Ein Jahr ist es nun her, dass sich Irini Ioannidou an die Öffentlichkeit wandte. Die gebürtige Essenerin und Ex-Bundesligafußballerin der SGS Essen ist an der schweren Nervenkrankheit ALS erkrankt.

Vor über zwei Jahren hat die heute 34-Jährige die Diagnose bekommen. ALS ist eine nicht heilbare Erkrankung des motorischen Nervensystems. Betroffene leiden unter zunehmender Muskelschwäche, was zu fortschreitenden Einschränkungen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Prominentester ALS-Fall war der weltberühmte Astrophysiker Stephen Hawking.

Irini Ioannidou rief über die Plattform Gofundme zu Spenden auf.90.000 Euro sollten für die ALS-Therapien gesammelt werden, da die bisherige Schulmedizin nur ein Medikament zum Verzögern des Voranschreitens der Krankheit verschreibt, keines zur Heilung. Sie schrieb: „Wer mich kennt, weiß, dass mich nichts so schnell aus der Bahn wirft, ich nicht leicht unterzukriegen bin, es mir jedoch schwer fällt darüber zu reden. Zudem habe ich immer lieber Anderen geholfen, als selbst um Hilfe zu bitten und auch anzunehmen. Jetzt bin ich allerdings an einem Punkt angelangt, wo ich auf Hilfe/Unterstützung anderer angewiesen bin.“

Irini Ioannidou: Der erste Spendenaufruf sorgte für viel Aufmerksamkeit

Ihr Spendenaufruf bekam enorme Aufmerksamkeit, wurde zahlreich geteilt. Auch die SGS Essen reagierte. Nun, ein Jahr später, meldet sich Ioannidou erneut.

Die ehemalige Fußballerin der SGS Essen Irini Ioannidou läuft über den Platz und führt den Ball am Fußball. Ihr Blick ist konzentriert geradeaus gerichtet.
Irini Ioannidou verbrachte viele Jahre ihrer Fußball-Karriere im Trikot der SGS Essen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

„Guten Tag meine Lieben, Ich melde mich nach langer Zeit wieder bei euch, um mich zum einen für eure letztjährige Unterstützung zu bedanken, zum anderen würde ich gerne erneut um eure Hilfe bitten. Das vergangene Jahr war nach dem 1. Spendenaufruf sehr wild, verrückt, mit Höhen und Tiefen. Allerdings konnte ich in diesem Jahr sehr viele Menschen kennenlernen, die mich auf ihre Art und Weise positiv beeinflussten und mir Möglichkeiten und Erfahrungen aufzeigten, die ich wohl sonst nicht gemacht hätte“, schreibt Ioannidou.

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Durch die bisherigen Spenden konnte die Essenerin verschiedene Therapiemaßnahmen ausprobieren und wisse nun, was für sie der richtige Weg und die richtigen Therapien seien, die sie nun langfristig durchführen möchte. „Das ist auch der Grund für den erneuten Aufruf, um die bereits positiven Effekte größer werden zu lassen, auch wenn sie gegebenenfalls noch so klein erscheinen mögen. Auf meinem Weg durfte ich neben Ärzten und Therapeuten auch sehr viele Menschen kennenlernen, die in einer ähnlichen Situation wie ich stecken, mit denen ich mich austausche und wir uns gegenseitig über neue Ideen und Möglichkeiten berichten. Es ist sehr bereichernd und ich möchte dies gerne weiter fortführen“, so Ioannidou.

Verschiedene ALS-Therapien möchte die Essenerin langfristig in ihren Alltag integrieren

Konkret haben sich für Ioannidou folgende Therapiemaßnahmen herauskristallisiert:

  • Neuromodulation mit TPS (Zypern, SOZO-Brain-Center und Gehirnstimulation zu Hause
  • Chiropraktiker, spezialisiert auf HWS (Ori-Gen, Texas)
  • Inuspheresen (Schweiz und Deutschland)
  • Infusionstherapie
  • Kernspinresonanz-Therapie (MBST)

Diese seien aber allesamt Selbstzahlerleistungen im hohen fünfstelligen Bereich und für sie finanziell nicht stemmbar. Daher der Spendenaufruf. Diesmal sollen es 99.999 Euro werden. Ioannidou: „All diese Therapien werde ich nun dauerhaft in meinem Alltag integrieren (müssen), damit die aktuellen kleinen positiven Effekte ggf. noch größer werden und sich mein Lebensalltag und somit auch Lebensqualität verbessert. Ich weiß eure Hilfe sehr zu schätzen und kann mich nicht oft genug dafür bedanken! Ich kann nicht in Worte fassen wie gesegnet ich bin solche Menschen, bekannt oder auch unbekannt, um mich zu haben.“

Irini Ioannidou wurde 1991 in Essen geboren, spielte als Juniorin zunächst bei der DJK Juspo Essen-West und wechselte dann zum FCR Duisburg, wo sie bei den Seniorinnen den Sprung in die 1. Bundesliga schaffte. Mit den Duisburgerinnen wurde die fünffache deutsche Jugendnationalspielerin zweimal DFB-Pokalsiegerin. Von 2010 bis 2021 lief die Mittelfeld- und Abwehrspielerin dann für die SGS Essen-Schönebeck auf. In über 150 Spielen erzielte sie 14 Treffer für Essen.