Die Kollegen drehen längst auf der Scherpenberger Asche an diesem Abend ihre Trainingsrunden, da sitzt Bora Karadag immer noch im Klubhaus. Der 29-jährige neue Kapitän des Fußball-Landesliga-Dritten hat Zeit. Kleiner Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel, Ausfall im Spitzenspiel am Sonntag (15 Uhr) beim Tabellenführer Sterkrade-Nord. Doch Karadag ist alles andere als traurig. Der einstige U18-Kaderspieler von Bundestrainer Heiko Herrlich hat Frieden mit der Vergangenheit gemacht, als die mögliche Profikarriere missglückte. „Ich bin mit dem Leben, mit meinem Beruf in der Schicht-Produktion bei ThyssenKrupp, mit Fußball in Scherpenberg zufrieden“, betont Karadag im Interview mit dieser Zeitung.

Herr Karadag, hätten Sie es für möglich gehalten, dass Scherpenberg mit einer komplett neuen Mannschaft sofort oben mitspielt?