Leichtathletik / Mehrkampf-DM

Quintett mischt bei der Deutschen Meisterschaft in Wesel mit

Ihr Trainer Werner Riedel sagt, sie sei ein „Kampftier“. Wie es aussieht, stimmt das. Ob Lea Halmans (SV Sonsbeck) bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Wesel etwas holen kann, ist aber ungewiss.

Ihr Trainer Werner Riedel sagt, sie sei ein „Kampftier“. Wie es aussieht, stimmt das. Ob Lea Halmans (SV Sonsbeck) bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Wesel etwas holen kann, ist aber ungewiss.

Foto: Wolfgang Birkenstock

Am Niederrhein.  Die deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Wesel mit Dennis Hannig, Julian Kambartel, Lea Halmans, Franziska Schuster und Anna-Lena Berninger.

Die Leichtathletik-Europameisterschaften sind in der Bundeshauptstadt Berlin gerade mit Pauken und Trompeten zu Ende gegangen. Die Para-Leichtathletik-Europameisterschaften wurden mittlerweile an gleicher Stelle gestartet. Und sie dauern bis Sonntag, 26. August. Kurzum: Leichtathletik pur gibt es momentan. Denn auch auf nationaler Ebene geht es gewaltig rund. Sogar am Niederrhein. Bereits ab Freitag, 24. August, stehen im Weseler Auestadion die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften auf dem Programm. Auch die werden erst am Sonntag, 26. August abgeschlossen sein. Eventuell sogar mit Medaillen oder eben persönlichen Bestleistungen hiesiger Sportlerinnen und Sportler.

So hat sich der Moerser U20-Zehnkämpfer Dennis Hannig vom VfL Repelen für den nationalen Titelkampf qualifiziert. Der 18-Jährige bringt in die Kreisstadt als Saisonbestleistung 6659 Punkte mit und würde gerne im Konzert der Großen mitmischen. Dass er das auch kann, hat Hannig bereits in der Vergangenheit gezeigt. Häufig überzeugte der Mehrkämpfer zuletzt bei den Wettkämpfen sogar in den verschiedenen Einzeldisziplinen.

Ob es am Ende bei ihm für eine Medaille reichen wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Die Konkurrenz bilden die besten U20-Zehnkämpfer Deutschlands – zu denen allerdings Dennis Hannig ebenfalls gehört. Sicher ist, dass der Moerser zwei Sahnetage benötigt – allein um seine Bestmarke zu knacken. Im Zehnkampf stehen am ersten Tag der 100-Meter-Lauf, der Weitsprung, das Kugelstoßen, der Hochsprung und der 400-Meter-Lauf auf dem Programm. Der zweite Tag startet mit dem 110-Meter-Hürdensprint, geht weiter mit dem Diskuswurf, dem Stabhochsprung, Speerwurf und dem abschießenden Lauf über die 1500 Meter.

Immer für eine Überraschung gut

Vom Moerser TV steigt außerdem noch Julian Kambartel bei den M14-Jungs in den Neunkampf ein. 4483 Punkte sind seine Saisonbestleistung. Und genau wie Dennis Hannig ist der 14-Jährige bei der einen oder anderen Einzeldisziplin immer für eine Überraschung gut. Wobei die Top-Leute insgesamt mit etwa 4900 Punkten schon eine gewisse Distanz haben. Julian Kambartel hat aber auch eine Disziplin weniger zur Verfügung, um Punkte aufholen zu können.

Beim Neunkampf wird auf die Stadionrunde über 400 Meter verzichtet, der 1500-Meter-Lauf ist „nur“ einen Kilometer und der 110-Meter-Hürdenlauf nur 80 Meter lang. Ansonsten sind es die gleichen, technisch anspruchsvollen Disziplinen. Auch wenn Diskus, Kugel oder Speer etwas leichter und die Leistungsvorgaben nicht genau so hoch sind. So sind die Chancen auf einen vorderen Platz kaum vorhanden, zumal in diesem Jahr 27 Teilnehmer gemeldet haben. Lediglich 15 waren es 2017. „Es wurde in diesem Jahr aus irgendwelchen Gründen auf die deutschen Blockwettkämpfe verzichtet“, weiß Sabine Kambartel, Julians Mutter, Trainerin beim Moerser TV und beim Verein in der Leichtathletik-Abteilung aktiv. So hat sich die Teilnehmerzahl allein in der M14-Altersklasse beinahe verdoppelt.

