Aller Anfang ist schwer. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort stecken nach wie vor in einer frühen Phase der Vorbereitung. Gleichwohl hat Trainerin Bettina Grenz-Klein mal wieder einen personellen Umbruch zu gestalten. Dabei stand jetzt bereits das erste Testspiel auf dem Programm: Der TuS Lintfort unterlag beim Ligarivalen HSV Solingen-Gräfrath am Donnerstagabend mit 21:28 (12:12).
TuS Lintfort kann in den ersten 30 Minuten überzeugen
Die Voraussetzungen für den Test waren eher bescheiden. Die Gäste aus der Klosterstadt reisten mit einem Minikader an, gerade mal sieben Feldspielerinnen standen zur Verfügung. Stammkräfte wie unter anderem Eline Veltrop, Insa Weisz (beide Urlaub) oder Jana Willing (privat verhindert) fehlten. Doch der TuS Lintfort lieferte laut Bettina Grenz-Klein „ansehnliche erste dreißig Minuten“ ab. Die Defensive hatte einen ordentlichen Zugriff auf den HSV-Angriff, präsentierte sich laufstark, versuchte die „Reihen“ immer wieder mit viel Einsatz und Motivation zu schließen. Viele Impulse kamen aus dem Deckungszentrum, das hervorragend von Svenja Rottwinkel und Lynn Broders organisiert wurde. Bettina Grenz-Klein dazu: „Das hat mir gefallen“.

Aber hat man auch gemerkt, dass die neue Mannschaft noch nicht eingespielt ist. Insbesondere die viele jungen Spielerinnen müssen sich erst an die ungewohnt harte Gangart in der 2. Bundesliga gewöhnen. Trotzdem konnte man sehen: Ansätze sind vorhanden, Potenziale schlummern. Eine, die sich mutig und entschlossen präsentierte, war die neue Rückraumspielerin Eva Manthei. Der TuS Lintfort führte sogar mit 9:7. Auch, weil ein weiterer Neuzugang performte: Linkshänderin Alea Mattig trat selbstbewusst und torgefährlich in Erscheinung.

Aber nach dem Seitenwechsel war dann die Herrlichkeit vorbei. Den Spielerinnen ging sprichwörtlich die Luft aus. Gerade im Angriff fehlten Spitzigkeit und Ideen. Lintfort patzte mehrfach und wurde daraufhin ausgekontert. Solingen enteilte ohne große Mühen auf 21:16. „Uns fehlten in der Offensive die Mittel“, sagte Trainerin Bettina Grenz-Klein: „In Summe waren es auch zu viele Fehlwürfe.“ Lintfort hatte nun dem überlegenen Rivalen nur noch wenig entgegenzusetzen. Grenz-Klein attestierte dennoch nach dem Schlusspfiff ihren beiden Neuzugängen Eva Manthei und Alea Mattig einen „guten Einstand“, befand aber auch: „Das Eis, auf dem wir uns befinden, ist dünn.“
TuS: Eva Manthei 7/1, Alea Mattig 5, Svenja Rottwinkel 4/1, Nathalie Corsten 4, Yara Vlaswinkel 1.


