Für die Bezirksliga-Frauen der SpVg Schonnebeck war nach dem 1:3 im Hinspiel gegen den FC Union Wetten im Rückspiel noch einmal alles möglich. Nach dem 2:2 in Kevelaer stand jedoch fest: Der Traum von der Landesliga ist geplatzt.
„Unterm Strich hat uns in den entscheidenden Momenten ein Stück Abgeklärtheit gefehlt“, sagte Trainerin Jessica Ewers im Rückblick auf die beiden Partien. Gerade im Vergleich zu Wetten, das bereits im Vorjahr in der Relegation gestanden hatte, sei dieser Unterschied spürbar gewesen.
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Sportlich sah sie ihre Elf weiterhin auf Augenhöhe: „Spätestens ab der zweiten Halbzeit im Hinspiel und auch im Rückspiel waren wir mindestens ebenbürtig, teilweise sogar mit Chancenplus“, sagte Ewers. Auch die personelle Situation habe das Ergebnis beeinflusst: „Wir konnten nicht mit voller Besetzung antreten und mussten mehrere Schlüsselspielerinnen ersetzen – das macht gegen einen solchen Gegner einen großen Unterschied.“
Zweites Frauenteam in Essen-Schonnebeck im Aufbau
Trotz der verpassten Chance überwog bei der Trainerin der positive Blick auf die Entwicklung des noch jungen Teams. Vom ursprünglichen Ziel „Platz fünf“ habe sich das Team bis in die Relegation zur Landesliga gesteigert.

Auch strukturell richtet Schonnebeck den Blick nach vorn. Der Kader soll weitgehend zusammenbleiben und punktuell verstärkt werden. Zudem ist ein erweitertes Trainingskonzept mit drei Einheiten pro Woche sowie zusätzlicher Athletikarbeit geplant. Parallel treibt der Verein den Aufbau eines zweiten Teams voran, um Spielerinnen aus der SG Schonnebeck/Stoppenberg sowie Rückkehrerinnen eine sportliche Perspektive zu bieten.
Parallel dazu gibt es personelle Veränderungen im Trainerteam. Mit Frank „Coco“ Hoffmann verlässt ein wichtiger Baustein den Verein und kehrt zum SV Leithe zurück. „Sportlich wie menschlich war die Zusammenarbeit ein voller Erfolg“, sagte Trainerin Jessica Ewers.
Trainerwechsel und neue Struktur bei der SpVg Schonnebeck
Die Nachfolge ist bereits geregelt: Markus Matysek (TuS Essen-West 81) verstärkt künftig das Trainerteam. Zusätzlich kommt mit Manfred Gallwitz ein Athletik-Coach, der zuletzt bei Rhenania Bottrop tätig war. Ziel ist es, die körperlichen Voraussetzungen weiter zu verbessern und insbesondere in den Bereichen Belastbarkeit und Verletzungsprävention professioneller zu arbeiten.
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Für den FC Kray verlief die Relegation deutlich schwieriger. Die Frauen trafen auf ein ambitioniertes Projekt von Fortuna Düsseldorf, das nun den dritten Aufstieg im dritten Jahr geschafft hat und über deutlich größere infrastrukturelle Möglichkeiten verfügt.
Das Ergebnis fiel entsprechend deutlich aus: Mit 0:6 im Hinspiel und 0:8 im Rückspiel stand am Ende eine klare Gesamtbilanz. Groß hadern wollte Krays Trainer Marcus Siepmann jedoch nicht: „Ich kann nur Respekt dafür zollen, dass alle Spielerinnen das Rückspiel nach dem enttäuschenden Hinspielergebnis sportlich ordentlich zu Ende gebracht haben.“
Großer Abstand zu professionell aufgestellten Teams wie Fortuna Düsseldorf
Für Kray bleibt vor allem die Erkenntnis, dass der Abstand zu professioneller aufgestellten Teams derzeit nur schwer zu überbrücken ist. Siepmann ordnet auch die strukturellen Veränderungen im Frauenfußball ein: Einerseits bringe die wachsende Präsenz großer Vereine wie Schalke 04, Borussia Dortmund oder Fortuna Düsseldorf mehr Aufmerksamkeit für den Sport, andererseits werde der Wettbewerb um Spielerinnen deutlich härter. „Für kleine Stadtteilvereine wird es immer schwieriger, mitzuhalten“, so der Trainer.

Trotz der deutlichen Ergebnisse betont er die positive Gesamtentwicklung: „Die Saison ist sehr positiv. Wir spielen seit drei Jahren in der Landesliga und waren immer unter den Top Vier – dieses Jahr sogar mit der besten Platzierung bisher.“ Kray sei zudem weiterhin das einzige Landesligateam im Essener Frauenfußball neben der SGS Essen.
Für beide Essener Teams bleibt damit vor allem die Erfahrung einer Relegation auf hohem Niveau – und die Erkenntnis, dass der nächste Schritt im Frauenfußball zwar möglich, aber angesichts starker Konkurrenz kein Selbstläufer ist.



