Der aktuelle Torjäger auf der Helmut-Rahn-Sportanlage hat eine ganz andere Figur, als der Namensgeber sie früher hatte. Während „Boss“ Rahn, der Endspieltorschütze bei der Weltmeisterschaft von 1954, der hier lange gelebt hat, ein bulliger Reißer war, ist Mohamed Said schlank, 1,91 Meter groß, muskulös, 84 Kilogramm schwer und vielleicht ähnlich torgefährlich wie einst das großer Essener Idol.
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Mit dem 18. Saisontreffer von Said holt der VfB Frohnhausen zum Rückrundenauftakt in der Bezirksliga Gruppe 6 gegen Dostlukspor Bottrop ein 1:1. Said, der Neffe von Trainer Chadim Said, ist an fast jeder gefährlichen Szene des Tabellenvierten beteiligt und als in der Schlussphase der VfB noch zwei Riesenmöglichkeiten ohne ihn hat, scheitert Muhammed Filizay an einer Glanztat des Bottroper Torwarts Fabian Fricke und Samir Laskowski schießt am leeren Tor vorbei.

VfB Frohnhausen – Dostlukspor Bottrop: Klarere Torchancen
„Wir waren in der zweiten Halbzeit über weite Strecken überlegen, allerdings hatten die Frohnhausener die klareren Torchancen,“ analysiert Dostlukspors Trainer Can Uzar völlig zutreffend nach einem intensiven, emotionalen und unterhaltsamen Spiel. Lange dominieren die Deckungsreihen, bei schwindenden Kräften am Ende gibt es noch einige Torgelegenheiten. Uzar weiter: „Ich glaube, dass beide Parteien mit dem Unentschieden zufrieden sein können“
Der Aufsteiger aus Bottrop zeigt lange eine disziplinierte Abwehrleistung, lässt nur wenige Chancen des Favoriten zu. In der 19. Minute allerdings ist die Defensive ausgespielt, als Frohnhausen mit einem geradezu genialen, von Direktspiel geprägten Angriff seinen Goalgetter freispielt. Kapitän Issa Issa gelingt ein Traumpass in die Schnittstelle, den Mohamed Said fast unbedrängt ganz ruhig mit einem Flachschuss mit dem Innenrist vollendet.
VfB Frohnhausen – Dostlukspor Bottrop: Riesenchancen liegengelassen
Das ist die einzige Phase von VfB-Überlegenheit, Dostlukspors Teamkapitän Nassim Akhim brüllt einmal: „Was ist los mit euch?“ Und schon ist die Ordnung wieder hergestellt. Den Essener Schlussmann Marko Razic prüft in der ersten Hälfte allein Arda Olgur. Akhim müht sich sehr um den Aufbau und die Motivation. „Mehr, mehr“, feuert er immer wieder die Kollegen an und beruhigt sie, wenn sie mal wieder den schwachen Schiedsrichter anmeckern.
In der 63. Minute erzielt der Gast, der Ligaelfte, durch einen großartigen Weitschuss von Abbas Jaffar den Ausgleich. Fast wäre den Bottropern sogar ein Sieg gelungen, doch Leandro Saievas prächtigen Schuss (86.) pariert Razic noch besser.
Und dann lässt Frohnhausen noch die beiden Riesenchancen liegen. Der VfB, vor dem Spiel mit 66 Toren der stärkste Angriff der Bezirksliga, trauert diesen Möglichkeiten nach. Torschütze Said, 25-jähriger Arbeiter bei der Stadt Essen, findet: „Es war auf jeden Fall viel mehr drin, aber am Ende des Tages müssen wir zufrieden sein mit dem einen Punkt.“


