Die Rückkehr in die 2. Volleyball-Bundesliga hatten sie sich beim Moerser SC ganz anders vorgestellt. Im vergangenen Sommer war hinter vorgehaltener Hand sogar davon die Rede, als Aufsteiger möglicherweise mit Play-off-Platz vier zu liebäugeln. Nach fast der Hälfte der Saison finden sich die Adler allerdings auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Die 0:3-Heimpleite kürzlich im Enni-Sportpark gegen den bisherigen Tabellenvorletzten TSV Giesen Grizzlys II ließ nicht nur Klubchef Guido Lohmann enttäuscht zurück: „Wir haben klar und verdient verloren.“

Moerser SC steigt gleich zweimal in zwei Jahren auf

Nach dem zweimaligen Aufstieg von der Regionalliga über die 3. Liga West ins Bundesliga-Unterhaus weht dem MSC sportlich erstmals seit langer Zeit eine steife Brise ins Gesicht. Sieben Niederlagen am Stück gab es in der Zweiten Liga für die Moerser jedenfalls noch nicht. Erfasst sind statistisch fünf Pleiten am Streifen aus der Saison 2018/19. Woran das sportlich tiefe Tal festzumachen ist? „Der Kader ist qualitativ nicht breit genug aufgestellt. Da waren wir im Sommer zu blauäugig. Die Fehlentscheidung müssen wir uns ankreiden, werden darauf aber auch reagieren“, betont MSC-Chef Guido Lohmann.

Der Moerser SC verpflichtete kürzlich Außenangreifer Enrico Scarpi (Mitte). Das freute den italienischen Co-Trainer Marco Destefani (links) und den 1. Vorsitzenden Guido Lohmann.   
Der Moerser SC verpflichtete kürzlich Außenangreifer Enrico Scarpi (Mitte). Das freute den italienischen Co-Trainer Marco Destefani (links) und den 1. Vorsitzenden Guido Lohmann.   

Offenbar arbeiten die Moerser daran, nach dem Italiener Enrico Scarpi zwei weitere Neuzugänge an Land zu ziehen. Ein ausländischer Mittelblocker soll den MSC verstärken, dazu möglicherweise noch ein Außenangreifer. „Giesen war sportlich bislang der Tiefpunkt der Saison. Es reicht sportlich derzeit an vielen Stellen nicht“, hebt Guido Lohmann mit Blick auf die Bemühungen hervor, Verstärkungen für das Team zu gewinnen. Bis Januar ist bekanntlich das Transferfenster im Volleyball noch geöffnet.

Moerser SC: Jona Pukownik ist ein junger Hoffnungsträger

Gerade auf Außen/Annahme hapert es derzeit. Gegen Giesen setzte Trainer Hendrik Rieskamp neben Luca Wagner zu weiten Teilen auf den erst 17-jährigen Jona Pukownik, der seine Sache gerade im ersten Satz mit zehn erzielten Punkten bravourös machte. Hintergrund: Die in der Bundesliga erfahrenen Routiniers Tim Broshog und Lukas Schattenberg trainieren derzeit nur sehr eingeschränkt. „Beide sind nicht wirklich fit“, erklärte Coach Rieskamp auf Nachfrage. Keine Rolle spielt derzeit auch der 26-jährige Ukrainer Maksym Vandzhura, der bislang über eine Trainingsrolle im Team nicht hinauskommt. Niklas Pfersdorf fehlt dazu weiter verletzungsbedingt.

Beim Moerser SC läuft Neuzugang Enrico Scarpi gehandicapt auf

Der 30-jährige Italiener Enrico Scarpi, der gegen Giesen zu seinem dritten Einsatz im schwarz-roten Dress kam, allerdings vorwiegend in der Feldabwehr Akzente setzte, spielte am Samstagabend eingeschränkt. „Enrico war kränklich auf dem Feld“, so Guido Lohmann über den Zugang, der den enttäuschenden Franzosen Martin Djordjevic ersetzt. Auch Zuspieler Fabio Bertea ging angeschlagen in die Partie. Was man dem Spiellenker in einigen Aktionen auch deutlich anmerkte.

Nach einem spielfreien Wochenende erwartet der MSC am Samstag, 13. Dezember, um 19.30 Uhr den Dauerrivalen VV Humann Essen zum letzten Hinrundenmatch. Die Gäste kommen mit sieben Siegen aus neun Spielen nach Rheinkamp. Und entsprechend mit breiter Brust.