Beim 1. FC Lintfort fotografiert der Chef die Auftritte seiner Landesliga-Fußballer für die Sozialen Medien gelegentlich auch mal selbst. Am Sonntagnachmittag hatte es der Klubvorsitzende Kevin Hippert mit seiner Kamera am Kunstrasen des VfB Speldorf allerdings doppelt schwer. Zu Wind und Regen gesellte sich eine unerquickliche Vorstellung seiner Mannen. Schöne Fotos blieben da Mangelware, zumindest aus Gästesicht. Die in sieben Spielen nur einmal siegreichen Mülheimer bewiesen indes mit viel Laufbereitschaft und bisweilen gutem Fußball eine lobenswerte Mentalität und setzten sich am Ende hochverdient mit 3:0 (1:0) durch.
1. FC Lintfort steckt noch in einem Entwicklungsprozess
Lintforts Cheftrainer Mohamed El Mimouni mochte mit seinem indisponierten Team nicht allzu hart ins Gericht gehen, wurde aber nach einer kurzen Ansprache im Mannschaftskreis doch noch deutlich. „Es fehlt einfach noch zu viel, um wirklich oben in der Tabelle dabei sein zu wollen. Das war heute von uns eher Kinderfußball statt Erwachsenenfußball“, befand der Coach. Seine Enttäuschung hielt sich aber hörbar in Grenzen: „Wir stecken in einem Entwicklungsprozess, der noch ein wenig andauert.“

Vom Start weg mangelte es einigen Lintfortern an Bissigkeit und Körpersprache. Speldorfs Cheftrainer Dimitri Steininger ließ mit drei Anläufern gegen den Ball operieren, was den Gästen gar nicht schmeckte. Ein schlampiger Abspielfehler von Alfred Appiah in der Vorwärtsbewegung leitete das schnelle 1:0 für die Grün-Weißen nach nur sieben Minuten durch Calvin Küper ein. Dessen 18-Meter-Strahl schlug unhaltbar im linken Torwinkel ein.
1. FC Lintfort besitzt nur wenige gute Torchancen
Bis zur Pause hatte Lintfort schlicht Glück, dass es nicht 0:3 hieß. Bei der einzig guten Gästechance war VfB-Keeper Stefan Hüpen gegen Ouassim El Abdouni in einer Eins-gegen-eins-Situation zur Stelle (31.). Viel besser wurde es nach dem Wechsel auch nicht. Es gab nur zwei halbgare Ausgleichschancen. Princely Ngangjoh zielte in günstiger Position zu hoch (47.), dann wurde noch ein 3-2-Konter fahrlässig vergeigt (67.).

Dazwischen lag eine Gesichtsverletzung von Innenverteidiger Simeon Louma, der für Lars Hoffmeister gestartet war. Leon Barghorn hatte Louma mit der Hand unterhalb des linken Auges erwischt. Der 23-Jährige musste ausgewechselt werden. Barghorn war mit Gelb gut bedient, zumal er in der gleichen Situation auch noch Keeper Philipp Gutkowski angegangen war. Pech für Lintfort: Ausgerechnet Barghorn lieferte per Rechtsflanke die Vorlage auf 2:0-Schütze Küper (75.). In der 86. Minute verwandelte Max Fritzsche noch einen von Hoffmeister verschuldeten Handelfmeter zum Endstand. Da hatte FCL-Vorstandschef und -Fotograf Kevin Hippert seine Kamera längst eingepackt.
1. FC Lintfort: Gutkowski - Baydar (70. Schwarz), Vizuete Mora, Louma (58. Hoffmeister), Haub (70. Riad) - Sall, Ngangjoh, N. Andich (70. Ehis), El Abdouni (76. Klement) - Appiah, Pin.


