Am Ende gewann bei der Deutschen Meisterschaft im Völkerball die Mannschaft, die sich auch über den größten Support in der Reeser Dreifachsporthalle am Westring freuen durfte. Angefeuert von zahlreichen Fans auf der Tribüne, die alle ein einheitliches schwarzes T-Shirt trugen, siegten die Frauen vom WT Loppersum in einem spannenden Finale gegen den AT Rodenkirchen mit 2:1-Sätzen.
WT Loppersum holt den Titel in Rees
Damit darf sich das Team aus Ostfriesland schon über den fünften nationalen Titel freuen. „Wir sind bei allen wichtigen Wettkämpfen mit einer großen Gruppe dabei, das ist immer ein sehr geselliges Wochenende und wir merken auch, dass unsere Unterstützung auf dem Feld ankommt“, erläuterte Thomas Schwalm, 2. Vorsitzender des Vereins aus dem 1400-Einwohner-Dorf.

Der TV Rees war in diesem Jahr der Gastgeber der Deutschen Meisterschaft und begrüßte elf weitere Frauen-Völkerball-Teams, die sich ebenfalls für das Turnier qualifiziert hatten. „Mit den Vorbereitungen haben wir bereits vor einem Jahr begonnen“, erklärte Organisatorin Heike Stader, die in den vergangenen Monaten unzählige Stunden investiert hatte, damit ein so großes Event in Rees über die Bühne gehen konnte. Auch beim Turnier selbst war sie quasi rund um die Uhr im Einsatz, beantwortete alle Fragen und packte überall auch mit an. Sei es beim Schleppen von Bänken oder sogar bei der Reinigung der sanitären Anlagen.

Zudem war die Völkerball-Abteilungsleiterin selbst aktiv und absolvierte als Spielerin und Trainerin alle Begegnungen mit dem TV Rees. Des Weiteren stand die 61-Jährige als Schiedsrichterin bei einigen Matches am Spielfeldrand. Auch ihr Mann Wolfgang als Hallensprecher und Sohn Andre, der sich vor allem um die Technik kümmerte, waren bei den Titelkämpfen eingespannt. Darüber hinaus engagierten sich viele weitere Vereinsmitglieder und Helfer:innen - unter anderem in der Cafeteria und Mensa. So musste für das Frühstück gesorgt werden, außerdem wurden etwa 900 Mahlzeiten von einem Event-Service in die Mensa gebracht.

Die Mannschaften übernachteten in Klassenräumen des benachbarten Gymnasiums. „Hier gilt unser großer Dank Bürgermeister Sebastian Hense und Schulleiter Klaus Hegel, die sich dafür eingesetzt haben, dass das möglich ist. Sonst hätten wir das Turnier nicht durchführen können“, so Heike Stader, die bei der Organisation insbesondere auch von Eva Joris unterstützt wurde.

Die Deutsche Meisterschaft startete mit einer stimmungsvollen Eröffnungszeremonie, bei der alle Teams vorgestellt wurden und zu der auch der Bürgermeister als Schirmherr der Veranstaltung sowie der Reeser Stadtsportverbandsvorsitzende Dieter Bauhaus gekommen waren. Anschließend begannen auf drei Feldern die Spiele und alle Teams versuchten, die Gegnerinnen abzuwerfen.
Kader und Ranking
Der Kader des TV Rees: Heike Stader, Eva Joris, Carina Joris, Nicole Schmidt, Nicole Steinkraus, Inga Dumke, Tanja Wilhelmi, Cora Gerards, Carla Termath, Denise Kurz, Felina Hess, Sophie Haiduk.
Der Kader des SV Spellen: Sarah Wolf, Ann-Kathrin Wolf, Raja Gawlik, Susanne Gawlik, Jona Langhoff, Nadja Magath-Siwy, Rita Elbers, Lea Handke, Theresa Kaluza, Britta Rittmann, Sofie Ann Simon, Lena Schulz.
Die Platzierungen: 1. WT Loppersum, 2. AT Rodenkirchen, 3. SV Esche, 4. TV Aschbach, 5. DJK Delbrück und TV Eppelborn, 7. SV Hage, 8. SV Spellen, 9. TV Rees, 10. TV Verl, 11. SG Bous/Orscholz, 12. SV Schöning.
Das gelang auch dem TV Rees in einigen Partien richtig gut. In ihrem letzten Turnierspiel trafen die Gastgeber auf den SV Spellen. Gegen den Lokalrivalen gewannen die Reeserinnen den ersten Satz mit 3:0, verloren aber den zweiten Durchgang mit 0:6 und damit auch das Match. Somit belegte der SV Spellen im Abschlussklassement den achten und der SV Rees den neunten Rang.

„Unser Ziel war ein einstelliger Platz, den haben wir erreicht. Da viele von uns weggezogen sind, können wir nur noch selten zusammen trainieren, raufen uns aber für solche Turniere immer wieder zusammen“, erklärte Sarah Wolf, Trainerin des SV Spellen.

Auch wenn die Reeserinnen das Spiel gegen Spellen zum Abschluss gerne erfolgreich bestritten hätten, waren sie insgesamt mit ihren Auftritten zufrieden. „Da ja die gesamte Mannschaft bei der Durchführung der Meisterschaften mithelfen musste, war es auch gar nicht so einfach, sich aufs Sportliche zu konzentrieren“, stellte Hans Günter Daniels, Ehrenvorsitzender des TV Rees, fest. „Die Deutsche Meisterschaft ist auf jeden Fall eine tolle Sache für den Verein und man hat gesehen, dass hier alle richtig viel Spaß hatten. Es gab viel positives Feedback.“
Die Deutsche Meisterschaft ist auf jeden Fall eine tolle Sache für den Verein und man hat gesehen, dass hier alle richtig viel Spaß hatten.
Hans Günter Daniels, Ehrenvorsitzender des TV Rees
Auch die beim Deutschen Turnerbund für Völkerball verantwortliche Annica Wollny-Diekmann lobte die Titelkämpfe in Rees: „Hier hat alles zu 100 Prozent gestimmt. Die Halle ist sehr gut für eine solche Veranstaltung geeignet, die Organisation war top, es hat keine schwereren Verletzungen gegeben und die Atmosphäre war einfach großartig.“



