Die Handball-Bundesliga feiert ihre 60. Spielzeit und blickt dabei auch zurück. In der Videoreihe „Meisterlich“ werden Klubs honoriert, die die deutsche Eliteliga über viele Jahre prägten. In Folge 10 geht es nun um den dreimaligen Meister, dreimaligen Pokal- und dreimaligen Europapokalsieger: Tusem Essen.
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In dem zehnminütigen Video geht der Blick zunächst zurück. Es gibt Bilder vom prallgefüllten Marktplatz der Margarethenhöhe nach den nationalen Titelsiegen 1986, 1987 und 1989. Es gibt Erinnerungen an den großen Macher Klaus Schorn und die großen Namen, die die großen Jahre des Tusem prägten: „Der beste Trainer, den ich je hatte“, schwärmt da beispielsweise der einstige Rückraumspieler Alfred Gislason von Trainer Petre Ivanescu. Auch Linksaußen Thomas Happe blickt lächelnd auf Zeiten, in denen „der Tusem im Angriff überragend war“. In denen „Piet“ Krebs sich durch die Gegner-Reihen tankte und Jochen Fraatz den „Dreher“ bis zum Titelgewinn 1986 perfektionierte.
Tusem Essen: Konzentration auf die Gegenwart
Auch 1987 „war früh klar, dass wir Meister werden, das war eine richtig dominante Saison des Tusem“, sagt Gislason, seit vielen Jahren deutscher Bundestrainer. Und als beim Titelgewinn 1989 Martin Schwalb und Erik Rasmussen das gegnerische Tornetz löchrig warfen, spielte die etwas schwächere Deckung im Vergleich zu den Vorjahren keine große Rolle mehr.

Und was fehlt? Der Europapokalsieg 2005 natürlich, der letzte Riesen-Erfolg der Essener. „Ein Moment, an den sich jeder gerne zurückerinnert“, sagt auch Viktor Szilagyi, heute Manager des THW Kiel. Jonathan Abbenhaus, aktuell Manager des Tusem, blickt ebenfalls gerne zurück, konzentrierte sich aber dann doch lieber auf die Gegenwart. Und die heißt: Abstiegskampf in der 2. Liga. Mit einem jungen Team und vielen Talenten. Einige nutzten den Tusem auch in den jüngsten Jahrzehnten als Sprungbrett: Patrick Wiencek, Julius Kühn, Luca Witzke sind nur einige der illustren Namen, die später für die Nationalmannschaft aufliefen. „Man muss nur aufpassen, dass keine Bürde daraus wird, wenn die heutige Mannschaft immer wieder mit den erfolgreichen Vorgängern verglichen wird“, sagt Abbenhaus. Deshalb appelliert Kenji Hövels, derzeit Trainer des Tusem, auch an die Fans: „Meisterschaften sind derzeit noch weit weg, da muss man ehrlich sein. Jetzt gilt es, die jungen Spieler zu entwickeln und Ruhe reinzubringen.“ Damit der Tusem auch noch ein Begriff ist, wenn das nächste Bundesliga-Jubiläum ansteht.


