Am Freitag noch genoss Christian Mikolajczak die Wärme und Unbeschwertheit der türkischen Riviera. Doch selbst am Strand war für den Cheftrainer des SV Scherpenberg die Fußball-Landesliga bisweilen ein Thema. Die letzten Transfers, die Verpflichtung der Velberter Terzi-Brüder Kaan und Arda aus der Oberliga, fielen beispielsweise in die Urlaubszeit. „Mit diesen beiden defensiven Mittelfeldspielern haben wir noch einmal einen guten Fang gemacht“, versichert der ehemalige Schalker Bundesligaprofi. Der geht mit gleich drei Wünschen am kommenden Montagabend an der Asberger Straße in die Vorbereitung, die mit dem Niederrheinpokalspiel am 10. August endet. Die Auslosung der ersten FVN-Runde steigt am 16. Juli um 18 Uhr in der Sportschule Duisburg-Wedau.

SV Scherpenberg: Neue Mannschaft soll wieder eine Einheit werden

„Ein Fokus der Arbeit wird auch darauf liegen, dass wir als Mannschaft klar eine Einheit werden, dass alle mit im Boot sitzen“, betont Mikolajczak. Das war in der vergangenen Spielzeit augenscheinlich nicht der Fall. Was wiederum einige Transfers mehr als gedacht nach sich zog. Der erneut größere personelle Umbau im Sommer trägt nun allerdings deutlich mehr die Handschrift des Trainers. Vor einem Jahr war Mikolajczak erst kurz vor der Vorbereitung an Bord gekommen, weil der eigentlich verpflichtete Coach Rene Lewejohann kurzfristig ein Engagement beim Regionalligisten KFC Uerdingen eingegangen war. Da waren die Einflussmöglichkeiten auf den Kader dann eher geringer Natur.

Kommt von Westfalia Herne zum SV Scherpenberg: der offensive Mittelfeldspieler Ali Gülcan (links).
Kommt von Westfalia Herne zum SV Scherpenberg: der offensive Mittelfeldspieler Ali Gülcan (links).© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Mit der Bilanz von 49 Pluspunkten und Platz neun schloss Scherpenberg angesichts manch starker Partie eigentlich zu schlecht ab. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor hatte das Team unter Vorgänger Ralf Gemmer als Rangsechster 55 Punkte geholt, bei zwei Spielen mehr allerdings. Unter dem Radar will Christian Mikolajczak nicht ein zweites Mal fliegen. Aus diesem Grund äußert er auch seine Wünsche zwei und drei: „Weniger Gelbe und Rote Karten, dazu ein deutlich verbesserter Defensivverband. Wir haben viel zu viele Gegentore kassiert.“ 65 in 34 Spielen, um genau zu sein.

Landesliga-Titel: Favoriten sind andere Vereine

Mit Blick auf die Transfers sieht der Coach aktuell „kein Überding“ personeller Natur auf dem Zettel: „Wir haben gute Individualisten im Team. Favorit auf den Titel sind aber andere.“ Oberliga-Absteiger Sportfreunde Niederwenigern etwa, der gut verstärkte ESC Rellinghausen, möglicherweise der VfB Bottrop oder Blau-Weiß Mintard. Vielleicht auch der SV Budberg. So schätzt es Christian Mikolajczak mit Blick auf die vorläufigen Kader jedenfalls ein.

Will nach einem Kreuzbandriss wieder angreifen: Offensivspieler Ömer Akbel (in Weiß) vom SV Scherpenberg.
Will nach einem Kreuzbandriss wieder angreifen: Offensivspieler Ömer Akbel (in Weiß) vom SV Scherpenberg.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Die Scherpenberger Defensive wird sich neu sortieren, das ist klar. Doch wer ersetzt vorn Torjäger Marcio Blank? Der 20-jährige Mittelstürmer verließ nach 31 Toren in 29 Partien den SVS im Sommer zum Oberligisten VfB Homberg. Kandidaten gibt es im Kader einige. Der von Ex-Zweitligist Westfalia Herne geholte Ali Gülcan wird wohl eher als Zehner im vom 4-4-2 ins 4-2-3-1 wechselnde Spielsystem vertreten sein.

SV Scherpenberg: Die Offensive scheint gut aufgestellt

In Luca Grillemeier, Marcel Kretschmer sowie den Ex-Lintfortern Gabriel Derikx und Baha Arslanboga gibt es vielversprechende Anwärter auf die Außenbahnen. Und die verletzt ausfallenden Ömer Akbel (auf gutem Weg nach Kreuzbandriss) und Robin Fuhrmann (Leistenprobleme) sind ja auch noch da. In die Mittelstürmerposition könnten indes Vedad Music (Union Nettetal) oder Ilyas Talha Demir (FSV Duisburg) rücken und so den Blank-Nachfolger geben.

Neue Herausforderung beim SV Scherpenberg: Linksaußen Gabriel Derikx (rechts) hat den 1. FC Lintfort verlassen.
Neue Herausforderung beim SV Scherpenberg: Linksaußen Gabriel Derikx (rechts) hat den 1. FC Lintfort verlassen.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Leichte Abstriche dürfte Coach Mikolajczak in der Vorbereitung personell noch machen müssen. Sechser Emirhan Karaca wird erst Mitte Juli wegen Urlaub und Leistenbeschwerden ins Training einsteigen. Torwart Julian Geitz ist nach einer Handoperation ebenfalls noch etwas gehandicapt. Die erste Trainingswoche indes wird intensiv werden. Gleich für das erste Juli-Wochenende ist ein kleines Trainingslager auf der Asberger Anlage mit fünf Übungseinheiten angesetzt.

SV Scherpenberg sucht noch Ersatzgegner für den Rumelner TV

Das für den 6. Juli anvisierte Testspiel gegen A-Kreisligist Rumelner TV fällt allerdings flach, weil die Gäste mangels Mannschaft abgesagt haben. „Wir suchen noch nach einem Ersatz, spielen aber zur Not auch eine Partie untereinander“, sagt Trainer Mikolajczak. Eingebettet ins Übungscamp ist ein Kennenlernabend. Hier sollen die Grundlagen für einen fruchtbaren Teamspirit gelegt werden. Coach Mikolajczak: „Ich habe schon viele persönliche Gespräche mit den Spielern geführt und das Gefühl, dass es in der neuen Saison intern eine größere Bindung geben wird.“ Das könnte ein Schlüssel zu mehr Erfolg sein beim SV Scherpenberg. Zumal Mikolajczak versichert: „Wir werden auch das spielen, was der Mannschaft gut tut.“