Leichtathletik

Die 1000er-Marke wird erstmals in Haldern geknackt

Start zum Lauf über die 5000 Meter.

Start zum Lauf über die 5000 Meter.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Haldern.   Für den Volkslauf melden 1077 Teilnehmer. Bei sommerlichen Temperaturen macht die Veranstaltung als „Hölle von Haldern“ seinem Namen alle Ehre.

In diesem Jahr machte die „Hölle von Haldern“ ihrem Namen mal wieder alle Ehre. Bei Temperaturen von fast 30 Grad ging es am Sonntag rund ums Reeser Meer. Schon beim Start um 9.30 Uhr zum 12 km-Lauf war es hochsommerlich warm.

Am besten mit den schwierigen Bedingungen kam Matthias Welz zurecht, der nach 45:01 Minuten zurück im Lindenstadion war. „Die letzten zwei Kilometer waren hart“, musste aber auch der Sieger am Ende ordentlich kämpfen. Welz gewann gleich bei seiner Premiere in Haldern vor Heiner Wardemann (45:29 min.) und Jens van Bernum (45:52 min.). „Ich arbeite bei Real in Rees und die Lebenshilfe hatte mich schon des Öfteren gefragt, ob ich nicht mitlaufen möchte. Diesmal habe ich zugesagt“, erzählte der Ausdauersportler, der aus Bocholt kommt und für den niederländischen Verein Ava ‘70 aus Aalten startet.

Lebenshilfe-Team lief in pink

Welz hatte im Lindendorf wie fast ein Drittel aller Teilnehmer das pinkfarbene Trikot der Lebenshilfe Unterer Niederrhein übergezogen. Insgesamt hatten rund 380 Personen für die große Gemeinschaft gemeldet, die unter dem Motto „Inklusion? ... ist Teamsache“ unterwegs war.

Zur Freude der Veranstalter wurde erstmals beim Halderner Volkslauf eine vierstellige Zahl erreicht. 1077 Sportler hatten sich bei der 17. Auflage angemeldet. „Wir haben am Programm nichts geändert, die steigende Resonanz in den vergangenen Jahren spricht ja für sich“, freute sich Organisator Mike Hockert, dass 2019 tatsächlich die im Vorfeld angepeilte Schallmauer geknackt wurde. Johannes Grond war der 1000. Teilnehmer, der eingetragen wurde.

Zahlreiche Wasserstellen

Vier Wasserstellen und zwei Duschen sowie Rasensprenger von Anwohnern sorgten auf der Strecke für etwas Abkühlung, die auch Carina Fierek gut gebrauchen konnte. Die Weselerin war schon mit dem Fahrrad nach Haldern gefahren und für die zwölf Kilometer benötigte sie dann eine Zeit von 50:22 Minuten: „Ich hätte sicherlich noch zwei, drei Minuten schneller laufen können, bei dem Wetter ist es aber einfach sinnvoller etwas Tempo rauszunehmen“. Die Athletin des TuS Xanten gewann dennoch mit klarem Vorsprung vor Michaela Born (TSV Weeze), die in 54:51 Minuten zweitschnellste Frau insgesamt und die Gewinnerin in der Altersklasse W55 war.

Sieger kommen aus Bocholt

Über 5000 Meter kam der Sieger ebenfalls aus Bocholt und hieß Malte Stockhausen. Der 20-Jährige brauchte 16:55 Minuten für die Distanz. „Da kannst du noch so fit sein, irgendwann bist du bei solchen Temperaturen platt“, war das Rennen aber auch für Stockhausen alles andere als ein Spaziergang – zumal er zuletzt mit dem Training aussetzen musste. „Ich hatte eine Kapselreizung am Sprunggelenk, das hat mir leider auch die Teilnahme an der Deutschen U23-Meisterschaft gekostet“. Stockhausen wäre bei den nationalen Titelkämpfen über die 3000 Meter Hindernis an den Start gegangen. Sven Koster (RG Haldern 03, 17:52 min.) und Marcel Pelgrim, Schiedsrichterassistent in der Fußball-Bundesliga (17:54 min.), folgten auf den Plätzen.

Tolle Stimmung

„Das ist einfach eine tolle Stimmung hier und eine riesige Motivation“, stellte der 14-jährige Hendrik Middendorf fest, der nach 19:20 Minuten ins Ziel lief. Damit war er in der Altersklasse U16 32 Sekunden schneller als Leo Gissing. „Wir sind auf einem läuferischen Level und liefern uns daher immer einen Zweikampf“, so die Youngster, die beide auch beim SV Haldern Fußball spielen.

Schließlich waren zum Abschluss auch wieder die jüngsten Läufer an der Reihe. Bei den Schülern über 2,5 km gewann Till Kaste (VfL Merkur Kleve) in 9:26 Minuten, über 1000 Meter war Laurenz Becker (Team Holemans) der Schnellste in 3:44 Minuten. Und auch die Bambini durften wieder eine Stadionrunde über 400 Meter absolvieren.

Training auf Texel

Als Erster des Tages war aber Daniel Fratz im Ziel gewesen, der das Rollstuhlrennen über 1200 Meter gewann und dabei den Streckenrekord pulverisierte. In 6:11 Minuten verbesserte er die Bestzeit um eine halbe Minute. „Ich musste einige Zeit pausieren, bin dann aber im Urlaub die Dünen auf Texel rauf und runter gefahren“, erklärte Fratz.

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