Die moralische Unterstützung half nur bedingt. „Jetzt gehen wir die Männer anfeuern“, sagte Tarek Ruhman, Trainer und Abteilungsleiter der Frauen des MSV Duisburg in der Fußball-Regionalliga West, nach der Rückkehr vom Derby bei der SGS Essen II. Die Vereinskollegen, auf denen in der Regel der größere Fokus liegt, konnten bekanntlich ihre 1:0-Führung gegen Viktoria Köln nicht ins Ziel bringen und mussten sich mit einem 1:1 begnügen. Da machten es die Kickerinnen in Zebrastreifen besser. Sie mussten zwar auch den zwischenzeitlichen Ausgleich kassieren, durften aber am Ende einen 2:1 (0:0)-Sieg feiern und kletterten damit erstmals in der neuen Umgebung auf den zweiten Tabellenplatz hinter dem enteilten Spitzenreiter Borussia Dortmund (47:0 Tore).

Mehr zum MSV Duisburg

Das Liga-Ranking täuscht da zumindest noch ein wenig, denn alle vier Teams auf den folgenden Rängen weisen jeweils ein absolviertes Spiel weniger auf und könnten jeweils mit einem Sieg am MSV vorbeiziehen. Das tut aber der guten Laune beim Aufsteiger keinen Abbruch. Die Ruhman-Truppe zeigt in der Drittklassigkeit ein Faible für Punktlandungen: Von insgesamt bislang sieben Siegen war der in Essen schon der vierte mit einem Tor Unterschied.

Zara Rickes bringt den MSV in Führung

Dass die Erfolge gern auch immer beruhigender ausfallen dürfen, muss der Coach nicht betonen. Für ihn stand gleichwohl außer Frage, dass der auf der Helmut-Rahn-Sportanlage beim vor gar nicht so langer Zeit noch erstklassig getroffenen Reviernachbarn völlig verdient war. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, die Mädels haben den Gegner nur hinterherlaufen lassen. Allerdings ist das folgerichtige 1:0 da noch nicht gefallen“, sagt Tarek Ruhman. Dieser Umstand schien die Schönebeckerinnen Morgenluft schnuppern zu lassen, denn im zweiten Durchgang agierten sie deutlich aktiver und frecher. Auch die Gästeführung durch einen sehr sehenswerten Treffer von Zara Rickes nach genau einer Stunde konnte Essen durch Leonie Kreuz noch egalisieren (73.).

Am Ende jedoch setzte sich die große Qualität im Team der Zebras durch. Angreiferin Charlize Carstensen ließ SGS-Torfrau Anna Schiffers nach 78 Minuten mit einem platzierten Dropkick keine Chance. „Danach haben wir nichts mehr anbrennen lassen“, so Tarek Ruhman. Weiter geht es am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Fortuna Köln.