Ob das Wiedersehen für den Moerser SC die reine Freude ist, wird sich zeigen. Wenn die Zweitliga-Volleyballer am Samstag (19.30 Uhr, Enni-Sportpark) den Tabellenführer TuS Mondorf empfangen, dann steht auf der gegenüber liegenden Seite des Netzes auch ein Moerser Eigengewächs. Mittelblocker Veit Bils spielte in jungen Jahren für die Adler, wechselte dann aber im Sommer 2021 für zwei Jahre als Student in die USA. Nach seinen Semestern am Limestone College in South Carolina und an der Charleston University in West Virginia ging es 2023 zurück nach Deutschland. Und hier eben zum TuS Mondorf, da Heimverein MSC zu dieser Zeit noch in der Regionalliga unterwegs war.
Rückkehr von Veit Bils zum Moerser SC stand nie zur Debatte
Veit Bils‘ Eltern verfolgen das Treiben der Moerser Adler oft live vor Ort. Eine Rückkehr des 1,93 Meter großen Moersers zum MSC stand in den vergangenen Jahren allerdings nicht zur Debatte. Zumal Bils durchaus das Potenzial zu haben scheint, auch mal in der Bundesliga mitzumischen. Der Blondschopf ist allerdings wahrlich nicht der einzige Mondorfer, der den Gastgebern am Samstagabend ein paar Kopfschmerzen verschaffen könnte.

In Zuspieler Sebastian Dinges bietet das Team aus der Nähe von Bonn den wertvollsten Akteur der vergangenen Zweitliga-Saison auf. Der 2,06 Meter große Diagonalspieler Nils Becker wurde vom Bundesligisten SWD powervolleys Düren zurück in die Bonner Hardtberghalle gelotst. In den bisherigen vier Partien gab Mondorf dazu nur einen Satz ab.
Zwei Auswärtsspiele für den Moerser SC
Auf die Heimpartie gegen den TuS Mondorf am Samstagabend folgen für den Moerser SC zwei Auswärtsspiele. Am 25. Oktober ist das Team von Trainer Hendrik Rieskamp um 19.30 Uhr beim Kieler TV an der Ostseeküste zu Gast. Schwierig dürfte auch die Aufgabe am 2. November um 16 Uhr beim Titelmitfavoriten FC Schüttorf in der Vechtesporthalle werden. Vor eigenem Publikum werden die Adler dann erst wieder am 15. November um 19.30 Uhr gegen den Mitaufsteiger MLK Volleys Köln fliegen, der kürzlich gegen den PSV Neustrelitz beim 3:1 die ersten Punkte eingefahren hat.
Moerser SC muss im Angriff noch zulegen
Trainer Hendrik Rieskamp vom Moerser SC lobte zwar trotz der ärgerlichen 2:3-Niederlagen in Münster zuletzt zwar das Block/Abwehr-Spiel, was neben dem Aufschlag immer besser zu werden scheint. An anderer Stelle sind die Defizite aber auch augenscheinlich. „Wir müssen im Angriff eine Schüppe drauflegen“, bekräftigt der Coach.

Der will seine Forderung nicht unbedingt nur an Neuzugang Martin Djordjevic festmachen. Der Franzose spielt derzeit konstant mit Licht und Schatten. „Das ist bis zu einem gewissen Punkt verständlich und normal. Dennoch kann Martin sicher mehr“, betont Trainer Rieskamp. Ob das zuvorderst an Djordjevic selbst liegt, der für Kapsovar in Ungarn vergangene Saison ja erstklassig unterwegs war, oder auch an Zuspieler Fabio Bertea? Wie dem auch sei: Chefcoach Rieskamp wird am Samstag gegen Mondorf in Außenangreifer Lukas Schattenberg eine wichtige Alternative zurück im Kader haben. Der auch in der Bundesliga erfahrene Routinier musste in Münster aus beruflichen Gründen passen.
Beim Moerser SC scheint Tim Broshog nach Knieblessur wieder fit
Ex-WM-Starter Tim Broshog scheint nach einer Knieblessur und folgender intensiver Untersuchung, die eine Spielpause beim 3:0 in Bocholt nach sich gezogen hatte, wieder fit zu sein. Der 37-jährige Diagonalspieler zählte zuletzt in Münster zu den Leistungsträgern und wird als Routinier mit immerhin 70 Länderspielen in der Statistik natürlich auch gerade in den kritischen Phasen als schlagstarker Punktesammler gebraucht. „Tim war schon in Münster deutlich stabiler als zuvor“, hebt dazu Hendrik Rieskamp hervor.

Nach zwei Niederlagen gegen die Volleys Aligse (1:3) und den SV Lindow-Gransee (1:3) wollen die Moerser ihrem Publikum ausgerechnet gegen den Spitzenreiter den ersten Heimerfolg der noch jungen Saison bescheren. Ein Sieg würde sicher auch dem Nervenkostum gut tun im Hinblick auf die anstehenden Auswärtsaufgaben beim Kieler TV am nächsten Samstag sowie beim Tabellenzweiten und Titelmitanwärter FC Schüttorf.
Moerser SC erwartet am Samstagabend den dreimaligen Zweitliga-Meister
„Die Mannschaft steckt weiter in der Entwicklung und macht schon einige Dinge richtig gut, wie eben Block und Abwehr“, betont Hendrik Rieskamp: „In der Liga kann jeder gegen jeden gewinnen. Warum sollte uns das nicht auch gegen Mondorf gelingen?“ Nicht nur der einstige Moerser Mittelblocker Veit Bils wird beim Zweitliga-Meister der Jahre 2022, 2023 und 2024 etwas dagegen haben.


