Die Saison 2011/12 hat Franz Fritzmeier noch in bester Erinnerung. „Wir wurden über das Jahr immer besser“, sagt der heutige Sportdirektor der Iserlohn Roosters, der vor 15 Jahren die Füchse Duisburg coachte – und ins Play-off-Finale der Eishockey-Oberliga führte. Damals musste er mit Förderlizenzspielern von allen vier großen NRW-Standorten, also Köln, Düsseldorf, Krefeld und Iserlohn, „jonglieren“. Darin hatte der heute 46-Jährige seinerzeit immens viel Zeit und Arbeit investiert. Mit Erfolg: Der EVD stand in der damaligen Oberliga West erst auf Rang vier, in der West-Endrunde auf Rang zwei, wurde Gruppensieger in der Oberliga-Finalrunde, warf Regensburg und Dortmund in den Play-offs aus dem Rennen, ehe erst die Tölzer Löwen in den Finalspielen, eines davon vor über 4000 Zuschauern an der Wedau, einen Tick zu stark waren.
In Iserlohn und Köln wollen wir die Spieler entwickeln und weiterbringen, weil der Sprung von der U20 in die DEL oder DEL2 sehr groß ist. Außerdem sollen die Füchse Duisburg aber auch erfolgreich sein.
Franz Fritzmeier, Iserlohns Sportdirektor und ehemalige Füchse-Trainer
Diese Erfahrung wollte er nun weitergeben – und vor allem alle an der Dreieckskooperation Iserlohn Roosters, Kölner Haie und Füchse Duisburg beteiligten Spieler und Trainer zusammenbringen. „Es macht einfach Sinn, dass Frank Petrozza und Fabian Schwarze als Duisburger Trainer die Jungs vor dem eigentlichen Start kennenlernen und nicht erst irgendwann zwischen Tür und Angel beim Training“, sagt der Iserlohner Sportchef. Die Idee hatte er bereits in der Vorsaison, damals war das allerdings zu kurzfristig. Nun aber haben sich die potenziellen Förderlizenzspieler aus Iserlohn und Köln, die in der bald beginnenden Oberliga-Saison für den EVD zum Einsatz kommen könnten, in der Zeit vom 30. Juli bis zum 1. August im Sauerland zu einem Trainingscamp zusammengefunden.

„Es war für Frankie und Fabian einfach gut, die Jungs kennenzulernen und zu sehen, was sie können“, sagt Tom Södler, Geschäftsführer der Füchse. „Dabei ging es nicht nur ums Training. Off-ice wurden außerdem viele Gespräche geführt.“ Auch die Deutsche Eishockey-Liga hat sich für dieses Camp interessiert. Tino Boos, bei der Profiliga für die Spielerentwicklung zuständig, war in Iserlohn zu Gast. Der Deutsche Eishockey-Bund war ebenfalls eingeladen. „Leider war niemand vom Verband vor Ort“, berichteten Fritzmeier und Södler auf Nachfrage.
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Alle Spieler, die vor Ort waren, gehören in Köln oder Iserlohn entweder zum DEL- oder zum U20-DNL-Kader. Lediglich zwei Spieler fehlten: Der schon aus der vergangenen Saison in Duisburg bekannte, aktuell leicht angeschlagene Tobin Brandt aus Köln sowie Iserlohns Top-Verteidigertalent Gordejs Radionovs, der mit der deutschen U20-Nationalmannschaft unterwegs war. Der 19-Jährige hat die Schule abgeschlossen und kann sich nun voll auf Eishockey konzentrieren. Bereits in der zurückliegenden Saison hat er 31 Spiele in der DEL für die Roosters absolviert. Auch die in Duisburg eingeplanten Kölner Goalies Nico Wiens und Aaron Kaiser waren dabei. „Das Ganze hat zwei Ziele“, sagt Fritzmeier. „In Iserlohn und Köln wollen wir die Spieler entwickeln und weiterbringen, weil der Sprung von der U20 in die DEL oder DEL2 sehr groß ist“, erklärt der Iserlohner Sportdirektor. „Außerdem sollen die Füchse Duisburg aber auch erfolgreich sein.“
Mit dem Camp wollten Fritzmeier, Haie-Sportchef Matthias Baldys und die Füchse „das Ganze nun forcieren“, wie es Fritzmeier ausdrückte. Dass die beiden DEL-Clubs für dieses Projekt in den Füchsen Duisburg den richtigen Partner ausmachen, spricht für die Arbeit an der Wedau. Auch EVD-Co-Trainer Fabian Schwarze war mit den drei Tagen in Iserlohn sehr zufrieden. „Unser Ziel ist es, dass wir alle an einem Strang ziehen. Das haben auch die Spieler gemacht, obwohl sie im Saisonverlauf durchaus Konkurrenten sein können. Das war sehr schön zu sehen.“ Von der Qualität ist Schwarze überzeugt: „All diese Spieler sind technisch hervorragend ausgebildet. Nun gilt es, den ‚Hockey Sense‘, also die Handlungsschnelligkeit auf dem Weg zu richtigen Entscheidungen zu fördern.“