Bei der weiblichen Jugend schickt der SV Sonsbeck Lea Halmans in der Altersklasse U20 in den Wettkampf. Sie geht mit einer Saisonbestleistung von 5017 Punkten in den Siebenkampf und hat nach der Papierform alle Chancen auf eine Medaille. Doch da ist Werner Riedel, ihr Trainer und der Leichtathletik-Abteilungsleiter beim SV Sonsbeck skeptisch. „Lea ist momentan nicht so gut drauf“, sagt er, und weiß auch warum. So musste die 19-Jährige für ihr Medizinstudium ein Praktikum absolvieren, konnte in der Zeit nicht so trainieren, wie sie es sonst vor einer deutschen Meisterschaft gemacht hätte. „Uns fehlen einige Trainingseinheiten“, und Lea Halmans möglicherweise deshalb auch einige Körner, die in einem Siebenkampf unbedingt benötigt werden. „Wir werden aber auf jeden Fall unser Bestes geben“, bleibt der Trainer dennoch völlig zuversichtlich, dass sein Schützling sich voll reinhängen und trotz aller widriger Umstände einen prima Wettkampf abliefern wird.

In der gleichen Altersklasse wird Lea Halmans auch auf eine ehemalige Vereinskollegin stoßen. Sonja Martens geht mit 4832 Punkten nun für die Kölner Sporthochschule an den Start.

Gleich ein Duo vom TuS Xanten

Gleich zwei Mehrkämpferinnen kann dagegen der TuS Xanten in Wesel an den Start schicken. In der U18-Altersklasse stellt sich Franziska Schuster mit einer Vorgabe von 4653 Punkten der Herausforderung beim Siebenkampf – genau wie 51 andere Mehrkämpferinnen aus ganz Deutschland. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass die Leichtathletin am Ende auf dem Podest stehen wird. Aber sie unterstrich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften vor vier Wochen in Rostock zuletzt, dass sie durchaus in Form ist. Mit 13,93 Sekunden über 100 Meter Hürden stellte sie dort beispielsweise eine neue persönliche Bestleistung auf. So könnte ihre Saisonbestleistung durchaus „in Gefahr“ sein, wenn sie in Wesel gut durch die Disziplinen kommt.

Ähnlich verhält es sich schließlich für die W14-Siebenkämpferin Anna-Lena Berninger, die ebenfalls für den TuS Xanten bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Weseler Auestadion an den Start gehen wird. Mit gemeldeten 3475 Punkte als Saisonbestleistung wird sie dort antreten, hat aber zuletzt in Lage 3483 Punkte eingesammelt, stellte dabei mit 8,73 Metern im Kugelstoßen und 2:36,84 Minuten über die doppelte Stadionrunde beim 800-Meter-Lauf jeweils neue persönliche Bestleistungen auf, blieb in einigen anderen Disziplinen allerdings unter ihren Möglichkeiten. Kurzum: Vielleicht kann sie „vor der Haustüre“ das Optimum abrufen, ihre Bestleistung knacken.

„Zwei Teilnehmer bei einer deutschen Meisterschaft aus unserem kleinen Verein, dass ist doch schon unglaublich toll“, freut sich dann auch Martina Speckert, selbst Leichtathletin, früher die Sportabzeichenbeauftragte beim TuS Xanten, Leichtathletik-Mama und -Frau von TuS-Trainer Werner Speckert sowie beim Leichtathletik-Verband Nordrhein im Jugendausschuss beschäftigt. Kurzum, Martina Speckert muss es wissen.

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