Peter Wiedemann ist hungrig und engagiert wie eh und je. Sein Ehrgeiz, seine Energie sind ungebrochen, treiben den Handball-Trainer des TV Schwafheim an. Beim 63-Jährigen, dessen mittlerweile siebtes Jahr als „Chef“ beginnt, ist von Müdigkeit keine Spur – ganz im Gegenteil: Sein Ziel ist es, erneut eine schlagkräftige Truppe in die Verbandsliga-Saison 2025/26 zu schicken und überwiegend positive Schlagzeilen zu schreiben.
TV Schwafheim: Trainer Peter Wiedemann ist hungrig und engagiert wie eh und je
Doch mal eben die Vize-Meisterschaft aus der vergangenen Spielzeit zu bestätigen, wird ganz schwer. Die Konkurrenz wie die HSG Wesel oder RW Oberhausen werden heiß gehandelt und der TV Schwafheim richtet sich bekanntlich neu aus. Zum einen gilt es, gleich sechs Neuzugänge in die vorhandenen Strukturen zu integrieren. Zum anderen soll sich die Spielweise verändern. Linkshänder Jens Niehoff (34 Jahre) wechselte vom Regionalliga-Aufsteiger HSG Am Hallo Essen und wird auf Rechtsaußen mit Sicherheit für frischen Wind sorgen.

Sein Pendant auf Linksaußen heißt Marco Hofmeister (36 Jahre) und kam vom Oberligisten HSV Dümpten. Dominik Schmidt (36/TV Angermund) soll das Kreisläuferspiel beleben, ebenso wie Pierre Köhler (36/reaktiviert) den Rückraum. Und auch auf der Torhüterposition gab es Zuwachs: Nils Ahlendorf (30/TV Angermund) und Joe Barzen (20/RW Oberhausen) wurden verpflichtet. Der Verein hat sich gezielt verstärkt, reichlich Routine hinzugewonnen, schickt aber auch einen Kader ins Rennen, der schon etwas „in die Jahre gekommen“ ist.
Der TV Schwafheim hat gleich sechsmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen
Der TV Schwafheim muss hingegen vier Abgänge verkraften. Richtig schmerzhaft ist der Weggang von Haupttorschütze Jan Franzen, der in der vergangenen Saison eine enorme Entwicklung genommen und sich nun dem Oberliga-Aufsteiger OSC Rheinhausen II angeschlossen hat. Auch Spielmacher Alexander Spoo wird eine Lücke hinterlassen. Der 42-Jährige ist mittlerweile Trainer des Verbandsligisten Treudeutsch Lank – ob auch als Spielertrainer, muss man noch sehen. Lank hat zumindest den Spielerpass von Alex Spoo beim TV Schwafheim beantragt. Torwart Elias Tripp zog es zu Adler Königshof II und Kreisläufer Collin Tischer zum Ligarivalen TV Kapellen.

„Wir werden unsere Spielweise etwas ändern, den Rückraum entlasten und uns mehr in der Breite aufstellen“, betont Trainer Peter Wiedemann. „Ich finde, wir haben uns gerade auf den Außenpositionen mega verstärkt, sind insgesamt gesehen nun deutlich schwerer auszurechnen.“ Die Vorbereitung verlief bis jetzt gut, das Leistungsvermögen ist laut Peter Wiedemann bei mittlerweile „70 Prozent“ angekommen.
Das ist der Schwafheimer Trainerstab
Neben dem langjährigen Cheftrainer Peter Wiedemann gehören weitere Personen zum Trainerstab beim TV Schwafheim: Co-Trainer: Christian Rosky und Kevin Wiedemann; Torwarttrainer: Thomas Steinfels; Physiotherapeuten: Jörn Becker und Fabian Jürgens.
TV Schwafheim: Neues Torhütertrio ist stark
Fakt ist: Schwafheim wird auch künftig aus einer sattelfesten 6:0-Deckung seinen Gegnern gegenübertreten. „Wir fühlen uns in dieser Formation am wohlsten“, so Wiedemann. „Auch unser neues Torhütertrio mit Keber, Ahlendorf und Barzen ist extrem stark.“ Taktgeber ist und bleibt jedoch Pascal Prchala. Auch die 5:1-Variante wurde zuletzt mehrfach erfolgreich getestet. Jannik Krause oder Marco Hofmeister sind prima Kandidaten für die so wichtige vorgezogene Position.
Pascal Prchala wird auch in Zukunft die Abwehr organisieren und den Takt vorgeben
Für die Spielgestaltung ist Kevin Wiedemann zuständig. Der 34-Jährige muss kreativ in Erscheinung treten und die Mannschaft führen, den Überblick wahren und selbst Tore werfen. Gespannt sein darf man auch auf Max Mehlich. Der Rückraumspieler hat die komplette vergangene Meisterschaft aufgrund einer schweren Schulterverletzung verpasst, ist nun wieder fit und soll für Impulse sorgen. Vorzugsweise im rechten Rückraum.

„Ich denke, wir verfügen über eine gute Mannschaft, die sich aber noch weiter finden muss“, ergänzt Peter Wiedemann. „Die Stimmung ist gut, und wir kommen in unserer Arbeit voran.“ Aber der Trainer ist bei der Zielvorgabe für die Saison 2025/26 dennoch etwas vorsichtig. „Meiner Meinung nach sind die ersten beiden Plätze vergeben und für uns nicht machbar. Aber wir wollen uns in der Endabrechnung dennoch unter den ersten sechs Vereinen der Liga einreihen.“


