Duisburgs ältester Nationalspieler wird 90

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FUSSBALL. Heute feiert Hans Biallas, der früher für den TuS Duisburg 48/99 spielte, sein großes Jubiläum im kleinen Kreis.

Die Trauer schwang immer noch in der Stimme mit. Gerade einmal zwei Monate ist es her, da starb Elli, die Ehefrau von Hans Biallas. "Sie ist 87 Jahre alt geworden", erzählt er. Deshalb soll es nur eine kleine Feier werden. "Meine Tochter, mein Schwiegersohn und mein Nachbar werden das sein", berichtet Biallas. Denn zu feiern gibt es doch einiges. Schließlich ist er zwar nicht Duisburgs erster, dafür aber älteste Nationalspieler. Heute wird Hans Biallas 90 Jahre alt.

Für den früheren Spieler des TuS Duisburg 48/99, der 1937 und 1942 Vizemeister der Gauliga Niederrhein - damals die höchste Spielklasse - wurde, bleiben die Erinnerungen. Und davon hat er eine ganze Menge. Wie einen kleinen Schatz bewahrt Biallas die wichtigsten Erinnerungsstücke auf. Unter anderem gibt es ein Foto mit Helmut Schön, der damals Nationalspieler war. Gespielt hat Biallas unter Sepp Herberger, der schon damals Reichstrainer war. Es wurden zwar nur drei Länderspiele in den Jahren 1938 und 1939 - dafür aber erzielte er beim 3:2 gegen Jugoslawien am 26. Februar 1939 in Berlin den Siegtreffer.

Was Herberger schon beim Sichtungslehrgang beeindruckte, war die Schnelligkeit von Hans Biallas. Kein Wunder. Zweimal wurde er als Leichtathlet Schulmeister. "Ich lief 11,7 Sekunden auf 100 Meter", berichtet Biallas stolz. Während des Lehrgangs vernatzte er einen riesigen Verteidiger, was auch den Reichstrainer beeindruckte. "Ich werde sie einladen", war die knappe Formulierung Herbergers.

Als er am 25. September 1938 in Bukarest sein erstes Länderspiel bestritt war der damals 19-jährige Duisburger nur einer von vier Deutschen. Der Rest waren Österreicher, die nach dem "Anschluss" zum DFB-Team kamen und - man höre und staune - die besseren Fußballer waren.

Beeindruckend war der Sieg gegen Jugoslawien vor 65 000 Zuschauern in Berlin. "Ich wurde überall mit Jubel empfangen." Der Krieg bereitete seiner Nationalmannschaftskarriere ein jähes Ende. Seine schönste Erinnerung, erzählte Biallas bei einem Besuch der NRZ vor zwei Jahren, führt ihn zum TuS 48/99 zurück. Denn dort hatte er seine Elli kennengelernt . . .

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