Der ovale Ball fliegt durch die Nachmittagssonne, Hände greifen zu, Schuhe stapfen über den Rasen der Bezirkssportanlage. Auf dem Rugbyfeld in Essen-Überruhr passiert am Sonntag etwas, das es hier so noch nie gab: Frauen und Mädchen tackeln, passen und laufen sich die Puste aus dem Leib – bei ihrem ersten eigenen Aktionstag.

Der Rugby Club Essen hat zum „Open Day – Women‘s Rugby“ geladen. Neulinge üben mit erfahrenen Spielerinnen die Grundlagen, lernen das Regelwerk und wagen erste Spielzüge. Rugby, auf den Britischen Inseln, in Frankreich und im pazifischen Raum Volkssport, führt in Deutschland ein Nischendasein. Genau das will der Club ändern.

Hinter dem Aktionstag steht ein klares Ziel: Der Verein will noch im Herbst ein eigenes Frauenteam für das Siebener-Rugby aufstellen. „Unser Ziel ist es, zunächst ein Siebener-Team zu gründen“, sagt Melanie Wenzel vom Rugby Club Essen. „Es gibt weitere Frauenteams in Bochum, Dortmund, Düsseldorf und Köln. Spiele zu organisieren, wäre also problemlos machbar.“

Vom Basketball zum Rugby: Melanie Wenzel findet neue Leidenschaft

Sie selbst ist eigentlich Basketballerin, nun aber will sie Rugby pushen. Irgendwann sagte ihr jemand aus ihrem Freundeskreis, dass „Rugby viel cooler wäre“, so Wenzel lachend. „Erst fand ich das natürlich ein bisschen komisch, aber dann habe ich mir überlegt, dass ich mir das mal anschauen muss. Basketball zu spielen, da hatte ich immer ein bisschen Hemmungen, weil ich vielleicht zu klein sein könnte.“

Rubgy in Essen
Der Rugbyclub Essen möchte noch im Herbst mit einem Frauen-Team an den Start gehen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Im vergangenen Herbst schaute sie die Autumn Nations Series – und war überzeugt. „Als ich das gesehen habe, war für mich klar: Das ist mein Ding, da sehe ich mich selbst. Und dann habe ich mitbekommen, dass der Club hier gerne eine Frauenmannschaft gründen möchte, und habe mich direkt gemeldet“, erinnert sich Melanie Wenzel.

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Seit dem vergangenen Jahr ist sie mit Feuereifer dabei. Das aktuelle Ziel ist, ein Frauenteam für das Siebener-Rugby zu gründen. Deshalb fand auch das offene Training statt – um weitere Mädchen und Frauen für den Sport zu begeistern.

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Hattingerin begeistert vom Rugby in Essen: „Es ist nicht so ein Einzelkämpfer-Ding“

Zu den Neuen an diesem Sonntag gehört Jessica. Sie stand zum ersten Mal auf einem Rugbyfeld – und will wiederkommen. „Ich bin total positiv überrascht. Der Sport ist sehr abwechslungsreich, aber auch ganz schön anstrengend.“ Ihr Interesse für Rugby reicht länger zurück. „Geweckt wurde meine Aufmerksamkeit tatsächlich durch Instagram, wo mir immer wieder Rugby in die Timeline gespült wurde. Dann habe ich geschaut, ob es in der Nähe Vereine gibt, die Rugby für Frauen anbieten, aber da war lange nichts – bis heute.“

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Jessica kommt zwar aus Hattingen, würde die Anreise für regelmäßiges Training aber gerne auf sich nehmen. „Ich arbeite in Essen, gar nicht weit weg von hier. Ich habe auf jeden Fall Lust darauf, hier mitzumachen“, sagt sie. Besonders gut gefällt ihr am Rugby, dass es eine so interaktive Sportart ist. „Es ist ein Teamsport, man muss alles zusammen machen. Nicht so ein Einzelkämpfer-Ding. Das finde ich super.“

Physiotherapeutin greift nun selbst zum Rugby-Ball

Schon ganz lange ist dagegen Sabine Fox beim Rugby dabei. Vor 13 Jahren zog sie mit Mann und Sohn aus England nach Essen. Seither ist die Familie eng mit dem Rugby Club verbunden: Ehemann und Sohn spielen leidenschaftlich, sie selbst betreut die Mannschaft als Physiotherapeutin am Spielfeldrand. Auf dem Rasen stand sie bislang aber kaum. „So richtig gespielt habe ich noch nie, das war heute eine Premiere. Aber ich habe früher zwei Jahre bei den Herren mit trainiert, als unser Sohn noch sehr klein war und es noch kein Kinderteam gab“, blickt Fox auf ihre Anfänge in Essen zurück.

Rubgy in Essen
Es wird gepasst und getackelt: Der Rugbyclub Essen lud zum offenen Training in Überruhr ein.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Besonders faszinierend am Rugby ist für sie der Zusammenhalt im Team. „Es ist ein zweikampfbetonter, harter Sport“, erklärt sie, betont aber ebenso, dass Rugby sehr fair und sicher sei. „Was ich besonders schön finde, ist, dass wirklich jede und jeder in einem Team seinen Platz finden kann. Alter, Körpergröße, Gewicht oder ob man schnell oder langsam ist – das ist gar nicht so wichtig. Es gibt für jede und jeden eine Rolle.“ Besonders wichtig ist Sabine Fox außerdem der Umgang auf dem Feld und mit den Unparteiischen. „Fairness wird im Rugby großgeschrieben. Das finde ich wirklich wichtig.“

Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Rubgy in Essen
Hier kann es auch mal hart zur Sache gehen: Der Rugbyclub Essen will ein neues Frauenteam gründen.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl