Wenn Rondinella Marzocco in der Serie D, der vierten italienischen Fußball-Liga spielt, dürften einige der Plätze im Stadio Gino Bozzi belegt sein. Auch C.S. Porta Romana spielt in der schmucken 3800 Zuschauer fassenden Arena, die gegenüber der Haupttribüne von Wohnhäusern gesäumt wird. Dieser Achtligist könnte freilich Zuschauerzahlen haben, die sich mit denen der Firenze Red Lions, die in der American Football League an chronischer Überforderung leiden, decken könnten. Grob geschätzt dürfte die Zuschauerzahl beim Gastspiel von Rhein Fire dreistellig gewesen sein.
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Das verwundert kaum: Das Team aus Florenz hatte zuvor zehn von zehn Saisonspielen verloren. Selbst als sie nach eineinhalb Minuten per Touchdown und Extrakick mit 7:0 in Führung gingen, brach bei den Gästen keine Panik aus. Die Duisburger Footballer, die das Halbfinalticket samt Heimrecht, das am 30. August in Oberhausen wahrgenommen wird, bereits zuvor sicher hatten, gewannen ohne große Mühe mit 66:14 (21:7, 14:7, 10:0, 21:0). Zur Einordnung: das sind zehn Scores, neun Touchdowns samt Extrapunkt und ein Field Goal.
Eines machte das Trainerteam gleich klar: Es wird keine Auszeit für die Stammspieler geben. Sie kamen auch in der Toskana zum Einsatz, da sich die Weinroten für die Play-offs einspielen und ihren Rhythmus behalten wollen. Erst, wie bei fast allen Siegen in der AFLE, in der zweiten Halbzeit kam die Zweitbesetzung zum Einsatz, die nun über ein beachtliches Maß an Spielpraxis verfügt. Nicht im Aufgebot stand Linebacker Lino Schröter, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat und sich damit für den Rest der Saison und noch ein gutes Stück darüber hinaus nicht sportlich wird betätigen können.
Alles zu Rhein Fire:
Florenz wollte ohne jeden Druck schauen, was gegen den haushohen Favoriten so gehen kann. Nach der Führung versuchten die Italiener per Onside-Kick in Ballbesitz zu bleiben. Das misslang. Danach stellten die Duisburger klar, dass für die Red Lions aber mal so gar nichts gehen würde. Drei Touchdowns standen bereits nach dem ersten Viertel zu Buche. Vor allem das Laufspiel von Rhein Fire bekamen die Hausherren nicht in den Griff. Außerdem war die Fire-Defensive, zumindest meistens, wach. Nazir Streater gelang noch im ersten Quarter seine fünfte Interception in dieser Saison. Das Sehenswerteste an der zweiten Spielhälfte war der Touchdown von Leon Höltker, der einen Punt der Red Lions bis in die Endzone zurücktrug.
Zum Ende der regulären Saison spielt Rhein Fire am Samstag (20 Uhr, live bei Sport1) in Palma de Mallorca gegen die London Warriors.
Die Statistik:
Touchdowns: Sergej Kendus (2), Leander Wiegand, Jonathan Scott, Harlan Kwofie, Tim Sauerland, Giacomo De Pauli, Leon Höltker, T.J. Alexander; Field Goal: Sebastian van Santen; Extrapunkte: Sebastian van Santen (9).



