Ihr Training unterscheidet sich kaum von dem der anderen Mannschaften. Die Kindermannschaft des Moerser TV im Specialhockey beginnt mit einer Begrüßung, gefolgt von einem Warmlaufen, um in Schwung zu kommen. Dann trainieren sie ihre Koordination. Zum Schluss spielen sie dann endlich ein Hockeyspiel gegeneinander – alles ist genau so wie im regulären Hockeytraining.
In Moers gibt es seit 2021 mit dem MTV einen Verein, der Hockeysport für Menschen mit einer geistigen Einschränkung anbietet. Seit etwas mehr als einem Jahr existiert solch ein Angebot auch für Kinder. Die 38-jährige Sandra Wagner rief das Projekt ins Leben und ist nun die Trainerin der Jungen und Mädchen. Sie war früher internationale Hockey-Schiedsrichterin. Als in dem Special-Bereich Unterstützung bei den Unparteiischen gesucht wurde, stieg sie sofort ein. Heute trainiert Sandra Wagner mit großer Leidenschaft die Special-Gruppe der U18 in Moers.
Was steckt hinter dem Moerser Specialhockey?
14 Kinder seien regelmäßig beim Training, sagt die Übungsleiterin, „wenn alle immer da wären, würde ich bestimmt auf 20 kommen“. Die Kinder sind zwischen acht und 16 Jahre alt, haben verschiedene Beeinträchtigungen – häufig geistig, manchmal auch körperlich. Am kommenden Samstag, 6. Dezember, spielt die Kindermannschaft ab 14.30 Uhr ihr zweites Turnier in der Team-Geschichte. Sie treten gegen die Kindermannschaften aus Dinslaken-Hiesfeld und Marl-Hüls an.
Wann und wo?
Das Nikolausturnier der Kindermannschaft findet am Samstag, 6. Dezember, 14.30 Uhr, in der Sporthalle Römerstraße (Römerstraße 661, 47443 Moers) statt. Gegeneinander treten die Teams des Specialhockeys aus Moers, Marl-Hüls und Dinslaken-Hiesfeld an. Die Mannschaften aus Marl und Dinslaken existieren – wie das Moerser Team – erst seit Kurzem.
Solch ein Turnier zwischen Specialhockeymannschaften wird selten veranstaltet. „Es ist schwierig, mehr Turniere mit den Kindern zu spielen“, sagt Trainerin Wagner, „das ist für die meisten Kinder sehr anstrengend.“ Drei Mannschaften gehen am Wochenende an den Start, das Turnier würde ungefähr drei Stunden dauern, „und das wird für einige Kinder schon zu viel sein“, erklärt Wagner.
Der Moerser TV stellt ein selbstbewusstes Team

Sandra Wagner spricht voller Stolz und Begeisterung über die Entwicklung ihres Teams. Seit der Teambildung vor einem Jahr habe ihre Mannschaft schon viel gelernt. Erst fing es mit Kleinigkeiten an, sagt die Trainerin, wie man etwa den Schläger richtig hält, und dass man mit dem Sportgerät nirgendwo draufschlägt. Noch wichtiger aber war es, das Selbstbewusstsein der Spielerinnen und Spieler zu stärken.
Manche Kinder haben sich nicht einmal auf das Spielfeld getraut.
Sandra Wagner , Trainerin der Specialhockey-Kindermannschaft
„Bei den ersten Trainingseinheiten haben sich manche Kinder nicht einmal auf das Spielfeld getraut“, erinnert sich Sandra Wagner. Inzwischen würden alle losstürmen und das Spiel am Ende des Trainings kaum abwarten können. „Manche treffen sich inzwischen schon vor dem Training, um sich zu sehen und um sich die Bälle zuzuspielen.“ Die Kinder gehen also mit viel mehr raus als „nur“ Bewegung: Sie lernen Zusammenhalt und Gemeinschaft. Jedes Kind ist Teil des Teams.
Sandra Wagner aus Moers war internationale Hockey-Schiedsrichterin
Ihre eigene Leidenschaft für Hockey trägt Wagner tief in sich. Sie ist wahrlich in eine „Hockey-Familie“ geboren worden, wie sie erzählt: „Zu meiner Geburt habe ich direkt einen Hockeyschläger geschenkt bekommen.“ Seitdem spielt sie, trainiert sie, pfeift sie. Die Begeisterung sprang letztlich auf ihre Schützlinge über.
Sandra Wagners großes Ziel für das Team? Dass alle zusammenwachsen, auch mit den Gegnern beim Turnier am Samstag. Und dass die jungen Spieler so viel Können und Selbstbewusstsein entwickeln, dass sie später, wie die Erwachsenenteams schon heute, zu den Nationalspielen im Specialhockey fahren dürfen.



