Eine Sache ist in den letzten Wochen vor dem Auftakt in die Play-offs immens wichtig: der Fokus. Es klingt wie eine Floskel und ist es wohl auch. Dennoch zeigt sich in jeder Sportart, die ihre Meisterentscheidung in diesem Format fällt, dass die Teams erfolgreich sind, die die Fokussierung auf den wichtigsten Zeitpunkt der Saison am besten verwirklichen. Daher müsste das Trainerteam von Rhein Fire an sich ein kleines Dankeschön in Richtung London schicken. Weil die Warriors am Wochenende in Berlin gewonnen haben, könnten die Briten den Duisburger Footballern, zumindest theoretisch, noch das Heimrecht in den Play-offs der American Football League Europe streitig machen.
Es macht natürlich Spaß zu sehen, dass die Jungs immer mehr ihren Rhythmus finden und immer mehr das Playbook verinnerlichen.
Rohat Dagdelen, Offensive Coordinator von Rhein Fire
„Stimmt“, sagt Fires Offensive Coordinator Rohat Dagdelen, „das hilft. Aber wir versuchen ohnehin von Spiel zu Spiel zu gehen und immer das nächste Spiel für uns zu entscheiden.“ Noch eine Floskel. Die aber ebenso entscheidend ist, wenn es um die großen Dinge der Saison geht. Rhein Fire hat alle Heimspiele absolviert und muss nun noch dreimal auswärts ran, ehe das Halbfinale ansteht. Das ist dank des klaren 59:6-Siegs über die Alpine Rams bereits gebucht. Nun sind derartige Kantersiege zwar kontraproduktiv in Sachen Spannung, „aber es macht natürlich Spaß zu sehen, dass die Jungs immer mehr ihren Rhythmus finden und immer mehr das Playbook verinnerlichen“. Das schlug gegen die Schweizer durch. In Zahlen, aber auch optisch auf dem Spielfeld.
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Den Auftakt der Dreier-Auswärtstour stellt am Sonntag (16.10 Uhr) die Partie bei Berlin Thunder dar. Der größte Kampf, den das Hauptstadtteam derzeit führt, ist allerdings nicht sportlicher Natur. Die Franchise befindet sich in einem Insolvenzverfahren, zudem wurde kürzlich die Masseunzulänglichkeit verkündet. Umso bemerkenswerter ist die sportliche Leistung, die die Berliner dennoch bieten. Die Bilanz von vier Siegen und fünf Niederlagen „halte ich dabei noch nicht einmal für die wirkliche Leistungsfähigkeit. Jakeb Sullivan ist einfach ein sehr erfahrener Quarterback und das gleiche gilt für das Trainerteam.“ Dagdelen hatte bereits vor dem Heimspiel davor gewarnt, die Berliner zu unterschätzen – und sollte damit recht behalten. Gerade offensiv hat Thunder einiges zu bieten. Und so musste sich Rhein Fire am 21. Juni mächtig strecken, um Berlin mit 45:36 niederzuringen.
Alles zu Rhein Fire:
Apropos Fokus: Nach der Berlin-Tour geht es für Fire noch nach Florenz (16. August) und nach Palma de Mallorca, wo am 22. August das nominelle Auswärtsspiel gegen die London Warriors stattfindet. Ist so ein „Showspiel“ mit viel Tamtam störend so kurz vor dem Halbfinale? „Nun, einerseits macht die Liga gerade viel, um das Spiel voranzubringen“, sagt Dagdelen. „Vielleicht ist das Mallorca-Spiel mit Blick auf die Play-offs auch ganz gut. Denn im Halbfinale und im Erfolgsfall im Finale wird es auch viel Tamtam rund um die Spiele geben. Da können die Jungs üben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, sieht der „OC“ von Rhein Fire in der Reise auf die Balearen auch viel Positives.
Derweil freut sich Dagdelen, der auch Sportlicher Leiter ist, über den Zugang von Clayton Isbell, der als Ersatz für den in die Canadian Football League gewechselten Defensivspieler Christian Matthew ins Team gekommen ist. „Er hat es zu Preseason-Einsätzen in der NFL gebracht. Physisch bringt Clay eine ganze Menge mit und auch charakterlich passt er super zu uns. Er hat inzwischen die ersten Einheiten mit uns absolviert“, so Dagdelen. Als Safety spielt er nicht exakt die gleiche Position wie Matthew, der als Cornerback zum Einsatz kam.



