Der TuS Lintfort kennt derzeit in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga nur eine Richtung: Es geht auf direktem Weg zu den Abstiegsplätzen. Den Handballerinnen fehlt es bekanntlich schon seit längerem an nötiger Konstanz. Der Hauptgrund der seit vier sieglosen Spielen andauernden Misere sind die vielen vermeidbaren, zum Teil richtig schlimmen persönlichen Patzer. Immerhin gibt es kurz vor der Weihnachtspause die Gelegenheit, noch eine Trendwende einzuläuten. Das Team um Trainerin Bettina Grenz-Klein tritt am Samstag um 19.30 Uhr beim 1. FSV Mainz 05 an.
Der TuS Lintfort wartet bereits seit vier Spieltagen auf ein Erfolgserlebnis
Die Mängelliste ist momentan ziemlich lang. Ärgerlich sind aber insbesondere die krassen Aussetzer in der Offensive, weil das Können hierbei nicht an erster Stelle steht. Es bedarf hier unbedingt einer verbesserten Grundeinstellung. Das TuS-Spiel wird sicherlich nie fehlerfrei sein, aber eine Zweitligaspielerin darf Bälle nicht einfach so „wegschmeißen“.
Nur kurze Pause
Der TuS Lintfort setzt am Samstag einen Bus nach Mainz ein. Die Abfahrt erfolgt um 13.45 Uhr vom Parkplatz an der Eyller Sporthalle. Die Weihnachtspause ist allerdings sehr kurz. Das Team muss bereits am Sonntag, 5. Januar, um 16 Uhr wieder ran. Es geht dann zum HC Leipzig. Die Vorbereitung auf dieses schwere Auswärtsspiel beginnt schon am 29. Dezember – dann erwartet Bettina Grenz-Klein ihre Schützlinge wieder zum Training.
Und deshalb fordert die TuS-Trainerin zum wiederholtem Mal, Maß zu halten. „Wir müssen insgesamt ruhiger und besonnener agieren, dürfen dabei aber das Tempo nicht verlieren“, sagt Bettina Grenz-Klein. „Das Hauptaugenmerk wird diesmal auf der Offensive liegen. Der Ball muss auch weiterhin laufen, um Torgefahr zu entwickeln. Nur: Meine Spielerinnen dürfen sich halt nicht zu oft kopflos in Eins-gegen-Eins-Situationen verstricken, die Ballverluste nach sich ziehen.“

Aber für den TuS Lintfort hängen auch am Samstag in Mainz die Trauben hoch. Die Gastgeberinnen gelten zum einen als heimstark und Lintfort (1:9 Punkte) hat zum anderen in des Gegners Hallen noch keine Bäume ausgerissen. Mainz versucht regelmäßig, die Spielkontrolle in der Deckung zu erringen. Das Team tritt dabei sehr variabel auf, um den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Mainz kann dabei auf eine defensive 6:0-Formation sowie auf eine offensive, verschobene 5:1-Variante zurückgreifen.
Für den TuS Lintfort hängen auch beim 1. FSV Mainz 05 die Trauben hoch
So müssen beim TuS Lintfort vor allem die drei Stammspielerinnen Eline Veltrop, Milica Vlahovic und Svenja Rottwinkel die Hauptlast im Rückraum tragen. Das Trio verfügt mit Sicherheit über die Qualitäten, um auch die Mainzer Verteidigung zu knacken. Nur die Frage, die sich diesmal stellt: Reichen die Kräfte für die komplette Spielzeit aus? Das Personal für die zweite Reihe ist überschaubar. Da Jule Samplonius aus beruflichen Gründen fehlen wird, ist Sidney Lupisella die einzige, echte Alternative. Auch Dauerbrennerin Jana Willing muss nach dem Handbruch ihrer Kollegin Rieke Rosner am Kreis wohl durchspielen. Linksaußen Nathalie Corsten könnte für kurzzeitige Verschnaufpausen sorgen. Neben Jule Samplonius werden auch Michelle Breitbarth (Sprunggelenk) und Valentina Beodranski (Wade) ausfallen.

„Wir wissen, was in Mainz auf uns zukommt“, ergänzt Bettina Grenz-Klein. „Mainz ist extrem heimstark. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um dort zu bestehen. Aber meine Mannschaft hat auch in diversen Spielen schon gezeigt, dass wir Qualitäten haben.“


