Der Volleyball-Samstag hätte für den Moerser SC eigentlich strahlend enden müssen. Drittliga-Spitzenreiter FCJ Köln patzte beim PTSV Aachen, der Rangdritte USC Braunschweig verlor das Verfolgerduell beim VV Humann Essen II. Und doch überwog bei MSC-Cheftrainer Hendrik Rieskamp nach dem 3:2 (21:25, 25:22, 25:17, 18:25, 15:9)-Duselsieg über den erstaunlich forsch aufspielenden Mitaufsteiger VfL Lintorf optisch und akustisch die Skepsis. Gewonnen ist gewonnen? Das wollte der Coach nach einer bisweilen defizitären Vorstellung seines Tabellenzweiten so nicht stehen lassen: „Wir müssen eine Schippe drauflegen, am besten schon nächste Woche.“ Am Samstag (18 Uhr) geht es bei der DJK Delbrück weiter.
Moerser SC wirkt von Beginn an unaufgeräumt
Von Beginn an wirkten die Gastgeber vor 400 Zuschauern und Zuschauerinnen im Enni-Sportpark unaufgeräumt. Das war nicht nur an der immens hohen Anzahl an Netzaufschlägen abzuzählen. Bis in den dritten Satz hinein verbuchte der MSC kaum Punkte über einen erfolgreichen Netzblock. Auch in der Feldabwehr schien es bisweilen nicht zu stimmen. Zuspieler Fabio Bertea hatte Präzisionsprobleme. Linkshänder Lukas Schattenberg schien nach seiner Verletzungspause lange auch nicht wirklich im Spiel. Selbst Libero Andre Illmer, sonst die Zuverlässlichkeit in Person, leistete sich einige Fehler.

Nach dem verlorenen ersten Satz schmiss Coach Rieskamp angesäuert seine Kladde auf das Trainerstühlchen und versuchte, mit einer kleinen Wutrede seine Adler aufzuwecken. Dies und ein Personalwechsel fruchteten im zweiten Durchgang, als bei 11:13-Rückstand nach 10:5-Führung die Partie erneut zugunsten der Lintorfer zu kippen drohte. Tim Ihde lenkte für Jascha Pricken im Mittelblock nun per Aufschlagsalve das Geschehen in die Moerser Richtung. Drei starke MSC-Blockpunkte im dritten Satz zum 9:5 hinterließen bei den Niedersachsen einen bleibenden Eindruck. Ex-Nationalspieler Tim Broshog, bei den Gastgebern mit Abstand verlässlichster Punktegarant, besorgte fast im Alleingang den Rest.

Moerser SC: Tim Broshog und Lukas Schattenberg retten Tiebreak-Satz
Der schwache vierte Satz zog unweigerlich den Frust des Trainers nach sich. „Zu wenig Disziplin, viel zu viele Fehler“, hatte Rieskamp da gesehen. Und im Tiebreak sah es bis zum 5:8 nicht viel besser aus. Tim Broshog und Lukas Schattenberg bewahrten den MSC aber mit einem fulminanten Endspurt vor der drohenden Heimniederlage. Trainer Rieskamps Fazit: „Kämpferisch gibt es nichts zu meckern. Wir müssen aber weiter lernen.“
MSC-Start-Sechs: Bertea, Schattenberg, Pricken, Bartsch, Broshog, Wagner - Libero: Illmer; eingewechselt: Ihde, Pukownik, Schmidt, Moysig.


