich keine Kontrolle mehr und dieser Tag hat vieles verändert.“

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Ralph Krueger spielte zunächst in der Saison 1977/78 für den DSC, dann wieder von 1989 bis Ende 1990 für den DSV, als er gleichzeitig als Spielertrainer tätig war – offizieller „Lizenzgeber“ war Jiri Hanzl. Insgesamt absolvierte der gebürtige Kanadier 95 Partien für Duisburg, in denen er 82 Tore und 69 Vorlagen verbuchte. Während dieser Zeit begann sein Sohn Justin Krueger bei den DSV-Bambini mit dem Eishockey; er wurde später wie sein Vater deutscher Nationalspieler. Als Trainer legte Ralph Krueger eine außergewöhnliche Karriere hin. Nach seiner Zeit in Duisburg wechselte er zur VEU Feldkirch nach Österreich, gewann mit den Vorarlbergern nicht nur dreimal die Alpenliga, sondern 1998 auch noch sensationell die European Hockey League durch einen Finalsieg über Dynamo Moskau.

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Von 1998 bis 2010 prägte er als Nationaltrainer das schweizerische Eishockey, wechselte dann als Co-Trainer zu den Edmonton Oilers in die National Hockey League, die er 2012 als Cheftrainer übernahm. Von 2019 bis 2021 war er dann erneut NHL-Headcoach bei den Buffalo Sabres. Von 2014 bis 2019 ging Krueger „fremd“, als er als Vorstandsvorsitzender des englischen Fußball-Premier-League-Clubs FC Southampton tätig war. Mit Krueger als DSV-Spielertrainer der Saison 1989/90 dominierten die Duisburger gemeinsam mit dem damaligen ECD Sauerland die 2. Bundesliga Nord. Die Iserlohner wurde zwar Erster vor den Wedauern, doch drei der vier Saisonpartien gewann der DSV, darunter der spektakuläre 8:7-Heimsieg am 15. Oktober 1989, als die Duisburger nach 40 Minuten noch 3:4 zurückgelegen hatten, das Spiel dann aber im Schlussabschnitt drehten. Der DSV 87 erreichte daraufhin die Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga, verpasste den Sprung nach oben dann aber deutlich.