Nach 45 lahmen Fußballminuten war auf dem Kunstrasen an der Ruhrhalbinsel in Essen nicht der Hauch von Drama zu spüren. Doch dann nahm der Abstiegsfight des 1. FC Lintfort bei Blau-Gelb Überruhr so richtig Fahrt auf. Am Ende ergatterten die Gäste ein glückliches 2:2 (0:0) nach 0:2-Rückstand. Dabei gab es zwei unverhoffte Helden. Kapitän Marvin Ehis köpfte in der 85. Minute den Ausgleich, nachdem zuvor der eingewechselte Verteidiger Julian Klement auf der Gegenseite mit einem Monsterblock das sichere 1:3 verhindert hatte.

1. FC Lintfort stand schon mit dem Rücken zur Wand

Coach Bodden fand treffende Worte für das Gesehene: „Erst als wir mit dem Rücken zur Wand gestanden haben, ging noch etwas. Vorher habe ich eines der schlechtesten Auftritte meiner Mannschaft überhaupt gesehen.“ 65 Minuten lang hatte Lintfort offensiv nichts zu bieten. Überruhr wirkte bissiger. Bright John Essien nutzte eine Vorlage von Torjäger Ibrahim Bayrakter zur Führung (54.). Sechser Leon Fritsch traf mit einem 25-Meter-Kracher in den rechten Torwinkel zur vermeintlichen Entscheidung (74.).

Held des Sonnen-Sonntags auf der Ruhrhalbinsel in Essen-Überruhr: 1. FC Lintforts Verteidiger Julian Klement (in Weiß) verhinderte mit einem Monsterblock das sichere 1:3.
Held des Sonnen-Sonntags auf der Ruhrhalbinsel in Essen-Überruhr: 1. FC Lintforts Verteidiger Julian Klement (in Weiß) verhinderte mit einem Monsterblock das sichere 1:3.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Doch Lintfort bäumte sich auf. Carlos Pin, Gabriel Derikx und Boran Sezen, allesamt mehrere Wochen lang ohne Einsatz, brachten zumindest etwas frischen Wind. Auch wenn gerade Linksaußen Derikx die zweiwöchige Mandelentzündung in Sachen Spritzigkeit arg anzumerken war. Baha Arslanboga sorgte nach einem Haub-Freistoß spät für den Anschluss (81.). Überruhr gingen die Körner aus, Lintfort fightete - mit Erfolg: zweite Ecke Jonas Haub, Kopfball Marvin Ehis am hinteren Pfosten zum 2:2.

1. FC Lintfort: Trainer Meik Bodden ärgert blutleerer Auftritt

Fast wäre Baha Arlanboga in der 89. Minute noch der Siegtreffer geglückt. Das wäre aber eindeutig am Spielverlauf vorbei gewesen. Weil die Konkurrenten in der Abstiegszone durchweg punkteten, war das 2:2 besonders wertvoll. „Der Auftritt war lange blutleer, das regt mich tierisch auf. Immerhin haben die kleinen Umstellungen zur zweiten Halbzeit und auch die Wechsel gefruchtet“, bilanzierte Trainer Meik Bodden.

1. FC Lintfort am Mittwochabend im Kreispokal gegen SV Budberg

Der Coach nahm den schwachen Linksverteidiger Philipp Hasse und auch den indisponierten Amine Feldaoui auf der Außenbahn raus, dazu spät Bugra Arslanboga in der Abwehr. Fighter Julian Klement rechtfertigte seinen Einsatz allein schon mit der Rettungstat gegen den eingewechselten Japaner Yoshitaka Myojin. Ohne Klement wäre die Partie am Ende mit einem 1:3 im Teich gewesen.

Schon am Mittwoch geht es für die Lintforter auf dem Rasen weiter. Im Kreispokal-Halbfinale kommt um 19.30 Uhr der kriselnde Ligakonkurrent SV Budberg an die Franzstraße.

1. FC Lintfort: Hüpen - Hasse (46. Hasse), Bu. Arslanboga (74. Klement), Vizuete Mora, Haub - K, Bodden (65. Pin), Ehis - Feldaoui (57. Derikx), Baydar, Ba. Arslanboga - Ortstadt (74. B. Sezen).