Aufstiegskämpfe sind häufig brisant. Doch das große Saisonfinale in der Essener Kreisliga A wurde am Sonntag schmutzig. Bei der Partie zwischen dem SC Türkiyemspor Essen und den Sportfreunde Altenessen 18 kam es zu einer schweren Verletzung, Spielabbruch und Polizei-Großeinsatz. Verursacht wohl durch einen Anhänger des Vereins Al-Arz Libanon, der mit Türkiyemspor um den Aufstieg streitet. Diese Redaktion sprach bereits mit den Trainern der beteiligten Klubs, nun haben sich auch Vereine noch einmal zu dem Vorfall geäußert.
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Während des Spiels waren zahlreiche Anhänger des Türkiyemspor-Verfolgers Al-Arz Libanon auf die Platzanlage an der Kuhlhofstraße gekommen. Es gab es Drohungen und Beleidigungen von den Zuschauerrängen Richtung Türkiyemspor-Spielern, und als die Partie fast beendet war, Türkiyemspor mit 3:2 führte, wurde Türkiyemspor-Trainer Hasan Fidan bei einem Schlichtungsversuch aus kürzester Distanz eine Glasflasche von einem Zuschauer mitten ins Gesicht geworfen.
„Es handelt sich bei dem Tatverdächtigen um einen Spieler des Vereins Al-Arz“, schrieb der SC Türkiyemspor ohne Beschönigung in einem Statement in den Sozialen Medien. „Gegen diese Person wurde umgehend Strafanzeige erstattet. Die genauen Umstände und Hintergründe werden nun von den zuständigen Ermittlungsbehörden sowie den zuständigen Verbandsorganen lückenlos aufgearbeitet.“

Kreisliga-Skandalspiel: Mehr Ordner eingesetzt als vorgeschrieben
Zuvor hatte sich Al-Arz Libanon, durch den Abbruch des Konkurrenten derzeit neuer Tabellenführer, zu dem Vorfall geäußert. „Als Verein tragen wir Verantwortung für das Geschehen auf unserer Heimanlage und bei unseren offiziellen Veranstaltungen. Wir können jedoch nicht kontrollieren, welche Personen privat andere Spiele besuchen oder wie sie sich außerhalb des Vereinsbetriebs verhalten. Sollte sich herausstellen, dass ein Spieler unseres Vereins an diesem Vorfall beteiligt war, werden wir selbstverständlich entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ein solches Verhalten ist rufschädigend für unseren Verein und wird Konsequenzen für die betreffende Person nach sich ziehen.“
Und die Sportfreunde Altenessen? Die mussten als Hausherren für die Sicherheit auf der Platzanlage sorgen. Das sei auch geschehen, ließ der Vorstand wissen: „Als Gastgeberverein haben wir bereits im Vorfeld mit einer erhöhten Zuschauerzahl gerechnet und entsprechende Maßnahmen getroffen. So haben wir mehr Ordner eingesetzt als vorgeschrieben oder im regulären Spielbetrieb üblich. Als sich die Situation zuspitzte, haben wir schon schon vor dem Flaschenwurf die Polizei verständigt. Nach der Eskalation wurde die Zahl der eingesetzten Ordner umgehend erhöht. Nach unserer Überzeugung haben wir damit alles in unserer Macht stehende getan, um die Sicherheit auf der Anlage zu gewährleisten. Mehr ist für einen ehrenamtlich geführten Amateurverein organisatorisch und finanziell nicht leistbar.“
Die Aussagen sind durchaus relevant für die Spielwertung - wenn etwa die Sportfreunde zu wenig Ordnungspersonal auf dem Platz gehabt hätten, könnte ihnen das vom Sportgericht zur Last gelegt werden. Auch Al-Arz möchte nicht die Verantwortung für die Ereignisse tragen. Wenn keine der beteiligten Mannschaften für den Abbruch verantwortlich gemacht werden kann, ist auch ein Wiederholungsspiel möglich. Viele Fragen sind offen, das Gericht muss entscheiden - dass es Antworten noch vor dem letzten Spieltag am Sonntag gibt, ist aber sehr unwahrscheinlich.


