Kein Sieg zum Einstand von Heleen Jaques an der Seitenlinie: Beim ersten Testspiel in der Vorbereitung auf die Restrunde in der Frauenfußball-Bundesliga kam die SGS Essen mit seiner neuen Trainerin nicht über ein 1:1 (1:1) gegen das klassentiefere Borussia Mönchengladbach hinaus.

Dabei wäre ein Sieg durchaus möglich gewesen. Schließlich waren die Essenerinnen gerade im zweiten Durchgang die spielbestimmende Mannschaft, nutzten aber ihre Chance nicht. So war es fast bezeichnend, dass der Treffer zum Ausgleich vor der Pause ein Eigentor der Borussia war.

Mönchengladbach geht in der Anfangsphase in Führung

„Mit dem Ergebnis können wir heute nicht zufrieden sein“, merkte denn auch die belgische Trainerin an, befand aber auch: „Es hat Spaß gemacht, wieder zu spielen. Und auch das ist wichtig für die Mannschaft.“ Gerade zu Beginn lief aber aus Essener Sicht noch längst nicht alles rund: Nach 20 Minuten bewahrte Torfrau Luisa Palmen, die gegen ihre alten Kolleginnen durchspielen durfte, die SGS vor dem Rückstand, indem sie einen Schlenzer noch über Latte lenkte. Nach einer halben Stunde war sie aber geschlagen, als Gladbach nach einer Ecke durch Klensmann das 1:0 markierte.

Heleen Jacques, neue Trainerin der SGS Essen
Heleen Jacques, neue Trainerin der SGS Essen, feierte gegen Borussia Mönchengladbach ihr Debüt an der Seitenlinie.© FUNKE Foto Services | SGS Essen/Markus Lucassen

Die Essenerinnen strahlten bis dahin wenig Torgefahr aus, kamen aber dennoch zum schmeichelhaften wie kuriosen Ausgleich: Eine Flanke von Jacqueline Meißner nahm eine ungewöhnliche Flugbahn und klatschte vor den Pfosten der Borussia. Den Abpraller bekam Celissen unglücklich ans Bein, von wo aus er ins Tor der Gastgeberinnen trudelte (40.). „Wir mussten uns erst ein bisschen finden“, bemerkte Jaques. „Aber am Ende war es ein Schritt auf dem Weg, den wir jetzt gehen wollen.“ Zuversichtlich stimmte sie vor allem der zweite Spielabschnitt.

SGS Essen zeigt eine deutliche Steigerung nach der Pause

Denn dort steigerte sich die SGS. Kurz nach Wiederanpfiff eroberte Leonie Köpp den Ball im gegnerischen Strafraum und legte quer auf Paulina Platner, deren Abschluss aber noch geblockt wurde. Laureta Elmazi und Maike Berentzen prüften die Gladbacher Torfrau Frehse, ohne dabei aber für die ganz große Gefahr zu sorgen. Nach gut einer Stunde sah es anders aus, als Essens Shari van Belle nach einem Steckpass schon durch war, aber im letzten Moment noch entscheidend beim Abschluss gestört wurde. Die Führung der Gäste wäre mittlerweile verdient gewesen.

„Die zweite Halbzeit war schon deutlich besser“, fasste Jaques zusammen. „Da hatten wir eine bessere Organisation und hätte uns mit einem Tor belohnen müssen.“ Aber auch kurz vor dem Abpfiff wollte das nicht gelingen: Van Belle kam im Gladbacher Strafraum an den Ball, wurde jedoch abgeblockt. Allerdings landete die Kugel bei Teamkollegin Berentzen, die aber den Siegtreffer um Haaresbreite verpasste. „Wir müssen noch ein paar Dinge verbessern, müssen dabei aber auch die Ruhe bewahren“, erklärte Jaques abschließend. Da passt es ganz gut, dass der nächste Test an diesem Sonntag gegen Eintracht Frankfurt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wird.