Knapp 14 Jahre ist das jetzt her. Am 9. Juli 2012 stattete Alexandra Popp der Anlage an der Mündelheimer Straße noch einmal einen finalen Besuch ab, um beim Trainingsauftakt ihrer ehemaligen Kolleginnen Abschied zu nehmen. Die damals 21-Jährige war in ihren vier Saisons beim FCR 2001 Duisburg zur Nationalspielerin gereift, speziell unter der Ägide der späteren Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Dann verließ sie das zu diesem Zeitpunkt schon im Sinken begriffene FCR-Schiff und wechselte zum VfL Wolfsburg, wo sie zur bundesweit bekannten Ikone des weiblichen Fußballs wurde. Duisburg, das liegt heute lange hinter ihr. Doch nun kommt es – wenn nicht irgendetwas passiert, das es verhindert – zu einem Wiedersehen, das sie sich vermutlich nicht gewünscht hat.

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Am Sonntag wurde das Realität, was sich die Verantwortlichen von Borussia Dortmund nicht hatten vorstellen können. Erstmals seit Gründung des Frauenfußball-Projekts in der Bierstadt stieg der BVB nicht auf. Viermal in Folge waren die schwarz-gelben Kickerinnen Meister ihrer jeweiligen Klasse geworden, in der Regionalliga hat das nun nicht geklappt. Der eigene finale 8:0-Erfolg über Vorwärts Spoho Köln war nicht ausreichend, weil Konkurrent 1. FC Köln II gleichzeitig mit einem 2:0 bei Borussia Mönchengladbach II seine Pflicht erfüllte und so den Sprung in die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga schaffte. Übrigens: Hier durfte damit eine Ex-FCR-Spielerin jubeln, denn die einstige Nationalspielerin Verena Hagedorn, die von 2005 bis 2007 das Duisburger Trikot trug, ist heute Trainerin der Kölner Zweitvertretung.

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Schadenfreude über den Dortmunder Ausrutscher auf dem Weg nach oben wird es beim MSV kaum geben, doch es liegt eben auch auf der Hand, dass ein Gastspiel des BVB mit der Ex-Duisburgerin Popp, deren Wechsel aus Wolfsburg schon seit längerer Zeit feststeht, gerade für die Zebras eine große Nummer und wirtschaftlich von enormer Bedeutung sein wird. Deshalb dürfte man auch sehr gespannt auf den Spielplan der neuen Saison warten, um zu sehen, zu welcher Jahreszeit der namhafteste Klub der Regionalliga in Hüttenheim vorbeischaut.

Wo es gerade schon um Ex-Zebras geht: Da gab es an diesem Sonntag in der Regionalliga noch einmal ganz andere Gefühlswelten. Der eine Saison lang komplett überforderte GSV Moers erlebte mit einem 0:16 gegen die SGS Essen II seine Abschiedsvorstellung. Ganze acht Spielerinnen, darunter die früher beim MSV aktiven Lea Bukvasevic und Elona Sadiku, konnte Coach Eckart Schuster noch aufbieten. Für ihn selber, der früher auch den MSV II betreute, gab es dann noch eine ganz persönliche böse Überraschung, weil der Verein während des Spiels per Instagram seinen Abschied bekanntgab, vom dem Schuster nichts wusste.

Walbeck hat viel Kampf und viel Aufwand investiert, musste dem aber in der zweiten Hälfte Tribut zollen und stand sehr tief. 

Tarek Ruhman, Trainer und Abteilungsleiter beim MSV Duisburg

Und der MSV selbst? Der hakte auf seiner Meistertournee in der Niederrheinliga die vorletzte Aufgabe ab. Dieser 22. Sieg im 23. Spiel war insofern ein hartes Stück Arbeit, da das 1:0 beim Abstiegskandidaten SV Walbeck erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Zara Rickes festgemacht wurde. Vom grundsätzlichen Verlauf dieses Sonntagmittags war Trainer Tarek Ruhman dann auch eher genervt: „Wir sind schwer in die Partie gekommen. Walbeck hat viel Kampf und viel Aufwand investiert, musste dem aber in der zweiten Hälfte Tribut zollen und stand sehr tief. So ein Fußball macht keinen Spaß, es wurde dann auch sehr viel provoziert und auf Zeit gespielt.“ Die Chance, früher den Dreier zu sichern, vergab Barakissa Coulibaly mit einem schwach geschossenen Elfmeter nach Foul an Julia Hülsken. In der Nachspielzeit wurde der Dauerdruck dann doch noch in ein Tor umgemünzt. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) heißt es nun gegen die SGS Essen III: Goodbye, Niederrheinliga!