Die SGS Essen wartet auch nach dem dritten Spieltag auf den ersten Saisonsieg in der 1. Bundesliga. Bei Union Berlin unterlagen die lila-weißen mit 0:2 (0:2). Für Aufsteiger Union war es der erste Bundesligasieg der Vereinsgeschichte.
Vor 7184 Zuschauern in der Alten Försterei übernahmen die Gastgeberinnen von Beginn an die Kontrolle: Schon in der zweiten Minute lenkte Lena Ostermeier eine scharfe Hereingabe von Reissner unglücklich ins eigene Tor. Union setzte Essen mit konsequentem Pressing früh unter Druck und ließ den Gästen kaum Luft zum Spielaufbau. Campbell und Weidauer sorgten immer wieder für Gefahr vor dem Essener Tor, doch Torhüterin Kim Sindermann verhinderte zunächst Schlimmeres.
Verdiente Führung nach Union-Druckphase
In der Schlussphase der ersten Halbzeit spielte Union die eigene Überlegenheit kompromisslos aus: Nach aggressivem Pressing kam der Ball über Heiseler und Weiss wieder zu Weidauer, deren erster Versuch noch gehalten und der zweite auf der Linie geklärt wurde. Doch im dritten Anlauf überwand Weidauer die Essener Defensive zum 2:0. Kurz vor der Halbzeit hätte Union sogar erhöhen können, verpasste aber eine der zahlreichen Gelegenheiten. Die SGS Essen kam nur selten zum Zug und wurde im Passspiel von Union fast komplett neutralisiert.

Nach der Pause machten beide Teams zunächst ohne Wechsel weiter. Berlin blieb zwar weiter gefährlich, vergab jedoch die große Chance auf das 3:0 durch Campbell nach einem Fehler von SGS-Torfrau Sindermann. Mit zunehmender Spielzeit wechselte Essen offensiv und brachte unter anderem Köpp und Potsi, die für mehr Schwung sorgten. Allerdings fehlte es den Gästen im letzten Drittel weiterhin an Präzision, und auch Union kam trotz Chancen nicht mehr zum Abschluss.
Essen bleibt über die gesamte Spielzeit ohne echte Torchance
In der Schlussphase überließ Union Berlin den Gästen mehr den Ball, wirkte nach dem intensiven Pressing der ersten Halbzeit etwas müde. Essen näherte sich zwar mehrfach dem Berliner Strafraum, blieb aber über die gesamte Partie hinweg ohne zwingende Torchance.
„Wenn wir es in der ersten Halbzeit so gemacht hätten wie in der zweiten, hätten wir vielleicht was mitgenommen. Aber bis dahin war es echt schlecht, was die Zweikampfführung angeht. Wir haben gefühlt jeden Zweikampf verloren. Union war bissig und hat es gut gemacht. Unsere Abschlüsse hatten nicht die Qualität, um ein Tor zu erzielen. Wir haben im Moment nicht die nötige Power im Abschluss oder treffen die falschen Entscheidungen“, sagt der Sportliche Leiter der Essener, Thomas Gerstner. Auch Jacqueline Meißner stellte fest: „Wir sind gar nicht ins Spiel gekommen und wurden von Union überrumpelt. Wir kommen aus dem Ruhrgebiet. Wir sind Malocher. Aber das haben wir heute vermissen lassen.“
Letztlich reichten Union die frühe Führung und die überlegene erste Hälfte, um drei Punkte einzufahren und sich vorerst ins Tabellenmittelfeld zu schieben.
Union Berlin gegen SGS Essen: der Live-Ticker zum Nachlesen
Die Ausgangslage vor dem Spiel
Es wird laut. Richtig laut. Im zweite Spiel in Folge stehen die Fußballfrauen der SGS Essen in der 1. Bundesliga einem Aufsteiger gegenüber. Zuletzt gab es gegen den Hamburger SV ein 0:0, nun geht es an diesem Samstag zu Union Berlin an die Alte Försterei (12 Uhr). Wieder ein großer Name, erneut ein Liganeuling, der alles andere als ein normaler Aufsteiger ist.
Denn die Kulisse in der Hauptstadt wird aller Voraussicht nach außergewöhnlich. Eine Zuschauerzahl von 10.000 oder mehr wäre keine Überraschung, denn die Berlinerinnen freuten sich bereits in der vergangenen Saison in der zweiten Liga über einen der höchsten Zuschauerschnitte in ganz Europa.

Union Berlin empfängt SGS Essen: Noch fehlt das erste Tor
Und sportlich? Die Köpenickerinnen haben aus ihren ersten zwei Begegnungen in Deutschlands höchster Spielklasse – ebenso wie die SGS – einen Punkt geholt. Zum Auftakt am ersten Spieltag gab es ein 1:1 gegen den Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg, vergangene Woche unterlagen die Berlinerinnen mit 2:3 bei Bayer Leverkusen.
„Union ist ein sehr guter Aufsteiger“, findet auch Essens Torhüterin Kim Sindermann. „Sie versuchen, zielstrebig Fußball zu spielen und lassen den Ball in vielen Aktionen auch gut laufen. Gegen den Ball agieren sie sehr diszipliniert. Vor allem auch nach Ballverlusten schaffen sie es sehr schnell wieder in die Ordnung zu kommen. Sie spielen nicht so, als wären sie noch neu in der Liga.“
- Mehr Zuschauer als FC Barcelona: Union Berlin empfängt SGS Essen
- SGS Essen gegen Hamburger SV: Ernüchterung und viele Verletzungspausen
- „Setze mich nicht freiwillig auf Bank“ - neue SGS-Torfrau hat auch Torriecher
Die Essenerinnen sind nach dem deutlichen 0:5 zum Auftakt in Frankfurt in der vergangenen Woche gegen den HSV zum ersten Punktgewinn gekommen. Dennoch: Das erste Tor muss in dieser Spielzeit noch geschossen werden. „Wir müssen konsequenter spielen“, meint Sindermann. „In Ansätzen sieht man immer mal wieder, wie uns was wir spielen wollen, aber wir müssen es auch schaffen das ganze bis zum Tor durchzuspielen. Dann werden wir auch wieder Treffer erzielen und Siege einfahren.“


