Eigentlich ist der Schritt hin zu einer Kooperation logisch. Und doch kommt er ein wenig unerwartet. In der Vergangenheit war das Verhältnis zwischen den Volleyballern des Moerser SC und des Rumelner TV schließlich nicht gerade zum besten bestellt. Es gab immer wieder Reibungspunkte. Sei es bei den Talenten. Oder auch im Beachvolleyball. Die alten Kamellen scheinen beidseitig aber längst verdaut. Zur neuen Saison hin bilden MSC und RTV nun sogar eine Spielgemeinschaft. Die Klubs stellen eine Mannschaft, die in der Oberliga startet und eine Spielmöglichkeit für Talente mit Perspektive bieten soll.

Das Oberliga-Spielrecht bleibt beim Rumelner TV

„Das wird eine Win-win-Situation“, prophezeit Marc Kindermann. Der wird das Team weiterhin in der Oberliga betreuen. Allerdings unter dem Namen SG Moerser SC/Rumelner TV, wobei das Ligenspielrecht beim RTV verbleibt. Die Duisburger stellen einige erfahrene Akteure und eben die Ligenzugehörigkeit, die Adler steuern die Talente bei. Nach dem sportlichen Abstieg hätte die zweite Moerser Mannschaft bekanntlich nur noch in der Landesliga mitgemischt. „Das Niveau in der Oberliga ist natürlich besser. Ich bin froh, dass wir die Kooperation hinbekommen haben“, betont MSC-Zweitliga-Cheftrainer Hendrik Rieskamp.

Erfolg im Nachwuchs: Die U-20-Mannschaft des Rumelner TV wurde in diesem Jahr Westdeutscher Volleyball-Meister.
Erfolg im Nachwuchs: Die U-20-Mannschaft des Rumelner TV wurde in diesem Jahr Westdeutscher Volleyball-Meister.© Rumelner TV | Rumelner TV

Die Idee kam auf in einem Gespräch zwischen Marc Kindermann und MSC-Co-Trainer Markus Pukownik, ein alter Volleyball-Freund Kindermanns. Der Rumelner TV stellt mit immerhin rund 2800 Mitgliedern einen der größten Sportvereine in Duisburg. Die Blau-Weißen haben gerade auch im Volleyball eine deutlich erfolgreichere Nachwuchsabteilung als der MSC. Davon zeugen zahlreiche Westdeutsche Meisterschaften aus der jüngeren Vergangenheit. Und Rumeln ist geografisch auch Moerser Nachbar.

Moerser SC spielt im WVV-Pokal-Viertelfinale

Volleyball-Zweitliga-Rückkehrer Moerser SC wird am 21. September im Viertelfinale des WVV-Pokals beim Regionalligisten Rhein-Sieg Volleys in Much antreten. In der ersten Spielrunde haben die Adler ein Freilos erhalten. Sollte die Partie beim ehemaligen Viertligarivalen gewonnen werden, geht es im Pokalhalbfinale zum Sieger des Zweitligaduells TuS Mondorf - TuB Bocholt.

Moerser SC und Rumelner TV planen auch gemeinsame Trainingseinheiten

Bei den Gesprächen gab es auch Unterstützung von Seiten der VBL und des Westdeutschen Volleyballverbandes. Schließlich soll es auch eine gewisse sportliche Durchlässigkeit zwischen 2. Bundesliga und Oberliga für Spieler geben. Praktiziert wird diese ab Ende August auch mindestens einmal pro Woche im Training. Geplant ist, dass Zweitligateam und die SG im Enni-Sportpark Rheinkamp parallel üben zu lassen. Aktuell sind die Rumelner im Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln oder in der Halle des Krupp-Gymnasiums in Duisburg-Rheinhausen unterwegs.

Will mit der Rumelner Kooperation noch mehr die künftige Oberliga-Mannschaft auch mit ins Training einbinden: Chefcoach Hendrik Rieskamp (Mitte).
Will mit der Rumelner Kooperation noch mehr die künftige Oberliga-Mannschaft auch mit ins Training einbinden: Chefcoach Hendrik Rieskamp (Mitte).© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

„Es ist für meine Jungs sicher auch toll, erstens mit Zweitliga-Könnern wie Andre Illmer oder Tim Broshog mal Bälle zu spielen. Dazu ist zweitens die Enni-Halle ein idealer Spielort. Wenn wir dann noch drittens vor der ersten Mannschaft unsere Partie auf dem neuen Hallenboden und vor mehr Zuschauer austragen dürfen, wäre das schon klasse“, fasst RTV-Trainer Marc Kindermann zusammen. Dem kann übrigens Rumelns Vorstandsmitglied Alfred Gies, der mit Kindermann am Dienstagabend im Enni beim Training vor Ort war, nur beipflichten. Gies kennt den Moerser SC noch aus alten Bundesliga-Zeiten, als er unter Georg Grozer Senior selbst als Co-Trainer aktiv war.

Moerser SC will mehr Talente für die Zweite Liga aus den eigenen Reihen gewinnen

Ob es durch die Kooperation im Sommer noch den einen oder anderen talentierten Zugang auf Moerser oder Rumelner Seite geben wird, wäre aus Vereinssicht wünschenswert. „Ich freue mich immer über motivierte Spieler“, versichert Marc Kindermann. Beim MSC sieht es ähnlich aus. „Wir wollen über diesen Weg besser in die Richtung kommen, mehr Spieler aus den eigenen Reihen für die 2. Bundesliga zu gewinnen“, betont Trainer Hendrik Rieskamp.

Der hatte im Rahmen der Jahreshauptversammlung am Montagabend im Hotel Bürgerstuben in Rheinkamp ja schon deutlich gemacht, dass es im Nachwuchsbereich beim MSC noch viel Luft nach oben gäbe.