Leichtathletik / U20-DM

Franziska Schuster vom TuS Xanten ist Deutsche U20-Meisterin

Franziska Schuster (links), vom TuS Xanten nach dem Gewinn der 60 Meter Hürden bei der Deutschen U20-Meisterschaft. Die Zweitplatzierte Johanna Paul (TuS Wunstorf) gratulierte als Erste.

Franziska Schuster (links), vom TuS Xanten nach dem Gewinn der 60 Meter Hürden bei der Deutschen U20-Meisterschaft. Die Zweitplatzierte Johanna Paul (TuS Wunstorf) gratulierte als Erste.

Foto: Wolfgang Birkenstock

Xanten.  Bei den Deutschen U20-Meisterschaften in Neubrandenburg siegt Franziska Schuster vom TuS Xanten über die 60 Meter Hürden klar in 8,50 Sekunden.

Franziska Schuster verschießt ihr Pulver nicht unnötig. Bei den Deutschen U20-Meisterschaften in Neubrandenburg steigerte sie sich peu à peu über die 60 Meter Hürden – nach 8,62 Sekunden hatte sie den Vorlauf gewonnen, nach 8,57 Sekunden den Zwischenlauf und im Finale haute sie mit 8,50 Sekunden einen raus, knackte ihre bisherige Bestmarke und holte sich den Titel der Deutschen Meisterin.

Dabei hat sie TuS-Trainer Werner Speckert gar nicht einmal speziell auf die Hallenwettkämpfe vorbereitet: „Ich lasse meinen Athleten die freie Wahl, ob sie dort starten möchten, kann aber nicht deshalb den ganzen Trainingsplan umschmeißen.“ Die Hauptsaison der Leichtathleten ist an der frischen Luft. Der Aspekt rückte aber in Neubrandenburg in den Hintergrund.

„In einem Tunnel“

„Franziska war völlig konsequent, mit Gier und absolut in einem Tunnel“, freute sich Speckert über die „beeindruckende Weiterentwicklung“ seines Schützlings. „Ich habe ihr vor dem Finale gesagt: ,Das holst Du dir jetzt auch, das ist Dein Ding’, und ihr ganz tief in die Augen geschaut.“ Da wollte die 17-jährige Athletin, die am Karnevalssamstag ihre Volljährigkeit feiern kann, selbstverständlich nicht widersprechen. Am Ende wurde es auch „optisch eine klare Geschichte“, beschreibt Werner Speckert den Vorsprung von mehr als einer Zehntelsekunde auf der Kurzdistanz.

Franziska Schuster sei mit einem hohen Risiko angelaufen, „sie hatte bereits an der ersten Hürde eine extrem hohe Geschwindigkeit“, so der Trainer. Dabei läuft die Xantenerin erst in ihrem ersten Jahr über die knapp 84 Zentimeter hohen Hürden – eine Umstellung von der etwa 76 Zentimeter hohen U18-Hürde.

Erst Ende Dezember, Anfang August ging es im Training über die neue Höhe. Zwischendurch gab es eine Pause nach dem Olympischen Jugendfestival in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, wo die Xantenerin Silber über die 100 Meter Hürden geholt hatte. Draußen.

Nach dem Jubel in Neubrandenburg blicken Werner Speckert und Franziska Schuster allerdings schon wieder nach vorne. Richtung Afrika. Denn vom 7. bis 12. Juli stehen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi die U20-Weltmeisterschaften auf dem Programm. Und da wird die Xantenerin auf jeden Fall dabeisein.

Zuvor weilt sie allerdings noch auf Teneriffa. Aber nicht zum Sonnenbaden. Auf der kanarischen Insel ist in den Osterferien hartes Training mit Bundestrainer Björn Sterzel aus Hannover angesagt. „Ein klasse Mann, mit dem Franziska sehr gerne zusammenarbeitet“, lobt Werner Speckert. Er selbst bereitet sich und die Leichtathleten vom TuS Xanten nun auf das Wintertraining vor. Denn auch in der Freiluft-Saison ist von Franziska Schuster einiges zu erwarten.

>>>DER WELTREKORD

Den gültigen U20-Weltrekord über 60 Meter Hürden hält derzeit die Polin Klaudia Siciarz mit 8,00 Sekunden vom Februar 2018 im polnischen Toruń.

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