Ein Wunsch ging in Erfüllung: Endlich stand die 6 vorn. 6055 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen am Samstag in die Schauinsland-Reisen-Arena, um sich das Topduell der American Football League Europe zwischen Rhein Fire und den Vienna Vikings anzuschauen. Wunsch zwei war aus Sicht der Gastgeber die Revanche für das eindeutige 10:24 im Hinspiel in Wien. Doch daraus wurde nichts. Die Weinroten kassierten mit dem 16:28 (0:0, 9:12, 0:10, 7:6) die erste Heimniederlage in der neu geschaffenen Liga und verpassten gegen die weiterhin ungeschlagenen Vikings einen großen Schritt in Richtung Play-offs.
Im ersten Viertel wurde das Duell der beiden AFLE-Topteams den hohen Erwartungen nur ansatzweise gerecht. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Fehler und keinen Ansatz zum erfolgreichen Abschluss eines Angriffszuges. So produzierte Rhein Fire in Person von Halfback Jonathan Scott einen Turnover, als er einen Pass von Quarterback Kenji Bahar einfach fallen ließ. Der Versuch der Gäste, daraus Kapital zu schlagen, endete mit einem völlig verunglückten Field-Goal-Versuch. Den gab es kurz darauf aber auch auf der Gegenseite, wo Sebastian van Santen zum dritten Mal in dieser Saison den Ball nicht zwischen den Torstangen unterbrachte.
Diego Paz verbucht den Touchdown
Das zweite Viertel begann dann aber gleich mit einem Paukenschlag, wobei aber auch ein Fehler eine wichtige Rolle spielte. Rhein Fires Defensive Liner Diego Paz stellte sich in einen Passversuch von Vikings-Quarterback Ben Holmes, fischte ihn herunter und sprintete, was nun bekanntlich nicht seine Hauptaufgabe ist, zum ersten Touchdown des Spiels, dem Sebastian van Santen den Zusatzpunkt zum 7:0 folgen ließ. Der Vorsprung schrumpfte aber gleich wieder zusammen, weil die Vikings durch einen Touchdown von Yannick Mayr auf 6:7 verkürzten. Dennis Tasic zielte beim Zusatzpunkt aber wieder daneben.
Nun hatte Wien das sprichwörtliche Momentum auf seiner Seite. Ben Holmes sorgte mit einem Pass auf Noah Touré bis unmittelbar an die Torlinie für die Gelegenheit zum Touchdown, den er selber mit einem kurzen Laufspiel vollendete. Die folgende Two-Point-Conversion führte aber auch wieder nicht zum Ziel. Beim Stand von 7:12 aus Fire-Sicht wäre folglich vor der Pause noch die erneute Wende möglich gewesen, was aber an einer Interception nach einem Pass von Kenji Bahar in die Endzone scheiterte. Kurios jedoch: Benjamin Straight, der den Ball abfing, lief mit ihm aus der Endzone heraus, aber sofort wieder hinein. Der daraus resultierende Safety brachte Rhein Fire immerhin noch zwei Punkte ein.
Nach der Pause gelang es den Hausherren nicht, ihre grundsätzlich vorhandene Offensivstärke auf dem Feld umzusetzen. Offensive Coordinator Rohat Dagdelen versuchte seine Schützlinge entsprechend einzustellen, doch wie schon im ersten Viertel gelang auch im dritten Spielabschnitt kein Punktgewinn. Das machten die Österreicher besser: Nach langem Pass von Ben Holmes verbuchte Bernhard Seikovits den Touchdown. Diesmal konnte Tasic zum 19:9 nachlegen. Auch der nächste Drive von Rhein Fire verpuffte punktlos; stattdessen stellte Tasic per Field Goal auf 22:9 zum Viertelende.
Fumble in der Endzone
War es das schon? Rhein Fire zeigte noch einmal Moral und kam endlich auch durch die eigene Offense zu Punkten. Kenji Bahar warf den Ball kurz vor der Endzone auf Harlan Kwofie, der den kurzen Schritt in die Endzone machte. Sebastian van Santens Zusatzpunkt brachte die Gastgeber wieder in Schlagdistanz. Mit einem weiteren Touchdown durch Karri Pajarinen zum 28:16 machten die Vikings aber praktisch alles klar. Rhein Fire versuchte am Ende alles, hatte aber Pech, dass nach einem erneuten Fumble in der Endzone der Ballbesitz wechselte und die Partie damit verloren war.
Für Rhein Fire geht es nun am kommenden Sonntag, 26. Juli, mit dem Auswärtsspiel in Florenz bei den Firenze Red Lions weiter. Gastgeber in der Arena sind sie wieder am 1. August, wenn die Alpine Rams aus der Schweiz anreisen.


