Um scherzhafte Bemerkungen ist Mohamed El Mimouni selten verlegen. Das kriminelle 3:2 (0:1) im Fußball-Landesliga-Heimspiel gegen Oberliga-Absteiger Sportfreunde Niederwenigern forderte nahezu einige Kernsätze des Cheftrainers beim 1. FC Lintfort heraus. Einer war: „Wir bieten solch gute Unterhaltung, wir müssen mal darüber nachdenken, die Eintrittspreise zu erhöhen.“ Nach dem dritten Sieg in Serie und dem nun hergestellten Anschluss an die Spitzenplätze meinte der Coach allerdings auch: „Alfred Appiah zählt zum Personenkreis, der dafür sorgt, dass ich keine Haare mehr habe.“

1. FC Lintfort freut sich über Siegtreffer in der 86. Minute

Der Lintforter Mittelstürmer mutierte in aufregenden 90 Minuten plus sechs Minuten Nachspielzeit vom Chancentod zum Helden. Sieben Hochkaräter ließ der ehemalige Oberliga-Angreifer liegen, um seinen Lintfortern letztlich doch noch den Sieg mit dem 3:2-Treffer in der 86. Minute nach klasse Vorlage des eingewechselten Abdoulaye Sall zu bescheren.

Das schwarze Sondertrikot präsentierte Fußball-Landesligist 1. FC Lintfort beim 3:2 über Niederwenigern mit Einlaufkindern. Foto: Michael Ryberg
Das schwarze Sondertrikot präsentierte Fußball-Landesligist 1. FC Lintfort beim 3:2 über Niederwenigern mit Einlaufkindern. Foto: Michael Ryberg

Es war natürlich verdient für die Gastgeber, die das klare Chancenplus besaßen und auch insgesamt eine starke Leistung abgeliefert hatten. Und doch es brauchte Glück. Niederwenigern ließ nach dem Führungstor von Finn Dorka (32.) noch einen Innenpfostentreffer von Marc Rapka folgen (39.). Andre Riegers Freistoßtor zum 1:1 (50.) von der Strafraumgrenze bekam Keeper Tim Höppner knapp nicht zu fassen.

1. FC Lintfort: Glücklicher Foulelfmeterpfiff

Umstritten war der Foulelfmeterpfiff vom bisweilen fehlerhaften Referee Jan Lehnert (SV Rindern), als sich Rieger in Gegenspieler Jakob Heufken gedreht hatte. „Das war klar kein Elfer“, gab selbst FCL-Trainer El Mimouni hinterher zu. Alfred Appiah griff sich das Geschenk und verwandelte oben rechts sicher (68.). Nur vier Minuten später passte die bisweilen unaufgeräumte Defensive bei der dritten Gäste-Ecke nicht auf. Rapka vollstreckte im Strafraum zum 2:2.

Beim 1. FC Lintfort im defensiven Mittelfeld einer der Aktivposten: Princely Ngangjoh (rechts).
Beim 1. FC Lintfort im defensiven Mittelfeld einer der Aktivposten: Princely Ngangjoh (rechts).© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Auf die späte Erlösung durch Alfred Appiah, der kurz nach dem 2:2 im Alleingang auf Keeper Höppner gescheitert war, folgte eine Zitterendphase für Lintfort, in der die Gäste zwei Rote Karten kassierten. Rapka bezahlte einen Tätlichkeits-Schuber gegen Furkan Baydar (90.+3). Es folgte ein zweiter Platzverweis gegen Trainerassistent Onur Saldamli wegen Kritik am Schiedsrichter-Assistenten außerhalb der Coaching Zone.

1. FC Lintfort: Gutkowski - Baydar, Vizuete Mora, Hoffmeister, El Abdouni - Rieger (77. Schwarz), Ngangjoh, N. Andich (82. Riad), Maas (69. Sall) - Appiah (88. Völkel), Pin (88. Y. Andich).