Wien ist eine der schönsten Städte Europas. Dann noch mit Freunden im Spätfrühling im Prater zu sitzen, mindert diesen Eindruck nicht unbedingt. Daniel Thywissen kann davon berichten. Schließlich ist er mit seiner Ehefrau schon etwas früher als der große Tross von Rhein Fire in Österreichs Hauptstadt gereist. „In Wien gibt es einen gemeinsamen Fanclub für Rhein Fire und Vienna Vikings“, erklärt er. Mit diesen Football-Fans hat sich der Geschäftsführer des jeweils zweifachen NFLE- und ELF-Meisters getroffen. Es ist aber nicht nur ein Treffen unter Freunden, es ist am dritten Spielwochenende bereits das Topspiel der American Football League Europe, das am Samstag (16.45 Uhr, live bei Sport1) auf dem Plan steht.
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Während die Österreicher schon zwei Spiele absolviert und dabei sowohl Berlin Thunder daheim mit 49:7 als auch die ebenfalls stark eingeschätzten Wroclaw Panthers auswärts mit 42:23 besiegt haben, hat Rhein Fire erst ein Spiel bestritten: Vor Wochenfrist gewannen die Weinroten in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena sicher und ab dem dritten Viertel tiefenentspannt mit 43:6 gegen die London Warriors. Dass das Team aus der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs mit einer noch heißeren Nadel gestrickt worden ist als die AFLE selbst in Folge des ELF-Crashs, dürfte zu diesen klaren Leistungsunterschieden beigetragen haben. „Das Team konnte dann auch mal etwas ausprobieren. Egal wie gut die Vorbereitung war, erst ab dem ersten Snap weißt du, wie es wirklich läuft“, sagt Thywissen.
Die Fans standen einmal mehr zu 1000 Prozent hinter uns.
Daniel Thywissen, Geschäftsführer von Rhein Fire
Was sich auf den Rängen abspielte, sorgte beim Fire-Geschäftsführer derweil gleichermaßen für Begeisterung wie für einige Sorgenfalten. „Die Fans standen einmal mehr zu 1000 Prozent hinter uns. Die Stimmung war großartig. Und das macht es jedem Gegner schwer, gegen uns zu gewinnen“, sagt Thywissen. Er sagt aber auch klipp und klar, dass „wir eine größere Zuschauerzahl als in diesem Spiel brauchen, um alles in dem Rahmen anzubieten, wie es die Fans gewohnt sind.“ Das ist ein ehrliches Statement. Denn der Trubel um den Zusammenbruch der European League of Football und die Entstehung von zwei Ligen im Nachgang sowie ein Heimspiel gegen einen Gegner, vom dem man, wenn man ebenso ehrlich ist, lange nicht wusste, ob er rechtzeitig spielbereit sein würde, sorgten für nur knapp 5000 Zuschauer. Andernorts eine tolle Zahl, für Rhein Fire ein Minusrekord.
Alles zu Rhein Fire:
„Ich kann die Fans verstehen“, sagt Thywissen. „Gehören wir zur EFA oder zur AFLE? Können wir unseren Namen behalten? Dann ein Spielplan, der erst spät veröffentlicht wurde, sodass die Leute nicht früh planen konnten.“ All das sind Gründe, die die Zahl von 4886 Zuschauern erklären. „Wir müssen nun Vertrauen zurückgewinnen. Die Leute müssen durch Mundpropaganda wieder merken, dass das Spiel und das Event Spaß machen. Ich finde es auch großartig, dass die Fans mit Ideen auf uns zukommen, wie es wieder besser laufen könnte.“ Ein Sieg im Spitzenspiel bei den Vienna Vikings wäre zweifellos ein weiterer Anreiz, um am Samstag, 13. Juni, 18 Uhr wieder in größerer Zahl zum Spiel gegen die Paris Lights nach Duisburg zu kommen.



