Leichtathletik

Xantens Hürdensprinterin Franziska Schuster bejubelt Silber

Jubelte in Schwarz, Rot und Gold: Franziska Schuster.

Jubelte in Schwarz, Rot und Gold: Franziska Schuster.

Foto: Wolfgang Birkenstock

Xanten/Baku.  Beim Olympischen Jugendfestival in Baku hat sich die Xantener Hürdensprinterin Franziska Schuster die Silbermedaille über 100 Meter gesichert.

13,53 Sekunden. Diese Zielzeit nach dem Sprint über die 100 Meter Hürden bescherte Franziska Schuster das ersehnte Edelmetall beim Europäischen Olympischen Jugendfestival in Baku. Die Mehrkämpferin des TuS Xanten wird heute am späten Mittag die Silbermedaille im Gepäck haben, wenn das Flugzeug in Düsseldorf landet. Die 17-Jährige verpasste nur um eine Hundertstel Gold.

„Das ist weniger als ein Wimpernschlag“, sagte Schusters Heimtrainer Werner Speckert. Der Ärger, nur ganz knapp geschlagen worden zu sein, hielt sich in Grenzen. Schließlich ging die Xantenerin im Finale wie schon im Vorlauf mit einer Erkältung an den Start. „Das ist der absolute Wahnsinn“, resümierte Speckert direkt nach dem Rennen.

Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Seine „Franzi“ hätte beinahe gar nicht die erste Hürde erreicht. „Ich bin beim Start fast gestolpert und hingefallen. Ich habe mir dann einfach gedacht: Egal, lauf, lauf, lauf! Konzentriere dich nur auf dich!“, meinte sie kurz nach dem Finale. Ihrem Coach war der Fast-Sturz nicht aufgefallen. Für ihn „war der Druck auf die erste Hürde da“. Es folgte ein guter Mittelteil.

„Vor der drittletzten Hürde schaltete die Französin dann auf den Kampfmodus um. Franzi hätte da vielleicht mehr Risiko gehen können“, sagte Speckert. Der Coach fügte noch an: „Das ist aber jetzt völlig egal. Sie hat eine Medaille gewonnen – und das ist fantastisch. Sie hatte die richtige Entscheidung getroffen, nicht über 200 Meter anzutreten, sondern im Hürdensprint zu starten. Franzi war richtig abgezockt.“

Geduld bei der Siegerehrung

Trainer Speckert ist überzeugt, dass eine gesunde Franziska Schuster „unter 13,50 Sekunden“ geblieben wäre. So siegte die Französin Lea Vendome (13,52), Bronze ging an die Schweizerin Ditaj Kambundji (13,63).

Während der Siegerehrung musste Werner Speckert dann schmunzeln. Die Blondine sprang zu früh aufs Siegertreppchen und wurde von einem der Offiziellen drauf hingewiesen, dass sie sich doch bitte noch etwas gedulden möge. „Ganz nach dem Motto: Den zweiten Platz habe ich, den nimmt mir keiner mehr weg“, so Speckert.

Der ganze Verein ist stolz auf „Franzi“. Mit zwei Kleinbussen geht’s heute nach Düsseldorf, um die Silbermedaillen-Gewinnerin zu empfangen. Neben dem Ehepaar Speckert fahren unter anderem auch Athleten aus der Trainingsgruppe und Abteilungsspitze mit zum Flughafen.

Und in der zweiten August-Woche hat Franziska Speckert einen Termin im Xantener Rathaus. Bürgermeister Thomas Görtz sprach schon vor dem Finale die Einladung aus, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.

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