Im deutschen Wasserball hat sich Rainer Osselmann mit seinem Siegtreffer im Europameisterschaftsfinale 1989 in Bonn unsterblich gemacht. Doch das Herz des Ausnahmespielers hat nun aufgehört zu schlagen – viel zu früh. Im Alter von nur 62 Jahren ist der frühere Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer des ASC Duisburg nach langer, schwerer Krankheit am vergangenen Sonntag gestorben.

Rainer Osselmann hatte bereits vor einigen Jahren seinen neuen Lebensmittelpunkt im Allgäu gefunden. Der Duisburger Wasserball-Legende ging es schon länger nicht gut, alte Weggefährten litten aus der Distanz mit dem ASCD-Urgestein. „Es ist einfach nur furchtbar und traurig“, sagt Rainer Hoppe, der sich mit Osselmann bei Reisen der Nationalmannschaft früher das Zimmer teilte. Hoppe, einst unter anderem beim ASCD-Lokalrivalen DSV 98 aktiv, erlebte Rainer Osselmann als einen „konstruktiv kritischen Menschen“. Er sei „im Wasser ein streitbarer Spieler und an Land sehr ruhig“ gewesen.

Mit dem ASC Duisburg Pokalsieger

Nach seiner Bundesliga-Zeit beim ASCD, bei dem er stets die Kappennummer 8 trug, spielte Rainer Osselmann noch im Duisburger Masters-Team. Der Sohn von Friedel Osselmann, ebenfalls eine Legende beim Amateur, galt als ein Mann mit klarer Kante, der den unbequemen Weg – auch im Diskurs mit dem Verband – nicht scheute. 1984 gewann Rainer Osselmann mit der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Bronzemedaille. Auch bei den Spielen vier Jahren später in Seoul war der Duisburger wieder dabei.

Bei der Europameisterschaft 1989 feierte Osselmann, der mit dem ASCD nie Meister, dafür aber einmal Pokalsieger wurde, seinen großen Triumph. In der Verlängerung des Finales – es galt die „Golden-Goal-Regel“ – trafen die Jugoslawen die Latte, danach erzielte Osselmann den Siegtreffer und war fortan der „Held von Bonn“.

D. R.